Oatly, Jahresprognose

Oatly: Jahresprognose auf 8 bis 10 Prozent angehoben

Veröffentlicht am: 28.07.2026 um 19:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Oatly steigert Umsatz und Marge im zweiten Quartal, treibt die Transformation zum Getränkeanbieter voran und erhöht die Jahresziele deutlich.

Oatly überzeugt mit Quartalszahlen und hebt Jahresprognose an
Ein Glas Hafermilch auf einer hellen Küchentheke im sanften Morgenlicht. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der schwedische Hafergetränkespezialist Oatly hat am Dienstag überzeugende Ergebnisse für das zweite Quartal 2026 vorgelegt und in diesem Zuge seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr deutlich angehoben. Das Unternehmen profitiert zunehmend von einer strategischen Neuausrichtung, bei der das Sortiment über die klassische Milchalternative hinaus zu einem breiten Getränkeangebot erweitert wird.

Strategiewechsel zur Getränkegesellschaft zeigt Wirkung

Im zweiten Quartal 2026 steigerte Oatly den Umsatz auf 240,1 Millionen US-Dollar, was einem Zuwachs von 15,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht. Besonders positiv entwickelte sich die Bruttomarge, die um 140 Basispunkte auf 33,9 Prozent zulegte. Laut Medienberichten konnte das Unternehmen damit das vierte Quartal in Folge ein positives bereinigtes EBITDA erzielen. Während nach GAAP-Standards noch Nettoverluste verbucht wurden, nähert sich der Konzern dem Ziel eines positiven freien Cashflows an.

Hinter diesem Wachstum steht das sogenannte „Beverages Playbook“. Wie Daniel Ordoñez, Global President bei Oatly, ausführte, wandelt sich die Firma von einem reinen Hafermilchproduzenten zu einem umfassenden Getränkeunternehmen. Im Zuge dieser Strategie wurden allein im laufenden Jahr 63 neue Produkte eingeführt. Dazu gehören innovative Kreationen wie der „Coconut Matcha Cloud“ oder der „Matcha Jell-Oat Shot“. Die Forschungs- und Entwicklungsausgaben beliefen sich im abgelaufenen Quartal auf 4,6 Millionen US-Dollar, um die Expansion in neue Segmente voranzutreiben.

Regionale Dynamik und operative Effizienz

Die Wachstumsraten fielen regional unterschiedlich aus, zeigten jedoch in fast allen Kernmärkten eine positive Tendenz. In Europa und den internationalen Märkten beschleunigte sich das Geschäft laut den Analysten von Seeking Alpha deutlich. In Nordamerika verzeichnete das Unternehmen eine anhaltend starke Nachfrage im Einzelhandel, während in Greater China das Absatzvolumen trotz eines intensiven Wettbewerbsumfelds gesteigert werden konnte.

Parallel zur Produktoffensive hat Oatly seine Kostenstruktur optimiert. Die Anzahl der Mitarbeiter sank bis März 2026 auf 1.391 Beschäftigte, was einem Rückgang von fast 15 Prozent gegenüber dem Jahr 2023 entspricht. Der Großteil der Belegschaft ist weiterhin in Schweden (knapp 36 Prozent) sowie in China und den USA tätig. Trotz des Stellenabbaus im vergangenen Jahr signalisieren 39 aktive Stellenausschreibungen wieder punktuelle Investitionen in das Personalwachstum.

Erhöhte Jahresprognose beflügelt den Kurs

Auf Basis der starken Quartalszahlen hat das Management die Erwartungen für das Geschäftsjahr 2026 nach oben korrigiert. Das angestrebte Umsatzwachstum wurde um 500 Basispunkte angehoben und wird nun in einer Spanne von 8 bis 10 Prozent erwartet. Analysten hoben hervor, dass die Straffung der Unternehmensstrategie nahezu abgeschlossen sei, was Oatly nun neue Optionen für das globale Wachstum eröffne.

An der Börse wurde die Nachrichtenlage wohlwollend aufgenommen. Die Aktie notiert aktuell bei 12,55 € und verbucht damit seit Jahresbeginn ein deutliches Plus von 31,28 %. Nach einer längeren Schwächephase hat sich das Papier damit spürbar von seinen Tiefstständen gelöst und notiert nun rund 81,88 % über dem 52-Wochen-Tief. Dennoch belasten die Kosten für das laufende Rebranding und strategische Investitionen kurzfristig weiterhin das Nettoergebnis, weshalb ein Erreichen der Gewinnzone auf GAAP-Basis für das Gesamtjahr 2026 noch nicht garantiert ist.

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