PayPal, Aktie

PayPal Aktie: Stripe-Offer am 20. Juli abgelehnt

Veröffentlicht am: 28.07.2026 um 15:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de

PayPal wehrt 53-Mrd.-Angebot von Stripe ab und muss nun mit Quartalszahlen den eigenen Sanierungskurs belegen.

PayPal Quartalszahlen: Turnaround-Strategie nach abgelehnter Übernahme
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PayPal hat in den vergangenen Wochen zwei Baustellen gleichzeitig zu bewältigen: eine abgewehrte Milliarden-Übernahme und den Nachweis, dass der eigene Turnaround-Kurs tatsächlich trägt. Heute vor US-Marktöffnung legt der Zahlungsdienstleister seine Zahlen zum zweiten Quartal 2026 vor, die Telefonkonferenz mit Analysten ist für 8:00 Uhr US-Ostküstenzeit angesetzt. Damit rückt ein Ereignis in den Fokus, das die Aktie schon im Vorfeld kräftig bewegt hat.

Vorstand lehnt Stripe-Advent-Angebot ab

Am 20. Juli hatte der Vorstand ein Übernahmeangebot der Zahlungsplattform Stripe und des Finanzinvestors Advent International zurückgewiesen. Die Bieter hatten 60,50 US-Dollar je Aktie geboten, ein Aufschlag von 28 Prozent und in Summe rund 53 Milliarden US-Dollar. Der Vorstand entschied sich damit gegen einen Verkauf und für die eigene Wachstumsstrategie unter dem neuen Vorstandschef Enrique Lores, der das Unternehmen seit fünf Monaten führt. Laut Forbes steht Lores nun unter Druck, den Beweis anzutreten, dass die Ablehnung richtig war – schließlich notiert die Aktie noch immer rund 90 Prozent unter ihrem Hoch aus dem Jahr 2021. Als werthaltige Bausteine der künftigen Strategie gelten der Bezahldienst Venmo sowie der Stablecoin PYUSD.

Die Marktreaktion auf den Übernahmepoker fiel deutlich aus: Nach Bekanntwerden des Gebots zog die Aktie an der Nasdaq um rund 19 Prozent an, binnen eines Monats summierte sich die Rally auf etwa 27 Prozent. Im deutschen Handel spiegelt sich diese Dynamik in den Kursdaten der vergangenen 30 Tage wider, die ein Plus von 26,08 Prozent ausweisen.

Konsens erwartet moderates Wachstum

Für das zweite Quartal rechnen 37 Analysten im Konsens mit einem Gewinn je Aktie von 1,28 US-Dollar, nach 1,34 US-Dollar im ersten Quartal und 1,29 US-Dollar im Vorjahresquartal. Beim Umsatz gehen 35 Analysten von rund 8,47 Milliarden US-Dollar aus, ein Plus von 1,38 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Für das Gesamtjahr 2026 liegt die Konsensschätzung von 43 Analysten bei einem Gewinn je Aktie von 5,31 US-Dollar und einem Umsatz von 34,35 Milliarden US-Dollar. Nach Einschätzung von Marktbeobachtern dürfte der Umsatz zwar von einem höheren Zahlungsvolumen profitieren, die Profitabilität aber unter niedrigeren Margen leiden. Als Belastungsfaktoren gelten Marktanteilsverluste an Apple Pay und Shop Pay, ein schwacher deutscher Konsum sowie rückläufige Reiseausgaben in Europa. Die Bank Citi verweist zugleich darauf, dass sich das Volumen im margenstarken Branded-Checkout-Geschäft stabilisiert und im ersten Quartal 2026 bereits wieder um rund 2 Prozent zugelegt habe.

Analysten zwischen Skepsis und Chance

Die Meinungen der Analysten gehen auseinander. Truist stufte die Aktie von Verkaufen auf Halten hoch und begründete dies mit der Ernsthaftigkeit des Stripe-Gebots und möglichen Synergien. Clear Street initiierte die Bewertung mit Halten und einem Kursziel von 61 US-Dollar und sieht das Unternehmen an einem „strategischen Scheideweg“ mit verborgenem Wert. Insgesamt bleibt der Analystenkonsens jedoch vorsichtig: Von 25 erfassten Häusern raten 21 zu Halten, nur zwei zu Kaufen und zwei zu Verkaufen, bei einem durchschnittlichen Kursziel von 50,80 US-Dollar – ein Abschlag von rund 9,4 Prozent gegenüber dem damaligen Kursniveau. Auf der Eigentümerseite zeigte sich zuletzt ein gemischtes Bild: Institutionelle Investoren wie Weiss Asset Management stockten ihre Positionen im ersten Quartal spürbar auf, während Insider in den vergangenen Monaten per saldo Aktien verkauften.

Der heutige Handelstag zeigt bereits erste Nervosität: Die Aktie notiert aktuell bei 48,97 Euro und gibt damit um 0,57 Prozent nach. Nach der kräftigen Rally der Vorwochen dürfte der Bericht zeigen, ob PayPal die in ihn gesetzten Erwartungen an eine eigenständige Zukunft auch operativ untermauern kann.

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