Pharmakonzerne kĂŒrzen Investitionen - Bund verteidigt Kurs
Veröffentlicht am: 05.06.2026 um 14:17 Uhr | dpa, AD HOC NEWSEine Sprecherin des Bundesgesundheitsministeriums sagte in Berlin, unternehmerische Entscheidungen gegen den Standort seien bedauerlich. Sie zeigten, dass die Herausforderungen besonders auch wegen der US-Pharmapolitik sehr ernst zu nehmen seien.
Der deutsche Markt bleibe aber trotz der diskutierten MaĂnahmen mit dem Sparpaket fĂŒr die gesetzliche Krankenversicherung attraktiv fĂŒr die Pharmabranche. "Auch dieser Industriezweig hat ja als Arbeitgeber ein Interesse an stabilen SozialbeitrĂ€gen." Ziel der Bundesregierung sei, die Gesundheitswirtschaft zu stĂ€rken, sagte die Sprecherin und verwies auf die laufende Erarbeitung einer Pharmastrategie.
Stopp fĂŒr hohe Investitionen in Deutschland
Der US-Pharmakonzern Eli Lilly US5324571083 hatte am Mittwoch mitgeteilt, dass er wegen der SparplÀne der Bundesregierung im Gesundheitswesen eine geplante Investition von 2,5 Milliarden Euro in einen neuen Standort im rheinland-pfÀlzischen Alzey halbieren will. Es solle zunÀchst nur der "Mindestumfang" des Standortes fertiggestellt werden.
Der rheinland-pfĂ€lzische Pharmakonzern Boehringer Ingelheim will zudem geplante Investitionen von 900 Millionen Euro in Deutschland stoppen. Als GrĂŒnde nannte er schwierige Bedingungen in Deutschland, die Sparvorgaben der Bundesregierung und Druck aus den USA. Boehringer Ingelheim hatte eine Art Abkommen mit der US-Regierung geschlossen, um im Gegenzug fĂŒr Investitionen in Amerika von Pharmazöllen befreit zu werden.
HĂ€rtere Sparvorgaben fĂŒr Konzerne
Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) will die Krankenkassen mit dem "Beitragssatzstabilisierungsgesetz" 2027 um 16,3 Milliarden Euro entlasten und so steigende ZusatzbeitrĂ€ge verhindern. Geplant sind auch schĂ€rfere Sparvorgaben fĂŒr die Pharmabranche. So sollen die Herstellerrabatte, die Arzneikonzerne Krankenkassen gewĂ€hren mĂŒssen, steigen - nach Prognose des Pharmaverbands VFA von aktuell 7 Prozent des Listenpreises auf rund 20 Prozent bis 2030.
Aus der Pharmabranche hatte es harsche Kritik an den PlĂ€nen gegeben. Sie schadeten dem Standort unterliefen das Ziel der Bundesregierung, die Pharmaindustrie als SchlĂŒsselbranche zu stĂ€rken.
