OpenAI, Werbung

OpenAI testet Werbung in ChatGPT

27.01.2026 - 04:52:12

OpenAI führt thematische Werbeanzeigen in ChatGPT ein, um die hohen Betriebskosten zu decken und den kostenlosen Zugang langfristig zu finanzieren.

OpenAI führt Werbeanzeigen im populären KI-Chatbot ChatGPT ein. Der Schritt markiert eine strategische Wende für das Unternehmen.

Die Tests starten in den kommenden Wochen zunächst für erwachsene Nutzer in den USA, die die kostenlose oder die neue günstige „Go“-Variante für acht Dollar monatlich nutzen. Premium-Abonnements bleiben werbefrei. Die Anzeigen erscheinen klar gekennzeichnet am Ende von Antworten und sollen thematisch zum Gespräch passen. Nutzer können sie wegklicken und die Personalisierung deaktivieren.

Strategischer Schwenk angesichts hoher Kosten

Hinter der Entscheidung stehen die immensen Betriebskosten der KI. Die Recheninfrastruktur für Modelle wie ChatGPT verursacht enorme Ausgaben. Zwar generiert OpenAI bereits Einnahmen durch Abos und Geschäftskunden, doch schätzungsweise 90 Prozent der Nutzer verwenden den kostenlosen Dienst. Diese große Gruppe soll nun durch Werbung monetarisiert werden.

„Ein diversifiziertes Einnahmemodell ist entscheidend, um KI weltweit zugänglich zu halten“, so die Unternehmensführung. Die Werbeeinnahmen sollen helfen, den kostenlosen Zugang langfristig zu finanzieren. Für den Pilotversuch wurden ausgewählte Werbetreibende mit Budgets unter einer Million Euro pro Kopf gewonnen.

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Neue Werbe-Ära für KI-Chats

Die Branche spricht bereits von einer „vierten Welle der Digitalwerbung“ nach Suchmaschinen, Social Media und Retail. Der Schritt setzt Konkurrenten wie Googles Gemini oder Anthropics Claude unter Druck, eigene Monetarisierungsstrategien zu entwickeln.

Die Werbeindustrie steht vor einer neuen Herausforderung: Statt klassischer Call-to-Action-Kampagnen muss sie nun konversationelles Marketing entwickeln. Erfolg verspricht werthaltige Botschaften, die sich nahtlos in hilfreiche Antworten einfügen. Marken mit klaren, maschinenlesbaren Inhalten könnten hier einen Vorteil haben.

Datenschutz und sensible Themen tabu

OpenAI betont strikte Schutzmaßnahmen. Werbung wird Nutzern unter 18 Jahren nicht angezeigt. In Chats zu sensiblen Themen wie Gesundheit, psychischem Wohlbefinden oder Politik sind Anzeigen ausgeschlossen. Das Unternehmen versichert zudem, keine Nutzerdaten oder Chatverläufe an Werbetreibende zu verkaufen.

Die Tests sollen Feedback für die Weiterentwicklung liefern. Langfristig sind interaktivere Formate denkbar, bei denen Nutzer direkt im Chat Fragen zu beworbenen Produkten stellen können. Nach dem US-Start könnte das Modell international ausgeweitet werden. Eine werbefreie Premium-Option wird es aber immer geben. Für OpenAI ist die Werbung ein entscheidender Schritt zu einem nachhaltigen Geschäftsmodell.

@ boerse-global.de