Novartis Aktie: Studienflut im zweiten Halbjahr erwartet
Veröffentlicht am: 22.07.2026 um 05:28 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein schwacher Jahresstart, dann die Kehrtwende: Novartis hat im zweiten Quartal deutlich mehr geliefert, als die Börse ihm zugetraut hatte. Trotz anhaltendem Preisdruck durch Generika-Konkurrenz für einstige Blockbuster meldet der Basler Pharmakonzern ein überraschend kräftiges Zahlenwerk – und schickt die Aktie an der Schweizer Börse nach oben.
Umsatz zieht an, Kerngewinn übertrifft Konsens deutlich
Der Umsatz kletterte in den drei Monaten bis Ende Juni um 3 Prozent auf 14,4 Milliarden Dollar, währungsbereinigt blieb ein Plus von 1 Prozent. Nach dem Umsatzminus zum Jahresauftakt, verursacht durch Generika-Einführungen bei wichtigen Präparaten, trugen nun vor allem Volumensteigerungen zum Wachstum bei. Der operative Gewinn ging zwar um 2 Prozent auf knapp 4,8 Milliarden Dollar zurück, unter dem Strich blieb dennoch ein Konzerngewinn von fast 3,3 Milliarden Dollar – nach 4,0 Milliarden im Vorjahresquartal.
Entscheidender für die Einordnung durch Analysten ist der bereinigte Kern-Betriebsgewinn: Mit gut 5,9 Milliarden Dollar lag er deutlich über dem Marktkonsens von 5,3 Milliarden. Der Rückgang beim operativen Ergebnis geht vor allem auf höhere Ertragssteuern und einen gestiegenen Zinsaufwand zurück, weniger auf das operative Geschäft selbst.
Getragen wurde die Entwicklung von einer anhaltenden Dynamik bei etablierten Präparaten wie Kisqali gegen Brustkrebs, Kesimpta bei Multipler Sklerose, Scemblix bei Leukämie und der Krebstherapie Pluvicto. Auch jüngere Markteinführungen wie Rhapsido bei chronischer spontaner Urtikaria und die SMA-Gentherapie Itvisma entwickeln sich nach Angaben des Managements ermutigend.
Die ersten Analystenreaktionen fielen einhellig positiv aus. JPMorgan bezeichnete die Resultate als stark, Bernstein sprach von einem soliden Übertreffen, Vontobel nannte das Quartal sehr solide. Jefferies beließ die Einstufung bei "Hold" mit einem Kursziel von 110 Franken und verwies darauf, dass der Umsatz rund fünf Prozent über der Konsensschätzung liege – das Ergebnis je Aktie sogar um zwölf Prozent.
Zweite Jahreshälfte bringt mehrere Studienergebnisse
Konzernchef Vasant Narasimhan bestätigte zur Zahlenvorlage die Jahresziele. Für das bereinigte operative Ergebnis rechnet das Management 2026 weiterhin mit einem Rückgang im niedrigen einstelligen Prozentbereich, der Umsatz soll dagegen im niedrigen einstelligen Bereich zulegen.
Im Fokus steht nun die bereits laufende zweite Jahreshälfte. Novartis erwartet in diesem Zeitraum mehrere wichtige Studienergebnisse, die über die Entwicklung der Pipeline jenseits der aktuellen Blockbuster entscheiden dürften. Der Generika-Druck auf ältere Präparate bleibt bestehen – die entscheidende Frage wird sein, ob die neuen Wachstumstreiber diesen Effekt auch in den kommenden Quartalen kompensieren können.
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