PayPal, Venmo

PayPal öffnet Venmo für weltweite Transfers

24.03.2026 - 08:52:57 | boerse-global.de

PayPal öffnet seinen US-Dienst Venmo für internationale Transfers in 90 Länder und bringt seinen Stablecoin PYUSD in 70 Märkte. Die Strategie zielt auf den milliardenschweren globalen Überweisungsmarkt.

PayPal öffnet Venmo für weltweite Transfers - Foto: über boerse-global.de
PayPal öffnet Venmo für weltweite Transfers - Foto: über boerse-global.de

PayPal schafft eine globale Bezahlbrücke: Nutzer des US-Dienstes Venmo können erstmals Geld in 90 Länder senden. Parallel expandiert der hauseigene Stablecoin PYUSD in 70 Märkte. Die Strategie zielt auf den milliardenschweren Überweisungsmarkt.

Venmo bricht aus den USA aus

Der beliebte US-Zahlungsdienst Venmo verliert seine nationalen Fesseln. Ab sofort können seine Nutzer Geld nicht mehr nur untereinander in den USA transferieren, sondern auch an PayPal-Konten in 90 Ländern weltweit. Diese technische Integration der beiden Netzwerke beseitigt eine lange bestehende Schwachstelle. Bislang war Venmo, besonders bei jüngeren Nutzern für seinen sozialen Ansatz bekannt, ein rein US-amerikanisches Phänomen.

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Die Nachfrage nach dieser Funktion war laut PayPal enorm: Mehr als die Hälfte der befragten Venmo-Nutzer gab an, den Dienst für Auslandsüberweisungen zu nutzen, wenn er verfügbar wäre. „Unser Ziel ist es, Zahlungen zwischen den Plattformen völlig nahtlos zu machen – unabhängig von geografischen Grenzen“, erklärt Diego Scotti, General Manager von PayPals Verbrauchersparte. Als Anreiz für die Einführungsphase fallen die internationalen Transfergebühren für Venmo-Nutzer bis Ende August 2026 weg.

Mit diesem Schritt greift PayPal den globalen Überweisungsmarkt an, der traditionell von Banken und Spezialanbietern wie Western Union dominiert wird. Indem das Unternehmen seine beiden riesigen Nutzerbasen – insgesamt fast 440 Millionen aktive Konten – verbindet, erhöht es die Liquidität und den Nutzen seines gesamten Netzwerks erheblich.

Stablecoin PYUSD geht in die Offensive

Flankiert wird die Venmo-Öffnung von einer massiven Expansion des PayPal-eigenen Stablecoins PYUSD. Der an den US-Dollar gebundene digitale Token ist seit Mitte März 2026 in 70 Ländern verfügbar, nachdem er zuvor nur in den USA und Großbritannien nutzbar war. Zielregionen sind unter anderem Asien-Pazifik, Europa und Lateinamerika, wo die Nachfrage nach stabilen, dollar-denominierten Assets aufgrund lokaler Währungsschwankungen oft hoch ist.

Nutzer in diesen Märkten können PYUSD nun direkt in ihrem PayPal-Konto kaufen, halten, senden und empfangen. Besonders bedeutsam: Die digitalen Dollars können auch an externe Wallets Dritter gesendet werden. Diese Brückenfunktion zwischen dem regulierten PayPal-Ökosystem und der Welt der dezentralen Finanzen (DeFi) ist ein strategischer Coup.

Die finanzielle Wirkung ist bereits sichtbar. Die im Umlauf befindliche Menge an PYUSD hat die Marke von 4,3 Milliarden US-Dollar überschritten – eine Vervierfachung innerhalb von acht Monaten. Damit gehört PYUSD nun zu den zehn größten Stablecoins weltweit. Für Händler liegt der Vorteil in der Abwicklungsgeschwindigkeit: Bei Zahlungen mit PYUSD erhalten sie ihr Geld in Minuten, nicht in Tagen oder Wochen wie bei traditionellen grenzüberschreitenden Banktransfers.

Die Technologie hinter „PayPal World“

Die jüngsten Ankündigungen sind das Ergebnis einer technologischen Roadmap, die 2025 mit der Plattform „PayPal World“ begann. Diese Infrastruktur soll verschiedene digitale Zahlungssysteme und Wallets in ein einziges, interoperables Netzwerk vereinen. Ein Schlüsselelement ist die Funktion „PayPal Links“, die nun international expandiert. Sie erlaubt es Nutzern, personalisierte, einmalige Zahlungslinks zu erstellen, die sie per Nachricht, E-Mail oder Social Media teilen können. Geld folgt so dem Gespräch.

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Das Unternehmen betont zudem vereinfachte Steuerkompliance und Sicherheit. Private Transfers zwischen Freunden und Familie über die neuen Kanäle bleiben von speziellen Meldepflichten befreit, was informelle Rückzahlungen und Geschenke diskret hält. Dieser Fokus auf Nutzererfahrung soll die Hürde senken für alle, die internationale Transfers bisher als zu komplex oder teuer empfanden.

Kampf um den globalen Zahlungsverkehr

PayPals Offensive kommt in einem hoch kompetitiven Umfeld. Traditionelle Überweisungsriesen und Fintech-Startups buhlen gleichermaßen um den globalen Remittance-Markt, der ein Volumen von rund 700 Milliarden US-Dollar hat. PayPal setzt dabei auf Vertrauen und etablierte Regulierung als „gesicherten Zugang“ zur digitalen Finanzwelt.

Der Konzern verfolgt eine Strategie der eingebetteten Nutzung. Kryptowährungen und Auslandsüberweisungen werden nicht als isolierte Produkte behandelt, sondern in die täglichen Transaktionsgewohnheiten der Millionen Nutzer integriert. Allein Venmo verzeichnete im vierten Quartal 2025 ein Zahlungsvolumen von 85 Milliarden US-Dollar. Dieses Volumen für internationale Ströme zu nutzen, könnte ein eigenes, globales Zahlungssystem im geschlossenen Kreislauf schaffen.

Die Expansion ist jedoch mit regulatorischen Herausforderungen verbunden. PayPal begegnet diesen, indem es PYUSD als voll reguliertes Asset positioniert, das 1:1 durch US-Dollar-Einlagen und Staatsanleihen gedeckt und von der lizenzierten Paxos Trust Company ausgegeben wird.

Was kommt als Nächstes?

Für das restliche Jahr 2026 plant PayPal weitere Integrationen. Kryptowährungen wie Bitcoin oder Ethereum sollen direkt in den standardmäßigen P2P-Zahlungsfluss eingebaut werden. Zudem soll die Venmo-Funktion „Pay with Venmo“ noch 2026 für internationale Händler verfügbar gemacht werden. Ein Nutzer in New York könnte dann ein kleines Geschäft in Singapur direkt über die Venmo-App bezahlen.

Gelingt dieser globale Vorstoß, könnte die Unterscheidung zwischen inländischen und internationalen Zahlungen zunehmend verschwimmen – verbunden mit einem deutlichen Rückgang der weltweiten Transfergebühren. Der weitere Erfolg hängt maßgeblich von der Akzeptanz in Schwellenländern und der Stabilität des PYUSD-Ökosystems ab. Die Integration von Venmo und die globale Reichweite von PYUSD markieren jedoch bereits jetzt einen Wendepunkt: Aus einst lokal begrenzten Tools werden globale Finanzinstrumente.

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