Oracle, Aktie

Oracle Aktie: Rüstungsdeal trotz Warnsignalen

Veröffentlicht am: 24.07.2026 um 08:07 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Oracle erhält Pentagon-Auftrag über 7 Milliarden Dollar, während Ratingagenturen die hohe Schuldenlast des Konzerns kritisieren.

Oracle sichert sich Milliarden-Deal mit US-Verteidigungsministerium
Abstraktes Bild eines modernen Rechenzentrums mit blauer Beleuchtung als Symbol für Cloud-Infrastruktur und Technologie. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Ausgerechnet in der Woche, in der Ratingagenturen Oracles Schuldenlast kritisch beäugen, landet der Softwarekonzern einen der größten Regierungsaufträge seiner Geschichte. Das US-Verteidigungsministerium vergab einen Zehnjahresvertrag mit einem möglichen Gesamtvolumen von 6,99 Milliarden Dollar an Oracle. Die Aktie, die zuvor deutlich unter Druck geraten war, reagierte nachbörslich mit einem Kursplus von rund 2 Prozent.

Pentagon setzt auf Oracle-Software

Der Deal läuft unter der Enterprise Software Initiative des Verteidigungsministeriums und wurde ohne Ausschreibung direkt vergeben. Die Basisvereinbarung deckt die ersten fünf Jahre mit 3,31 Milliarden Dollar ab, optionale Verlängerungsjahre könnten das Volumen auf knapp 7 Milliarden Dollar treiben. Damit erhalten Verteidigungsbehörden, Geheimdienste und die Küstenwache einen standardisierten Zugang zu Oracles Cloud- und Softwareprodukten, ohne jeweils neue Vergabeverfahren durchlaufen zu müssen.

Oracle beliefert das Pentagon bereits seit den 1990er-Jahren. Ab dem Sommer 2026 sollen Behörden mit insgesamt mehr als 3,4 Millionen Mitarbeitenden schrittweise auf das neue Vertragsmodell umgestellt werden. Für Oracle bedeutet das vor allem eines: langfristig planbare Einnahmen aus einem Kunden, der nicht von Konjunkturzyklen oder Finanzierungsrunden abhängt — ein Kontrast zum größten Risiko im Auftragsbuch des Konzerns.

Der Preis des KI-Ausbaus

Denn während der Pentagon-Vertrag Stabilität verspricht, wächst an anderer Stelle die Nervosität. S&P Global hatte Oracles Kreditwürdigkeit in der ersten Juliwoche von "BBB" auf "BBB-" gesenkt und den Konzern damit nur eine Stufe über Ramschniveau eingestuft. Grund war unter anderem die massive Investitionswelle in KI-Rechenzentren: Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2026 steckte Oracle 55,7 Milliarden Dollar in seine Infrastruktur, der operative Cashflow wuchs mit 32,0 Milliarden Dollar deutlich langsamer mit. Der freie Cashflow rutschte dadurch auf minus 23,7 Milliarden Dollar.

Für das laufende Geschäftsjahr 2027 rechnet Oracle selbst mit Investitionen von rund 70 Milliarden Dollar, S&P geht sogar von bis zu 95 Milliarden Dollar aus. Um die Lücke zu schließen, hatte der Konzern im vergangenen Jahr bereits 43 Milliarden Dollar an neuen Schulden sowie 5 Milliarden Dollar an frischem Eigenkapital aufgenommen. Für das laufende Jahr sind weitere rund 40 Milliarden Dollar aus einer Mischung aus Fremd- und Eigenkapital geplant, darunter ein angekündigtes Kapitalprogramm über 20 Milliarden Dollar in Aktien.

Hinzu kommt die Kundenkonzentration: Der Auftragsbestand kletterte im vierten Quartal um 363 Prozent auf 638 Milliarden Dollar, rund die Hälfte davon entfällt auf einen einzigen Kunden — OpenAI. S&P bezeichnete diese Abhängigkeit als zentrales Bonitätsrisiko, schließlich hängt OpenAIs eigene Finanzkraft bis 2030 noch von weiteren externen Finanzierungsrunden ab.

Der nächste belastbare Datenpunkt folgt mit dem Bericht zum ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027. Er wird zeigen, ob sich die Investitionsausgaben näher an Oracles eigener Prognose oder an der höheren Einschätzung von S&P bewegen — und ob die geplante Kapitalaufnahme wie angekündigt greift.

Anzeige

Oracle-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Oracle-Analyse vom 24. Juli liefert die Antwort:

Die neusten Oracle-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Oracle-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 24. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Oracle: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.

de | US68389X1054 | ORACLE | boerse | 69858599 |