Ukraine meldet russische Drohnenangriffe
12.05.2026 - 06:00:00 | dpa.deDie ukrainische Luftwaffe meldete in der Nacht Angriffe mit zahlreichen Drohnen auf die Hauptstadt Kiew und weitere StĂ€dte wie Saporischschja, Dnipro, Charkiw und Cherson. Auch die Gebiete Sumy im Norden und Mykolajiw im SĂŒden waren demnach betroffen. Die seit Samstag geltende Waffenruhe war in der Nacht ausgelaufen.
Kiews MilitĂ€rverwalter Tymur Tkatschenko schrieb auf Telegram, in der Hauptstadt seien DrohnentrĂŒmmer auf das Dach eines 20-stöckigen Wohnhauses gefallen. Ăber Verletzte und das AusmaĂ der SchĂ€den gab es zunĂ€chst keine Informationen. Die Zeitung "Kyiv Independent" berichtete ĂŒber Explosionen.
US-PrĂ€sident Donald Trump hatte Kremlchef Wladimir Putin und den ukrainischen Staatschef Wolodymyr Selenskyj vergangene Woche um eine dreitĂ€gige Waffenruhe gebeten. Beide Seiten verzichteten in dieser Zeit weitgehend auf Luftangriffe. Am Boden berichteten sie aber von vielen VerstöĂen des Gegners, auf die jeweils reagiert worden sei.
Selenskyj: "Wir bereiten uns auf neue Angriffe vor, leider"
Anlass dieser Einigung waren die Feierlichkeiten in Russland zum Jahrestag des Sieges der Sowjetunion ĂŒber Nazi-Deutschland im Zweiten Weltkrieg. Kremlchef Wladimir Putin wollte eine störungsfreie MilitĂ€rparade in Moskau gewĂ€hrleisten, die ukrainische Seite vor diesem Hintergrund eine lĂ€ngere Waffenruhe durchsetzen.
Ăhnlich war es bereits bei der Waffenruhe ĂŒber das orthodoxe Osterfest vor einem Monat. Russland ĂŒberzieht die Ukraine seit mehr als vier Jahren mit einem zerstörerischen Angriffskrieg.
Selenskyj hatte sich bereits vor Ablauf der Waffenruhe auf neue Angriffe eingestellt: "Wir sehen auch, dass Russland nicht die Absicht hat, diesen Krieg zu beenden", sagte er in einer abendlichen Videobotschaft. "Wir bereiten uns auf neue Angriffe vor, leider."
Ehemals rechte Hand von Selenskyj unter GeldwÀsche-Verdacht
Derweil verdĂ€chtigen Antikorruptionsbehörden in der Ukraine den ehemaligen Leiter des PrĂ€sidentenbĂŒros, Andrij Jermak, der GeldwĂ€sche. Das Nationale AntikorruptionsbĂŒro (NABU) und die Spezialisierte Antikorruptionsstaatsanwaltschaft (SAP) berichteten, eine organisierte Gruppe enttarnt zu haben. Diese soll an der GeldwĂ€sche von umgerechnet fast neun Millionen Euro im Zusammenhang mit einem Luxusbauprojekt in der NĂ€he von Kiew beteiligt sein. Jermak soll dieser Gruppe angehören.
Nach Durchsuchungen in seiner Wohnung war Jermak im Zuge eines Korruptionsskandals Ende November vergangenen Jahres zurĂŒckgetreten. Er war ein langjĂ€hriger Vertrauter von Selenskyj. Er leitete das PrĂ€sidentenbĂŒro seit 2020 und galt als zweitwichtigster Mann in der Ukraine.
90-Milliarden-Kredit: Erste Auszahlungen im Juni?
Selenskyj zufolge erwartet die Ukraine die Auszahlung erster Tranchen des EU-Kredits ĂŒber 90 Milliarden Euro im Juni. Es werde intensiv mit der EU-Kommission zusammengearbeitet, damit sich die Auszahlung nicht weiter verzögere, erklĂ€rte er. Die EuropĂ€ische Union hatte den Weg fĂŒr den Kredit im April freigemacht.
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