Onliner, Phishing-Fallen

Junge Onliner tappen oft in Phishing-Fallen

29.09.2025 - 06:27:57 | dpa.de

Obwohl sie digital versierter sind als jede andere Generation, fallen auch jĂŒngere Onliner - die sogenannten Digital Natives - vergleichsweise leicht auf Betrugsmaschen im Netz herein.

Fast die HÀlfte der Gen Z, wie die JahrgÀnge von 1997 bis 2012 genannt werden, erkennt typische Phishing-Warnsignale wie ungefragt zugesandte E-Mail-AnhÀnge nicht als Betrug (49 Prozent). Das geht aus einer aktuellen YouGov-Umfrage im Auftrag der Initiative Sicher Handeln (ISH) hervor.

Phishing ist eine Betrugsmasche im Internet, bei der Kriminelle versuchen, sensible Daten wie Passwörter oder Bankinformationen zu stehlen, indem sie sich zum Beispiel per gefĂ€lschter E-Mail oder Webseite als eine vertrauenswĂŒrdige Person oder Institution ausgeben.

Köder ausgelegt

Das Kunstwort Phishing leitet sich von den englischen Worten "fishing" (Angeln) und "phreaking" (Hacken) ab. Phishing funktioniert nĂ€mlich Ă€hnlich wie Angeln: Die betrĂŒgerischen Hacker "werfen einen Köder aus", etwa in Form einer tĂ€uschend echten Nachricht oder Website, und hoffen, dass jemand darauf hereinfĂ€llt und seine Daten eingibt. Das kann etwa eine Paket-SMS sein, obwohl nichts bestellt wurde. Oder eine E-Mail zu einem angeblich gesperrten Bankkonto.

Phishing-Angriffe gehören nach EinschÀtzung der Initiative Sicher Handeln lÀngst zum digitalen Alltag. Das hat sich aber nicht bei allen Onlinern herumgesprochen. Etwa drei von vier Befragten (77 Prozent) misstrauen Aufforderungen zur Angabe von Konto- oder Zugangsdaten, bei der Gen Z sind es 69 Prozent.

Drei von vier Onlinern sind skeptisch

Ähnlich verhĂ€lt es sich bei dringenden Handlungsaufforderungen: 73 Prozent der Onliner ĂŒber alle Generationen hinweg reagieren skeptisch, bei der Gen Z sind es 62 Prozent.

Noch schlechter fallen die Zahlen bei weiteren Warnzeichen aus: Unpersönliche Anreden (68 Prozent, Gen Z: 63 Prozent), fehlerhafte Links (68 Prozent, Gen Z: ebenfalls 68 Prozent) und Rechtschreibfehler (67 Prozent, Gen Z: 63 Prozent) erkennen deutlich weniger. Besonders gering ist die Aufmerksamkeit bei unverlangt zugesandten AnhÀngen - nur 58 Prozent der Befragten, bei der Gen Z 51 Prozent, reagieren hier misstrauisch.

"Stoppen, Hinterfragen, SchĂŒtzen"

Die Ergebnisse zeigten deutlich, dass viele Internetnutzer das Risiko unterschĂ€tzen, sagte Harald Schmidt, Sprecher der Initiative Sicher Handeln. "Phishing ist vielseitig, professionell gemacht und trifft lĂ€ngst alle Generationen - von vermeintlichen Sicherheitswarnungen ĂŒber Paketbenachrichtigungen bis hin zu persönlichen Nachrichten. Unser Appell lautet deshalb: Stoppen, Hinterfragen, SchĂŒtzen. Wer kurz innehĂ€lt und eine Nachricht prĂŒft, kann sich und andere effektiv vor SchĂ€den bewahren."

An der Online-Umfrage nahmen vom 8. bis 10. September 2025 insgesamt 2.044 Erwachsene mit Wohnsitz Deutschland teil. Die Zahlen sind laut YouGov fĂŒr die Bevölkerung ab 18 Jahren in Deutschland reprĂ€sentativ.

Die ISH ist eine gemeinsame Initiative der Polizeilichen KriminalprĂ€vention der LĂ€nder und des Bundes (ProPK), der Stiftung Deutsches Forum fĂŒr KriminalprĂ€vention (DFK), Deutschland sicher im Netz e. V. (DsiN), RISK IDENT und Kleinanzeigen.

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