OpenAI, Werbung

OpenAI bringt Werbung in ChatGPT

27.01.2026 - 08:39:12

ChatGPT wird für Millionen Nutzer nicht mehr werbefrei sein. OpenAI führt Anzeigen ein, um die hohen Betriebskosten zu decken.

Der KI-Pionier bestätigte die Pläne Mitte Januar. In den kommenden Wochen starten erste Tests bei erwachsenen Nutzern in den USA. Betroffen sind die kostenlose Version und der neue, günstige Abo-Tarif ChatGPT Go. Die Premium-Pläne Plus, Pro, Business und Enterprise bleiben werbefrei. Diese strategische Wende soll eine nachhaltige Einnahmequelle aus der großen Masse der Gratis-Nutzer schaffen.

Mit ChatGPT Go hat OpenAI einen Mittelweg geschaffen. Der Tarif kostet in den USA umgerechnet etwa 7,50 Euro monatlich. Nach dem Start in Indien im August 2025 ist er mittlerweile in 170 Ländern verfügbar und der am schnellsten wachsende Abo-Plan des Unternehmens.

Kunden erhalten im Vergleich zur kostenlosen Version zehnfache Kapazitäten für Nachrichten, Datei-Uploads und Bildgenerierung. Zudem verfügt die über den GPT-5.2 Instant-Model laufende Version über einen größeren Kontext-Speicher für zusammenhängendere Gespräche. Die Werbung wird sowohl hier als auch in der Free-Version eingeblendet.

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Hinter der Entscheidung stehen massive wirtschaftliche Zwänge. Der Betrieb der Großsprachmodelle verursacht astronomische Kosten. Schätzungen zufolge nutzen 90 Prozent der wöchentlich 800 Millionen aktiven User den kostenlosen Dienst. Für OpenAI ist Werbung daher ein entscheidender Hebel, dieses Publikum zu monetarisieren.

Vertrauen versus Wirtschaftlichkeit

OpenAI betont, die Nutzererfahrung schützen zu wollen. Anzeigen sollen klar gekennzeichnet und vom KI-Antworttext getrennt am Ende erscheinen. Die Firma verspricht, dass Konversationen privat bleiben und nicht an Werbetreibende verkauft werden. Nutzer behalten die Kontrolle über die Personalisierung von Werbung.

Doch wie passt Werbung zum vertrauensbasierten Modell eines persönlichen KI-Assistenten? Kritiker sehen Risiken für die Privatsphäre und fürchten eine Verschlechterung der Nutzererfahrung. Sicherheitsexperten warnen vor neuen Angriffsvektoren wie schädlicher Werbeinjektion.

Die Branche beobachtet den Schritt dennoch mit Spannung. Er folgt dem Spielbuch von Internetgiganten wie Google und Meta, die ihre Imperien auf werbefreien Diensten aufbauten. Analysten halten den Kontext von KI-Gesprächen für eine potenziell lukrative Werbeplattform. Könnte dies der wertvollste Werbekanal aller Zeiten werden?

Weichenstellung für die ganze KI-Branche

OpenAI’s Vorstoß markiert einen Wendepunkt für die generative KI-Branche. Der Schritt erscheint vielen als unvermeidlich. Der Wettbewerb verschärft sich, die Betriebskosten steigen weiter. Unternehmen müssen nachhaltige Geschäftsmodelle jenseits von Venture-Kapital und Unternehmensverträgen finden.

Die ersten Tests in den USA werden genau verfolgt, um die Reaktion der Nutzer und das Interesse der Werbetreibenden einzuschätzen. Anzeigen sollen kontextrelevant zur laufenden Unterhaltung sein – eine neue Form der „Intent-basierten Monetarisierung“.

Das Unternehmen will keine Werbung für mutmaßlich unter 18-Jährige anzeigen und sensible Themen wie Gesundheit oder Politik meiden. Nutzer können Anzeigen ausblenden und Feedback geben.

Die Gratwanderung zwischen breiter Zugänglichkeit und finanzieller Nachhaltigkeit wird zum Lehrstück für die gesamte Branche. Der Erfolg dieses Hybrid-Modells könnte das dominierende Geschäftsmodell für KI-Dienste der nächsten Jahre definieren. Es entscheidet, wie Hunderte Millionen Nutzer künstliche Intelligenz erleben und bezahlen.

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