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PayPal Aktie: Stripe und Advent greifen an

Veröffentlicht am: 25.07.2026 um 11:57 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Trotz abgelehntem 53-Milliarden-Angebot von Stripe und Advent treibt die Übernahmefantasie den PayPal-Kurs. Analysten sehen Luft nach oben.

PayPal im Übernahmepoker: Stripe und Advent bieten 53 Milliarden
Abstraktes, professionelles Bild eines digitalen Finanzökosystems mit fließenden Datenströmen und moderner Beleuchtung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

PayPal war einst der unangefochtene Pionier der digitalen Wallets. Über weite Strecken des vergangenen Jahres kämpfte der Konzern jedoch mit seiner eigenen Positionierung. Jetzt hat sich das Blatt gedreht: Aus dem einstigen Fintech-Angreifer ist binnen weniger Wochen ein hochkarätiges Übernahmeziel geworden.

Stripe und Advent greifen an

Der Auslöser der jüngsten Kursbewegung ist ein Übernahmeangebot über 53 Milliarden Dollar. Stripe hat sich mit dem Private-Equity-Haus Advent International zusammengetan und bietet 60,50 Dollar je Aktie für PayPal. Der PayPal-Vorstand lehnt das Angebot bislang ab. Er hält es für "fundamental und wesentlich" zu niedrig.

Genau diese Ablehnung befeuert die Spekulation. Die Investmentbank Truist Securities hat ihre Einstufung von "Sell" auf "Hold" angehoben und begründet den Schritt mit dem Übernahmeinteresse, das man für "real" hält. Bemerkenswert: Stripe verhandelt Berichten zufolge parallel über eine Übernahme des KI-Start-ups OpenRouter für rund 10 Milliarden Dollar. Der jüngere Wettbewerber befindet sich offenbar in einer aggressiven Expansionsphase — und PayPal steht dabei ganz oben auf der Einkaufsliste.

Das wirft eine Frage auf, die weit über den aktuellen Preis hinausgeht: Geht es Stripe wirklich nur um Marktanteile, oder baut sich hier ein Zahlungsdienstleister auf, der binnen kürzester Zeit gleich zwei Wettbewerbsfelder — Payments und KI-Infrastruktur — gleichzeitig besetzen will?

Ein Kurs, der die Fantasie schon eingepreist hat

Die Aktie schloss am Freitag bei 49,35 Euro, nur leicht über dem Vortagesniveau. Der eigentliche Sprung liegt weiter zurück: Innerhalb von 30 Tagen hat sich der Kurs um knapp 32 Prozent nach oben bewegt, weg vom Jahrestief bei 32,42 Euro aus dem Februar.

Diese Geschwindigkeit hat ihren Preis. Der 14-Tage-RSI steht bei 76,3 — ein Wert, der klassisch als überkauft gilt. Die Rally wirkt damit stark von der Übernahmefantasie getrieben, weniger von operativer Substanz.

Zur Einordnung: Trotz des jüngsten Anstiegs notiert PayPal noch immer gut 30 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 70,78 Euro aus dem vergangenen Oktober. Der aktuelle Kurs ist also eher eine Erholung von sehr niedrigem Niveau als ein neuer Höhenflug.

Q2-Zahlen als erster echter Test

Am 28. Juli legt PayPal seine Quartalszahlen vor — der erste große Termin, seit die Übernahmespekulation ihren Höhepunkt erreicht hat. Das Management muss zeigen, dass die interne Neuausrichtung in drei separate Geschäftseinheiten samt stärkerem Venmo-Fokus greift.

Der durchschnittliche Kursziel-Konsens der Analysten liegt bei 46,32 Euro und damit gut 6 Prozent unter dem Freitagsschluss. Diese Lücke ist aufschlussreich. Sie zeigt: Einige Analysten trauen der Aktie diesen Kurs nur zu, solange die Übernahmefantasie lebt — nicht als eigenständigen fundamentalen Wert.

Mit einer Marktkapitalisierung von gut 43 Milliarden Euro ist PayPal weit von seiner einstigen Bewertung von rund 360 Milliarden Dollar im Jahr 2021 entfernt. Was bleibt, ist die schiere Größe der Nutzerbasis: über 400 Millionen aktive Konten, ein Vermögenswert, den kaum ein Wettbewerber ignorieren kann, der die nächste Ära des digitalen Zahlungsverkehrs mitgestalten will.

Ob die Ablehnung des 60,50-Dollar-Angebots das letzte Wort des Vorstands ist oder nur die Eröffnung eines Bieterwettstreits, entscheidet sich in den kommenden Wochen. Die Quartalszahlen am 28. Juli dürften dabei zeigen, ob PayPal operativ genug Substanz liefert, um aus einer Position der Stärke zu verhandeln — oder ob der Konzern am Ende zu dem Preis verkauft, den Stripe gerade auf den Tisch gelegt hat.

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