Oracle, Aktie

Oracle Aktie: 638 Milliarden im Auftragsbestand

26.06.2026 - 14:37:04 | boerse-global.de

Oracle investiert massiv in KI-Cloud-Infrastruktur, was den freien Cashflow belastet und die Aktie auf Talfahrt schickt.

Oracle Aktie: Milliarden-Investition in KI-Cloud trotz Kursverlusten
Oracle - Abstrakte, fließende Datenströme und digitale Netzwerke in blauem und goldenem Licht, die enormes zukünftiges Wachstum symbolisieren. 26.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Starke Nachfrage, schwache Kurse. Bei Oracle klaffen Realität und Börsenstimmung derzeit weit auseinander. Der Tech-Gigant baut seine Cloud-Infrastruktur radikal um. Das Ziel: die absolute Dominanz im Bereich der Künstlichen Intelligenz. Dafür nimmt das Management enorme finanzielle Risiken in Kauf. Anleger reagieren nervös auf diese teure Strategie. Die Aktie verlor seit Jahresbeginn 21,3 Prozent und notiert aktuell bei 131,42 Euro.

Der Preis der KI-Dominanz

Oracle setzt alles auf eine Karte. Das Unternehmen integriert KI in seine gesamte Technologie-Plattform. Ein zentraler Baustein ist die Oracle Cloud Infrastructure. Diese Plattform bietet enorme Rechenleistung für KI-Training. Berichten zufolge schlägt das System die Konkurrenz beim Preis-Leistungs-Verhältnis um bis zu 44 Prozent. Die Kunden greifen zu. Der Auftragsbestand erreichte zuletzt den Rekordwert von 638 Milliarden Euro. Darunter befindet sich auch ein Großauftrag von OpenAI.

Diese aggressive Expansion hat einen massiven Haken. Der Aufbau der Rechenzentren verschlingt Unsummen. Zuletzt stiegen die jährlichen Investitionsausgaben auf 55,7 Milliarden Euro. Das riss ein Loch von 23,7 Milliarden Euro in den freien Cashflow. Für das kommende Jahr rechnet das Management mit noch höheren Ausgaben. Bis zu 95 Milliarden Euro könnten fällig werden.

Um dieses Wachstum zu finanzieren, braucht Oracle frisches Kapital. Der Konzern will rund 40 Milliarden Euro über neue Schulden und Aktien aufnehmen. Aktionäre fürchten nun eine Verwässerung ihrer Anteile. Kein Wunder. Der Markt straft diese Unsicherheit gnadenlos ab. Der RSI-Indikator fiel auf 30. Die Aktie gilt damit als überverkauft. Vom 52-Wochen-Hoch bei 280,70 Euro ist das Papier weit entfernt.

Radikaler Umbau im Inneren

Der Wandel trifft auch die eigene Belegschaft. Oracle streicht rund 21.000 Stellen. Das Unternehmen ersetzt viele Positionen durch automatisierte KI-Prozesse. Diese Restrukturierung kostet kurzfristig 1,84 Milliarden Euro an Abfindungen. Es zeigt den tiefgreifenden Wandel innerhalb des Konzerns. Oracle baut KI nicht nur für Kunden, sondern wendet die Technologie radikal auf sich selbst an.

Hier scheiden sich die Geister an der Wall Street. Gelingt es Oracle, diese gigantischen Investitionen in dauerhaftes und profitables Wachstum zu verwandeln? Die Analysten bleiben mehrheitlich optimistisch. Sie rufen im Schnitt ein Kursziel von 237,91 Euro aus. Das entspräche einem Aufwärtspotenzial von über 80 Prozent.

Ein Scheitern dieser Strategie würde den Konzern finanziell auf Jahre fesseln. Hält die starke Nachfrage nach der Cloud-Infrastruktur jedoch an, relativieren sich die massiven Vorlaufkosten schnell. Der gewaltige Auftragsbestand bildet dafür ein solides Fundament. Liefert Oracle bei den nächsten Quartalszahlen höhere Margen, dürfte die Verwässerungsangst der Anleger rasch in den Hintergrund rücken.

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