Original-Research: CEOTRONICS (von Montega AG): Kaufen
Veröffentlicht: 10.07.2026 um 10:16 Uhr, dpa.de
Original-Research: CEOTRONICS - von Montega AG
10.07.2026 / 10:16 CET/CEST
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der EQS Group.
Für den Inhalt der Mitteilung bzw. Research ist alleine der Herausgeber bzw.
Ersteller der Studie verantwortlich. Diese Meldung ist keine Anlageberatung
oder Aufforderung zum Abschluss bestimmter Börsengeschäfte.
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Einstufung von Montega AG zu CEOTRONICS
Unternehmen: CEOTRONICS
ISIN: DE0005407407
Anlass der Studie: Update
Empfehlung: Kaufen
seit: 10.07.2026
Kursziel: 17,00 EUR
Kursziel auf Sicht von: 12 Monaten
Letzte Ratingänderung: -
Analyst: Bastian Brach
Peer Group-Analyse: CEOTRONICS im internationalen Wettbewerb
Mit dem Börsengang von Savox existiert neben INVISIO erstmals eine breitere
börsennotierte Peer Group für Anbieter taktischer Kommunikationssysteme. Der
Vergleich ist insbesondere vor dem Hintergrund steigender europäischer
Verteidigungsausgaben relevant. Gleichzeitig hat sich die Bewertung vieler
Defence-Unternehmen nach der starken Rallye der vergangenen Jahre zuletzt
wieder etwas normalisiert. Wir vergleichen CEOTRONICS nachfolgend auf der
Produkt-, Auftrags- und Finanzebene mit INVISIO und Savox.
Produkt: Unterschiedliche Philosophien statt klarer technischer
Überlegenheit
Der Wettbewerb zwischen CEOTRONICS, INVISIO und Savox konzentriert sich im
Kern auf PTT-Systeme (Push-to-Talk) bzw. Control Units, also die zentrale
Bedien- und Kommunikationsschnittstelle der Soldaten. Während alle drei
Anbieter moderne Kommunikationslösungen anbieten, verfolgen sie
unterschiedliche Produktphilosophien.
CEOTRONICS positioniert sich klar über die einfache Bedienbarkeit. Große
Tasten und Regler sollen eine intuitive Bedienung mit Handschuhen, bei Nacht
und unter Stressermöglichen. Die Systeme integrieren analoge, digitale,
hybride und LTE-Funksysteme sowie Intercom-Anlagen in einer Plattform. Zudem
verfolgt CEOTRONICS einen offenen Ansatz, sodass sowohl Headsets als auch
Funkgeräte und Hubs anderer Hersteller eingebunden werden können. Ein
weiterer Unterschied zur Peer Group ist die größere Portfolio-Breite. Neben
Headsets und Control Units bietet CEOTRONICS auch digitale Teamfunkgeräte
(auch als mobile Interkom), Lärmschutzhelme sowie Video- und
Übertragungssysteme an.
INVISIO setzt auf kompaktere Geräte, die auch für tiefere Tauchgänge
ausgelegt sind, was insbesondere maritime Spezialeinheiten adressiert. Der
Nachteil aus unserer Sicht ist, dass die kleineren Gehäuse auch kleinere
Bedientasten mit teilweise mehrfach belegten Funktionen erfordern.
Strategisch verfolgt INVISIO zudem ein stärker vertikal integriertes
Ökosystem aus eigenen Headsets, Hubs und Control Units, was für INVISIO zwar
attraktiv ist, die Wahlfreiheit der Kunden jedoch einschränken kann.
Savox gilt im Markt als preislich attraktiver Anbieter und ist historisch
besonders stark bei Feuerwehr- und Fahrzeugkommunikationslösungen sowie im
finnischen Militär-Business. Das Unternehmen verfolgt mit seiner
TRICS-Plattform einen modularen Ansatz für militärische
Kommunikationssysteme. Ähnlich wie CEOTRONICS ermöglichen die Control Units
die Anbindung mehrerer Funkgeräte sowie verschiedener Intercom- und
Audiosysteme. Im Unterschied zu CEOTRONICS steht bei Savox jedoch weniger
die intuitive Bedienbarkeit im Vordergrund als vielmehr die Modularität und
Systemintegration.
Aufträge: CEOTRONICS etabliert sich durch jüngste Auftragsgewinnezunehmend
als europäischer Anbieter
Während sich die Produktportfolios der drei Unternehmen in vielen Bereichen
überschneiden, zeigen sich auf der Auftragsebene deutliche Unterschiede
hinsichtlich Kundenstruktur, regionaler Ausrichtung und Visibilität der
künftigen Geschäftsentwicklung.
CEOTRONICS hat sich mit dem Gewinn des SmG-Rahmenvertrags der Bundeswehr (im
Wettbewerb mit der hier betrachteten Peer Group) als einer der führenden
europäischen Anbieter taktischer Kommunikationssysteme etabliert. Nach dem
erfolgreichen Abschluss der ersten drei Abrufe wurden bislang insgesamt
110.000 Systeme bestellt. Der zuletzt erteilte dritte Losabruf im Volumen
von rund 47 Mio. EUR wird nach aktueller Planung überwiegend in den
Geschäftsjahren 2026/27 und 2027/28 ausgeliefert und sorgt damit für eine
sehr hohe Umsatzvisibilität. Darüber hinaus gelang es dem Unternehmen in den
vergangenen Quartalen, mehrere Großaufträge europäischer Streitkräfte zu
gewinnen, darunter Aufträge über 13,5 Mio. EUR sowie zuletzt rund 12,5 Mio.
EUR. Diese bestätigen aus unserer Sicht, dass sich CEOTRONICS zunehmend auch
außerhalb Deutschlands als relevanter Anbieter positioniert. Gleichzeitig
dürfte der SmG-Rahmenvertrag bis 2030 weiteres Potenzial bieten. Nachdem
dritten Abruf wurden bislang 110.000 der maximal 191.000 Systeme bestellt,
sodass ein vierter und fünfter Abruf aus heutiger Sicht wahrscheinlich
erscheint.
INVISIO verfügt über die international breiteste Kundenbasis der Peer Group.
Zu den wichtigsten Endkunden zählen unter anderem die US Army sowie
zahlreiche NATO-Streitkräfte in Europa (u.a. UK, Niederlande, Irland,
Dänemark). Durch mehrere parallel laufende Programme mit unterschiedlichen
Laufzeiten und Regionen entsteht dadurch eine hohe geografische
Diversifikation. Der Auftragsbestand wird regelmäßig durch Folgeabrufe
bestehender Rahmenverträge sowie Neuvergaben internationaler Ausschreibungen
gestützt.
Savox adressiert ebenfalls Streitkräfte zahlreicher NATO-Mitgliedstaaten
sowie Behördenorganisationen und Fahrzeughersteller. Hauptkunde ist hierbei
die finnische Armee, der Anteil der Umsätze innerhalb des Heimatmarkts liegt
bei ungefähr der Hälfte. Der Fokus liegt dabei häufig auf integrierten
Kommunikationslösungen für Fahrzeuge, Sicherheitsbehörden und
Spezialanwendungen. Durch den Börsengangverfolgt das Unternehmen das Ziel,
seine internationale Marktposition insbesondere im Verteidigungsbereich
weiter auszubauen und künftig verstärkt an großvolumigen europäischen
Beschaffungsprogrammen zu partizipieren. Jüngst konnte Savox zudem einen
Auftrag über 8.000 Einheiten aus der Asien-Pazifik-Region für sich gewinnen.
Finanzen: CEOTRONICS weist trotz operativer Fortschritte weiterhin
Bewertungsabschlag auf
Die finanzielle Entwicklung der drei Unternehmen verdeutlicht die
unterschiedlichen Reifegrade der Geschäftsmodelle. Während INVISIO als
etablierter internationaler Anbieter bereits seit Jahren hohe Margen und
stabile Cashflows erzielt, befindet sich CEOTRONICS infolge des SmG-Ramp-Ups
derzeit in einer Phase beschleunigten Wachstums. Savox wiederum steht nach
dem Börsengang noch am Beginn seiner Kapitalmarktgeschichte.
[Tabelle]
Die Bewertung spiegelt diese operative Entwicklung aus unserer Sicht bislang
nur teilweise wider. INVISIO wird aufgrund seiner internationalen
Marktstellung und hohen Profitabilität traditionell mit einem deutlichen
Premium gehandelt. Auch Savox erreichte im Zuge des Börsengangs eine
ambitionierte Bewertung, die sich in den kommenden Monaten erst noch
beweisen muss. CEOTRONICS notiert hingegen trotz der strukturell
verbesserten Wachstumsperspektiven und der außergewöhnlich hohen Visibilität
aus dem SmG-Rahmenvertrag weiterhin mit einem deutlichen Abschlag gegenüber
beiden internationalen Wettbewerbern. So wird CEOTRONICS aktuell lediglich
mit einem EV/EBIT von 9,0 bewertet, während INVISIO (31,3) und Savox (32,2)
jeweils ein knapp viermal höheres Bewertungsniveau erreichen. Zwar
existieren aus unserer Sicht nachvollziehbare Gründe für einen
Bewertungsabschlag, insbesondere die Notierung im Börsensegment Basic Board,
die vergleichsweise geringe Handelsliquidität sowie die kleinere
internationale Investorenbasis. Das Ausmaß dieser Differenz erscheint uns
jedoch deutlich überzogen. Insbesondere vor dem Hintergrund einer inzwischen
zweistelligen EBIT-Marge, eines Rekordauftragsbestands und der hohen
Ergebnisvisibilität sehen wir die aktuelle Bewertungsdiskrepanz als
fundamental nichtgerechtfertigt an.
Fazit
Der Vergleich mit INVISIO und Savox zeigt, dass CEOTRONICS heute in einer
anderen Wettbewerbsposition steht als noch vor wenigen Jahren. Auf
Produktebene verfolgt das Unternehmen mit seiner konsequent auf
Bedienbarkeit ausgelegten Produktphilosophie einen klar differenzierten
Ansatz, der sich insbesondere bei großvolumigen Beschaffungsprogrammen
regulärer Streitkräfte als Wettbewerbsvorteil erwiesen hat. Die Offenheit
der Plattform gegenüber unterschiedlichen Funkgeräten, Hubs und Headsets
erweitert dabei die Einsatzmöglichkeiten zusätzlich. Auf Auftragsebene hat
sich CEOTRONICS mit dem SmG-Rahmenvertrag sowie weiteren europäischen
Großaufträgen als relevanter Anbieter innerhalb Europas etabliert. Der hohe
Auftragsbestand und die Wahrscheinlichkeit weiterer Abrufe aus dem
bestehenden Rahmenvertrag schaffen eine Visibilität, die innerhalb der Peer
Group einzigartig ist.
Auch auf finanzieller Ebene hat CEOTRONICS in den vergangenen beiden
Geschäftsjahren erhebliche Fortschritte erzielt. Umsatz, Profitabilität und
Cash-Generierung liegen inzwischen deutlich über dem historischen Niveau.
Trotz dieser operativen Transformation bewertet der Kapitalmarkt das
Unternehmen weiterhin mit einem spürbaren Abschlag gegenüber den
internationalen Wettbewerbern. Sollte es CEOTRONICS gelingen, den Anteil
internationaler Aufträge weiter auszubauen und die operative
Margenentwicklung fortzusetzen, sehen wir Potenzial für eine weitere
Annäherung an die Bewertungsmultiplikatoren der internationalen Peer Group
und damit erhebliches weiteres Kurspotenzial in der Aktie. Wir bekräftigen
unsere Kaufempfehlung und unser Kursziel bei 17,00 EUR.
+++ Diese Meldung ist keine Anlageberatung oder Aufforderung zum Abschluss
bestimmter Börsengeschäfte. Bitte lesen Sie unseren RISIKOHINWEIS /
HAFTUNGSAUSSCHLUSS unter http://www.montega.de +++
Über Montega:
Die Montega AG ist eine innovative Investment-Banking-Boutique mit klarem
Fokus auf den Mittelstand und agiert als Plattformanbieter für den Austausch
zwischen börsennotierten Unternehmen und institutionellen Investoren.
Montega erstellt hochwertiges Equity Research, veranstaltet vielfältige
Kapitalmarktevents im In- und Ausland und bietet eine umfassende
Unterstützung bei Eigen- und Fremdkapitalfinanzierungen. Die Mission:
Emittenten und Investoren zusammenbringen und für Transparenz im
Börsenumfeld sorgen. Dabei konzentriert sich Montega auf jene
Marktteilnehmer, deren Sprache die Mittelstandsexperten am besten
beherrschen: Small- und MidCaps auf der einen sowie Vermögensverwalter,
Family Offices und Investment-Boutiquen mit einem Anlagefokus im
Nebenwertebereich auf der anderen Seite.
Die vollständige Analyse können Sie hier downloaden:
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