Pensana Aktie: 52-Wochen-Tief bei 0,69 Euro
Veröffentlicht am: 24.07.2026 um 15:19 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Aktienkurs von Pensana ist auf ein neues Jahrestief gefallen und setzt damit eine deutliche Abwärtsbewegung der vergangenen Monate fort. Hintergrund der trüben Stimmung unter den Anlegern ist die endgültige Abkehr von den ambitionierten Plänen für eine Verarbeitungsanlage für Seltene Erden im britischen Hull. Während das Unternehmen ursprünglich eine Schlüsselrolle in der britischen Lieferkette für grüne Technologien einnehmen wollte, verschiebt sich der strategische Fokus nun zunehmend in Richtung USA und auf das Bergbauprojekt Longonjo in Angola.
Scheitern der Raffinerie-Pläne in Saltend
Berichten von Hull Live zufolge hat Pensana das Vorhaben, eine Raffinerie für Seltene Erden im Chemiepark Saltend bei Hull zu errichten, aufgegeben. Das Projekt war im Jahr 2020 mit großen Erwartungen angekündigt worden: Es sah eine Investitionssumme von rund 250 Millionen US-Dollar und die Schaffung von 125 Arbeitsplätzen vor. Mit einer geplanten Jahresproduktion von 12.500 Tonnen sollte die Anlage etwa fünf Prozent des weltweiten Bedarfs decken. Noch im Jahr 2022 hatte der damalige Wirtschaftsminister Kwasi Kwarteng an der Grundsteinlegung teilgenommen und das Projekt als wegweisend für die britische Industrie gewürdigt.
Ausschlaggebend für das Aus in Großbritannien war laut Medienberichten die fehlende finanzielle Unterstützung durch den britischen Staat. Während Pensana auf eine Förderung in Höhe von 100 Millionen US-Dollar angewiesen gewesen wäre, stellte die Regierung lediglich einen Zuschuss von 4 Millionen Britischen Pfund in Aussicht. Im Vergleich dazu verwiesen Marktbeobachter auf die massiven Subventionen in den USA, wo Wettbewerber wie MP Materials Unterstützung in Höhe von rund 500 Millionen US-Dollar erhalten. In der Folge konzentriert sich Pensana nun stärker auf den US-Markt, wo die Rahmenbedingungen für die Ansiedlung von kritischer Infrastruktur im Bereich der Seltenen Erden derzeit attraktiver bewertet werden.
Fokus auf Angola und neue Beteiligungsverhältnisse
Nach dem Rückzug aus dem Raffinerie-Projekt in Großbritannien rückt das Longonjo-Projekt in Angola wieder verstärkt in das Zentrum der Unternehmensstrategie. Pensana entwickelt dort eine Mine zur Förderung von Seltenen Erden, deren technisches Team auch bei anderen Branchenprojekten, wie etwa beim Mrima-Hill-Projekt in Kenia, Beachtung findet. Ziel bleibt es, eine unabhängige Versorgungskette außerhalb der chinesischen Dominanz aufzubauen, da China aktuell rund 90 Prozent des Marktes für diese kritischen Rohstoffe kontrolliert.
Parallel zur operativen Neuausrichtung gibt es Veränderungen in der Aktionärsstruktur. Wie aus regulatorischen Mitteilungen hervorgeht, hält Cascade Natural Resources Limited mittlerweile einen Stimmrechtsanteil von 3,8 Prozent an Pensana, was einer Position von 13.999.537 Aktien entspricht. Die entsprechende Meldeschwelle wurde bereits im Mai überschritten und nun offiziell bestätigt. Trotz dieser Beteiligungsmeldung bleibt der Druck auf den Kurs hoch. Der aktuelle Kurs von 0,6910 € entspricht exakt dem neuen 52-Wochen-Tief und markiert einen massiven Rückgang gegenüber dem 52-Wochen-Hoch, das am 16. Oktober 2025 noch bei 2,08 € gelegen hatte.
Für Anleger stellt sich die Situation derzeit schwierig dar, da die Aktie allein im letzten Monat rund 30 Prozent an Wert verloren hat. Die Hoffnung ruht nun auf Fortschritten beim Projekt Longonjo und einer möglichen erfolgreichen Neupositionierung in den USA, um die verlorene Marktvertrauen nach dem Scheitern des Saltend-Projekts zurückzugewinnen.
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