NRW greift mit neuem Gesetz gegen Schrottimmobilien durch
18.03.2026 - 00:00:26 | boerse-global.deNordrhein-Westfalen will kriminellen Vermietern das Handwerk legen. Die Landesregierung verabschiedete heute den Entwurf fĂŒr das Faires-Wohnen-Gesetz. Es soll systematische Mieterausbeutung in verwahrlosten WohngebĂ€uden beenden.
Von der Treuhand bis zur Enteignung
Das Gesetz gibt den Kommunen schĂ€rfere Werkzeuge gegen EigentĂŒmer, die ihre GebĂ€ude absichtlich verfallen lassen. Bei beharrlicher Missachtung von Sanierungsauflagen können StĂ€dte kĂŒnftig eine Treuhandverwaltung anordnen. Im Extremfall ist sogar eine Enteignung möglich.
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âDiese HĂ€rte ist notwendig, um der KreativitĂ€t unredlicher Akteure zu begegnenâ, heiĂt es aus dem Bau- und Kommunalministerium von Ministerin Ina Scharrenbach. Experten begrĂŒĂen die PlĂ€ne. Sie geben den Kommunen endlich eine rechtliche Handhabe gegen systematische Verwahrlosung.
Razzien offenbaren perfides GeschÀftsmodell
Wie dringend das Gesetz ist, zeigten GroĂrazzien Anfang MĂ€rz. Ăber 300 EinsatzkrĂ€fte durchsuchten damals 265 Wohneinheiten in zwölf StĂ€dten, darunter Dortmund und Essen.
Die Beamten fanden lebensgefĂ€hrliche ZustĂ€nde vor: Schimmel, defekte Heizungen und freiliegende Elektrokabel. Das GeschĂ€ftsmodell der HintermĂ€nner zielt auf maximale Abschöpfung von Sozialleistungen. FĂŒr die Schrottimmobilien berechneten sie dem Jobcenter bis zu 42 Euro pro Quadratmeter.
Opposition kritisiert zu spÀtes Handeln
Die Zielsetzung des Gesetzes stöĂt zwar auf breite Zustimmung. Doch die Opposition ĂŒbt scharfe Kritik an der Umsetzung. SPD-Politiker wie Sarah Philipp monieren, die Initiative komme nach fast zehn Jahren Regierungsverantwortung viel zu spĂ€t.
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Ein zentraler Streitpunkt ist die Finanzierung. Die Kommunen erhalten neue Befugnisse â doch woher sollen das Geld fĂŒr TreuhĂ€nder und Enteignungen kommen? Kritiker verweisen auf die gestrichene Landesförderung fĂŒr den Abriss von Schrottimmobilien. Ohne finanzielle UnterstĂŒtzung, so die BefĂŒrchtung, bleiben die neuen Werkzeuge stumpf.
Ein Paradigmenwechsel mit Risiken
Das geplante Gesetz markiert eine wohnungspolitische Wende. Bisher stieĂen Kommunen oft an juristische Grenzen. Die Möglichkeit der Enteignung gilt als juristisches Novum und sendet ein klares Signal an den Markt.
Doch der Weg bis zur Anwendung ist steinig. Der Landtag will im Juni final abstimmen. Bis dahin stehen intensive Debatten ĂŒber die juristischen Details bevor. Und selbst wenn das Gesetz kommt: Die ersten Treuhandverwaltungen werden mit Sicherheit vor Gericht landen.
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