Pirateriegefahr auf den Weltmeeren hat abgenommen
Veröffentlicht am: 16.10.2026 um 06:23 Uhr | dpa, AD HOC NEWS51 Angriffe und versuchte Angriffe auf den Weltmeeren zÀhlte eine zur Handelskammer gehörende Meldestelle in den ersten neun Monaten des Jahres. Das waren weniger als halb so viele wie im Vorjahreszeitraum. Laut ICC handelt es sich um den niedrigsten Stand seit drei Jahrzehnten.
Die Meldestelle mit Sitz in London begrĂŒndete den RĂŒckgang mit verstĂ€rkten Kontrollen und Ermittlungserfolgen von Behörden. So sei es indonesischen Behörden schon vergangenes Jahr gelungen, zwei Gruppen festzunehmen, die fĂŒr ĂberfĂ€lle in der StraĂe von Singapur verantwortlich gewesen seien. In der Folge seien die VorfĂ€lle in der recht gefĂ€hrlichen SeestraĂe zurĂŒckgegangen.
Der GeneralsekretĂ€r von ICC Deutschland, Oliver Wieck, nannte die Abnahme der Angriffe ein "positives Signal". Der RĂŒckgang dĂŒrfe aber nicht darĂŒber hinwegtĂ€uschen, dass Seeleute und Schiffe weiter gefĂ€hrdet seien.
Von den 51 angegriffenen Schiffen wiesen laut Statistik vier einen Bezug zu Deutschland auf. Das kann bedeuten, dass die Schiffe deutschen Reedern gehören oder sie von einem deutschen Unternehmen verwaltet werden. Die Namen der Schiffe sind in dem Bericht der Meldestelle nicht genannt.
Nach Zahlen des Verbands Deutscher Reeder ist die deutsche Handelsflotte mit ungefĂ€hr 1.700 Schiffen die siebtgröĂte der Welt.
GefÀhrliche Lage am Golf und im Schwarzen Meer
Piratenangriffe nehmen zwar laut der ICC-Statistik ab. MilitĂ€rische Angriffe auf Handelsschiffe hĂ€ufen sich dagegen, wie zunehmende Berichte suggerieren. Der Iran greift seit Beginn des Iran-Kriegs immer wieder zivile Schiffe in der StraĂe von Hormus an, auch das US-MilitĂ€r attackiert zivile iranische Schiffe. Im Roten Meer bedrohen die mit dem Iran verbĂŒndeten Huthi die Schifffahrt.
Zuletzt hĂ€uften sich auch im Schwarzen Meer Angriffe auf Handelsschiffe. In mehreren FĂ€llen wurden Drohnen eingesetzt. Deutschlands AuĂenminister Johann Wadephul (CDU) warnte, das Schwarze Meer werde mehr und mehr zum Kriegsschauplatz. Er sprach von einer Aggression Russlands.
