Oracle Aktie: Klagen verschärfen Druck
26.03.2026 - 22:50:16 | boerse-global.deZwei Anwaltskanzleien erhöhen gleichzeitig den Druck auf Oracle — und die Zeit läuft ab. Bis zum 6. April 2026 können sich geschädigte Anleger als Hauptkläger in der Sammelklage Barrows v. Oracle Corporation registrieren lassen. Die Vorwürfe treffen Oracle an einer empfindlichen Stelle: der KI-Infrastrukturstrategie.
Was die Kläger vorwerfen
Kessler Topaz Meltzer & Check sowie Robbins Geller Rudman & Dowd haben die Klagen unabhängig voneinander am gestrigen Donnerstag öffentlich gemacht. Beide richten sich gegen Oracle und bestimmte Führungskräfte wegen mutmaßlicher Verstöße gegen den Securities Exchange Act von 1934.
Der Kern der Vorwürfe: Oracle soll Anleger zwischen Juni und Dezember 2025 mit irreführenden Aussagen über die eigenen Rechenzentrumskapazitäten und Investitionsausgaben getäuscht haben. Als im Dezember 2025 die Quartalszahlen enttäuschten — Umsatzwachstum unter den Erwartungen, Investitionsausgaben deutlich darüber, negativer freier Cashflow von mehr als zehn Milliarden Dollar — brach die Aktie laut Klageschrift um fast elf Prozent ein. Wenige Tage später berichtete die Financial Times, dass Blue Owl Capital aus der Finanzierung eines zehn Milliarden Dollar schweren Oracle-Rechenzentrums für OpenAI ausgestiegen sei — wegen Bedenken über Oracles Schuldenlast. Weitere fünf Prozent Kursverlust folgten.
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Schulden als strukturelles Problem
Die Klage fällt in eine Phase, in der Oracles Bilanz die Dimension seiner KI-Ambitionen widerspiegelt. Die Gesamtverschuldung beläuft sich auf 108,1 Milliarden Dollar. Hinzu kommen außerbilanzielle Leasingverpflichtungen für Rechenzentren von 248 Milliarden Dollar. Moody's bewertet Oracle mit Baa2 — zwei Stufen über Ramschniveau und schlechter als Amazon, Alphabet, Meta und Microsoft. Die Investitionsausgaben sollen im laufenden Geschäftsjahr 2026 rund 50 Milliarden Dollar erreichen, der freie Cashflow dürfte dabei negativ bleiben.
Starke Zahlen, schwaches Vertrauen
Das operative Geschäft wächst unterdessen kräftig. Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 stiegen die verbleibenden Leistungsverpflichtungen auf 553 Milliarden Dollar — ein Plus von 325 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Umsatz kletterte auf 17,2 Milliarden Dollar, der Non-GAAP-Gewinn je Aktie um 21 Prozent auf 1,79 Dollar. Oracle hob sein Umsatzziel für das Geschäftsjahr 2027 auf 90 Milliarden Dollar an.
Bank of America hat die Aktie zuletzt mit einem Kursziel von 200 Dollar und der Einstufung "Buy" wiederaufgenommen, warnte aber ausdrücklich vor Ausführungsrisiken: Die Umwandlung des Auftragsbestands in tatsächliche Umsätze sei nicht garantiert, der Investitionszyklus für KI-Infrastruktur könnte Erträge weiter verzögern. Die Aktie notiert aktuell rund 34 Prozent unterhalb ihres 200-Tage-Durchschnitts — das Bild eines Titels, der trotz starker Fundamentaldaten unter erheblichem Vertrauensverlust leidet.
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