Novo Nordisk Aktie: Eli Lilly dominiert mit 78 Prozent
Veröffentlicht: 09.07.2026 um 14:57 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Der Markt für Abnehmspritzen boomt. Bei Novo Nordisk schrillen dennoch die Alarmglocken. Der dänische Pharmakonzern verliert massiv an Boden gegen den Rivalen Eli Lilly. Jetzt reagiert das Management mit einem weitreichenden Umbau in Südkorea.
Neue Struktur in Südkorea
Novo Nordisk Korea legt seine bisher getrennten Sparten für Fettleibigkeit und Diabetes zusammen. Das Unternehmen will dadurch Entscheidungen beschleunigen und Kräfte bündeln. Parallel dazu gibt es personelle Veränderungen. Ein lokaler koreanischer Arzt leitet ab sofort die klinischen und medizinischen Abteilungen. Der Konzern will so die Kontrolle über den asiatischen Markt aus einer regionalen Perspektive zurückgewinnen.
Eli Lilly übernimmt die Führung
Der Schritt folgt auf einen drastischen Absturz der eigenen Marktposition. Eli Lilly beherrscht den südkoreanischen Markt für injizierbare Abnehmpräparate mit seinem Mittel Mounjaro. Im Mai erreichte der Marktanteil ganze 78 Prozent. Wegovy landete abgeschlagen bei 15 Prozent. Das schmerzt das dänische Management besonders. Schließlich kam Wegovy dort zuerst auf den Markt.
Im ersten Quartal setzte Eli Lilly in Südkorea rund 323 Milliarden Won um. Wegovy brachte lediglich gut 104 Milliarden Won ein. Novo Nordisk versuchte bereits gegenzusteuern. Das Unternehmen senkte den Großhandelspreis für das Präparat um etwa 40 Prozent. Die Talfahrt stoppte das nicht. Die Amerikaner brachten vielmehr weitere hochdosierte Mounjaro-Produkte auf den Markt.
Weltweite Krise
Der Druck beschränkt sich keineswegs auf Asien. In den USA überholte das Lilly-Produkt Zepbound den Konkurrenten Wegovy deutlich. Der Rivale verzeichnet dort fast 60 Prozent Marktanteil. Wöchentlich verschreiben US-Ärzte das Mittel über 100.000 Mal häufiger als Wegovy.
Der Konzern reagierte bereits im vergangenen Jahr auf die weltweite Schwäche. Mike Doustdar löste Lars Fruergaard Jorgensen als Vorstandschef ab. Novo Nordisk strich im gleichen Schritt rund 9.000 Stellen. Das entspricht etwa 11 Prozent der gesamten Belegschaft.
Erholung bleibt fragil
Trotz der harten Konkurrenz erholt sich die Aktie allmählich von ihren Tiefständen. Aktuell notiert das Papier bei 42,85 Euro. Im vergangenen Monat kletterte der Kurs um gut 17 Prozent.
Die langfristige Bilanz bleibt allerdings trüb. Auf Sicht von zwölf Monaten verzeichnen Anleger ein Minus von rund 28 Prozent.
Der Umbau in Südkorea zeigt ein klares Muster. Novo Nordisk kämpft an mehreren Fronten gegen die Übermacht von Eli Lilly. Das neue Führungsteam in Seoul steht nun vor einer Bewährungsprobe. Gelingt der Turnaround in Asien nicht, droht der fragilen Aktienerholung unter CEO Mike Doustdar ein jähes Ende.
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