Nur 10 Prozent der Kinder mit Risiken gegen Grippe geimpft
Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 06:58 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDas geht aus einer Analyse des Robert Koch-Instituts vor. Grundlage fĂŒr die Erhebung sind Abrechnungsdaten der KassenĂ€rztlichen Vereinigungen fĂŒr insgesamt elf Grippesaisons von 2014 bis 2025.
Hochgerechnet auf die Gesamtpopulation mĂŒsse man davon ausgehen, dass in der kommenden Saison 1,1 Millionen Kinder und Jugendliche mit Grunderkrankungen keinen Grippe-Impfschutz hĂ€tten - vorausgesetzt, die Impfquote bleibe unverĂ€ndert, so das Institut. Die Stiko empfiehlt "eindringlich", der Impfempfehlung nachzukommen und Kinder und Jugendliche mit Risikofaktoren rechtzeitig zu schĂŒtzen.
Expertin: Grippe wird hÀufig nicht als Bedrohung wahrgenommen
Geimpft werden sollten etwa Kinder mit chronischen Erkrankungen der Atmungsorgane, chronischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes oder Adipositas. "Diese Kinder und Jugendlichen haben ein erhöhtes Risiko, schwer an Influenza zu erkranken und infolge der Erkrankung hospitalisiert und auf einer Intensivstation behandelt zu werden oder auch zu versterben", wie die StÀndige Impfkommission (Stiko) in einer Stellungnahme erklÀrt.
Die Impfung kann vor schweren KrankheitsverlĂ€ufen schĂŒtzen und sollte der Empfehlung nach jĂ€hrlich einmal im Herbst oder Winter verabreicht werden.
Warum ist die Quote so niedrig? "HĂ€ufig wird die Grippe nicht als Bedrohung wahrgenommen, das ist möglicherweise ein Hauptgrund", erklĂ€rte Barbara GĂ€rtner, FachĂ€rztin fĂŒr Medizinische Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie am UniversitĂ€tsklinikum des Saarlandes. "In vielen Situationen kommen auch das schlichte Vergessen der Impfung oder die fehlende Ansprache durch Ărztinnen und Ărzte hinzu." Die Angst vor Nebenwirkungen spiele Studien zufolge nur eine untergeordnete Rolle.
