Ostdeutsche MinisterprÀsidenten dringen auf niedrigere Strompreise
Veröffentlicht am: 03.09.2026 um 16:57 Uhr | dpa, AD HOC NEWS"Die Strompreise sind weiter zu hoch und mĂŒssen endlich sinken", mahnt Brandenburgs Regierungschef Dietmar Woidke (SPD). Klimaschutz bleibe wichtig, ergĂ€nzt sein sĂ€chsischer Amtskollege Michael Kretschmer (CDU). Aber auch die Kosten fĂŒr den Umbau der Wirtschaft und die WettbewerbsfĂ€higkeit mĂŒssten im Blick behalten werden.
Eine Analyse des Vergleichsportals Verivox hatte jĂŒngst ergeben, dass Strom im Vergleich der G20-Gruppe fĂŒhrender Industrie- und SchwellenlĂ€nder in Deutschland am teuersten ist. Koste die Kilowattstunde Strom hierzulande 35,6 Cent fĂŒr private Haushalte, seien es im Durchschnitt der G20-Staaten nur 16,3 Cent. Wesentlicher Treiber sind den Angaben nach Steuern und Abgaben, die mehr als 60 Prozent des Strompreises ausmachen.
Erneuerbare Energien mĂŒssten stĂ€rker dort verbraucht werden, wo sie erzeugt werden, betont Woidke. Dazu brauche es mehr Netz- und Speicherinfrastruktur. Auch Sachsen-Anhalts MinisterprĂ€sident Sven Schulze (CDU) dringt auf einen zĂŒgigeren Netzausbau. Es sei niemandem geholfen, wenn Strom wegen fehlender NetzkapazitĂ€ten nicht eingespeist werden könne.
"Gewinner der Energiewende ist fĂŒr mich nicht automatisch derjenige, der besonders viel erneuerbare Energie produziert", konstatiert Schulze. Entscheidend sei, ob daraus auch neue Industrie, Innovationen und gute ArbeitsplĂ€tze entstĂŒnden.
Kretschmer fordert Kurswechsel beim Ausbau der Windenergie
Derweil fordert Kretschmer einen Kurswechsel beim Ausbau der Windenergie. Statt Kommunen und LĂ€ndern vorzuschreiben, wie viel Prozent ihrer FlĂ€che sie fĂŒr WindrĂ€der ausweisen mĂŒssen, sollte es um den tatsĂ€chlichen Energieertrag gehen. "Wenn Klimaziele und der Bedarf an erneuerbaren Energien auch mit weniger FlĂ€chen, dafĂŒr aber mit effizienteren oder moderneren Anlagen erreicht werden können, sollte dies PrioritĂ€t haben."
Die Regierungschefs Ă€uĂerten sich mit Blick auf das Ostdeutsche Energieforum. Es steht unter dem Titel "Sicherheit in unsicheren Zeiten" und findet am 30. September und 1. Oktober in Leipzig statt.
