Ottobock Aktie: Konter gegen Grizzly
20.05.2026 - 08:49:49 | boerse-global.deDer Angriff kam ohne Vorwarnung. Der amerikanische Leerverkäufer Grizzly Research veröffentlichte einen kritischen Bericht über Ottobock — und schickte die SDAX-Aktie zeitweise um mehr als zwölf Prozent in den Keller. Einen Tag später schlägt das Management zurück.
Vorwürfe, die Ottobock als haltlos bezeichnet
Ottobock weist sämtliche Behauptungen aus dem Grizzly-Bericht als irreführend und verleumderisch zurück. Besonders scharf fällt die Reaktion auf den Vorwurf aus, das Russlandgeschäft mache rund 35 Prozent des Nettogewinns aus und das Unternehmen unterstütze damit russische Kriegsführung. Diese Berechnung basiere auf falschen Kennzahlen und sei schlicht nicht haltbar. Das Russlandgeschäft sei ausschließlich auf die zivile Patientenversorgung ausgerichtet, ohne Verträge mit Militär oder militärnahen Institutionen.
Auch die weiteren zentralen Angriffspunkte weist Ottobock zurück: Die kritisierten Bilanzierungsmethoden — etwa bei aktivierten Entwicklungskosten — entsprächen den zwingenden Vorgaben des internationalen Rechnungslegungsstandards IAS 38 und wurden von KPMG uneingeschränkt testiert. Die Aufspaltung in Core- und Non-Core-Segmente diene der Transparenz während der laufenden Portfolio-Bereinigung, nicht ihrer Verschleierung. Und die Unternehmensstruktur als SE & Co. KGaA sei kein Sonderfall, sondern eine an deutschen Kapitalmärkten etablierte Form — genutzt auch von Fresenius und Hella.
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Rechtliche Schritte und ein bemerkenswertes Timing
Was den Fall besonders pikant macht: Der Grizzly-Bericht erschien am selben Tag wie Ottobocks erste ordentliche Hauptversammlung nach dem Börsengang im Oktober 2025. CEO Oliver Jakobi musste die Vorwürfe direkt vor den versammelten Aktionären kommentieren — eine ungewöhnliche Situation für ein Unternehmen, das eigentlich ein starkes Geschäftsjahr feiern wollte.
Denn die Zahlen für 2025 können sich sehen lassen: Das Kerngeschäft wuchs um 11,7 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro Umsatz, das bereinigte Konzernergebnis lag bei 177,3 Millionen Euro — ein Rekord. Die Hauptversammlung beschloss entsprechend eine Dividende von 0,97 Euro je Aktie, was einer Ausschüttungsquote von 35 Prozent entspricht.
Ottobock hat externe Rechtsexperten mandatiert und prüft eine Meldung an die BaFin wegen des Verdachts auf Marktmanipulation. Grizzly Research hatte vor der Veröffentlichung keinen Kontakt zum Unternehmen aufgenommen — und hat nach eigenen Angaben Leerverkaufspositionen in der Ottobock-Aktie. Das wirtschaftliche Eigeninteresse an fallenden Kursen liegt damit offen auf dem Tisch.
Ob die juristische Gegenwehr die Aktie stabilisieren kann, hängt nun davon ab, wie überzeugend das Management die aufgeworfenen Fragen in den kommenden Wochen ausräumt. Der Kurseinbruch von über zwölf Prozent zeigt, dass der Markt zunächst auf Nummer sicher geht.
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