Oracle, Aktie

Oracle Aktie: NĂ€he zum 52-Wochen-Tief

Veröffentlicht: 16.07.2026 um 20:25 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Oracles Aktie fÀllt auf Jahrestief, wÀhrend hohe KI-Investitionen und eine gesenkte BonitÀt die Bilanz belasten.

Oracle Aktie: Kursrutsch trotz RekordauftrÀgen und Cloud-Boom
Eine abstrakte, atmosphĂ€rische Darstellung des Technologiesektors mit kĂŒhlen, gedĂ€mpften Tönen, die eine MarktschwĂ€che andeuten. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Damit nĂ€hert sich die Aktie ihrem 52-Wochen-Tief von 110,08 Euro vom 16. Juli 2026 bis auf 0,64 Prozent an. Der Relative-StĂ€rke-Index von 27,4 signalisiert eine ĂŒberverkaufte Aktie – ein deutlicher Kontrast zur Stimmung vom Vortag, als Kleinanleger nach eigenen Angaben von Stocktwits so optimistisch waren wie seit einem Monat nicht mehr.

Bilanzdruck durch die KI-Wette

Der Kursrutsch fĂ€llt in eine Phase, in der Investoren die Finanzierung von Oracles Cloud-Ausbau zunehmend kritisch beĂ€ugen. Im vierten Quartal des GeschĂ€ftsjahres 2026 gab der Konzern nach Angaben von AInvest 55,66 Milliarden US-Dollar fĂŒr Investitionen aus – bei einem operativen Cashflow, der laut TradingKey bei 31,977 Milliarden US-Dollar lag. Unterm Strich blieb ein negativer freier Cashflow von 23,686 Milliarden US-Dollar. FĂŒr das laufende GeschĂ€ftsjahr 2027 rechnet Oracle nach mehreren ĂŒbereinstimmenden Berichten mit Investitionen zwischen 90 und 95 Milliarden US-Dollar, wĂ€hrend der freie Cashflow laut Investing.com auf minus 42 Milliarden US-Dollar fallen könnte.

Die Ratingagentur S&P senkte Oracles BonitĂ€tsnote am 9. Juli 2026 von BBB auf BBB- mit stabilem Ausblick – nur noch eine Stufe ĂŒber dem Ramschbereich. TipRanks beziffert die Netto-Verschuldung fĂŒr Mai 2026 auf 124,9 Milliarden US-Dollar, nach zuvor 93,32 Milliarden US-Dollar. Andere Quellen wie AInvest nennen fĂŒr den jĂŒngsten Bilanzstichtag eine niedrigere Netto-Verschuldung von 97,6 Milliarden US-Dollar. Um die LĂŒcke zu schließen, plant Oracle laut mehreren Berichten, im GeschĂ€ftsjahr 2027 rund 40 Milliarden US-Dollar ĂŒber Fremd- und Eigenkapital aufzunehmen.

Rekordauftragsbestand mit Klumpenrisiko

Dem gegenĂŒber steht ein historisch großer Auftragsbestand. Die Restleistungsverpflichtungen (RPO) kletterten binnen neun Monaten von 455 Milliarden auf 638 Milliarden US-Dollar – ein Plus von 363 Prozent im Jahresvergleich, wie TradingKey berichtet. Allerdings entfallen laut TipRanks rund 300 Milliarden US-Dollar davon auf einen einzigen Kunden: OpenAI. Nur etwa 12 Prozent des Gesamtbestands sollen sich laut TradingKey innerhalb der kommenden zwölf Monate in tatsĂ€chlichen Umsatz verwandeln – ein Umstand, den AInvest als "Timing-Problem der Bilanz" bezeichnet, weil ein Großauftrag noch keine sofortige LiquiditĂ€t bedeutet.

Operativ zeigte Oracle zuletzt StĂ€rke: Der Umsatz im GeschĂ€ftsjahr 2026 stieg um 17 Prozent auf 67,4 Milliarden US-Dollar, die Cloud-Infrastruktur wuchs im vierten Quartal um 93 Prozent. Im Schlussquartal ĂŒbertraf der Gewinn je Aktie von 2,11 US-Dollar die KonsensschĂ€tzung von 1,96 US-Dollar, der Umsatz kletterte um 20,6 Prozent auf 19,18 Milliarden US-Dollar. FĂŒr das laufende Jahr stellt Oracle einen Gewinn je Aktie von 8,05 US-Dollar in Aussicht. Die vierteljĂ€hrliche Dividende bleibt bei 0,50 US-Dollar.

Anleihemarkt und Analysten uneins

Am Kreditmarkt spiegelt sich die Skepsis in steigenden RisikoaufschlĂ€gen. Laut Benzinga kletterten die FĂŒnfjahres-CDS-Spreads auf Oracle-Anleihen auf rund 75 Basispunkte, den höchsten Stand seit sieben Jahren – ohne Oracle liegen vergleichbare Spreads großer Technologiekonzerne bei etwa 49 Basispunkten, dem höchsten Niveau seit 2018. Der Investor Michael Burry bezeichnete den Boom der KI-Rechenzentren rund um Oracle, Nvidia und Amazon öffentlich als "Fantasie" und warnte vor einer nur vorĂŒbergehenden Nachfrage sowie Finanzierungsrisiken.

Trotz der Warnsignale bleibt die Wall Street mehrheitlich zuversichtlich: Von 43 erfassten Analysten empfehlen 37 die Aktie zum Kauf, nur einer rĂ€t zum Verkauf. Das durchschnittliche Kursziel liegt laut Stocktwits bei 251,85 US-Dollar. Die Vermögensverwaltung Wealthfront Advisers stockte ihre Oracle-Position im ersten Quartal 2026 um 3,0 Prozent auf 223.079 Aktien auf, wĂ€hrend Twin Capital Management im selben Zeitraum 5.071 Aktien abbaute. Oracle gilt laut Financial Times zudem als Favorit fĂŒr einen abgeschotteten Cloud-Auftrag der japanischen Regierung – ein möglicher Wachstumstreiber, der die aktuelle KursschwĂ€che allerdings bislang nicht auffangen konnte.

Anzeige

Oracle-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Oracle-Analyse vom 16. Juli liefert die Antwort:

Die neusten Oracle-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf fĂŒr Oracle-AktionĂ€re. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 16. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Oracle: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und MĂ€rkten ohne GewĂ€hr; Änderungen jederzeit möglich. BörsengeschĂ€fte können zu hohen Verlusten fĂŒhren. Unsere BeitrĂ€ge werden ganz oder teilweise automatisiert mit UnterstĂŒtzung von AI erstellt und geprĂŒft.

de | US68389X1054 | ORACLE | boerse | 69782205 |