Sicherheitspolitiker warnen vor iranischen AnschlÀgen in Deutschland
Veröffentlicht: 13.07.2026 um 14:20 Uhr, dpa.de"Ich gehe davon aus, dass das Terrorregime bereits seit geraumer Zeit gezielte Tötungen und TerroranschlĂ€ge im Westen und auch in Deutschland plant und vorbereitet", sagte CDU-Politiker Roderich Kiesewetter dem "Handelsblatt". "Das Mullah-Regime versucht sich durch radikale Ideologie und durch Terror nach innen und auĂen zu stabilisieren."
Ăhnlich Ă€uĂerte sich der Vorsitzende des Geheimdienste-Kontrollgremiums des Bundestags, Marc Henrichmann (CDU). "Wir mĂŒssen davon ausgehen, dass Irans Geheimdienste auch mit Angriffen in Europa tĂ€tig werden", sagte er dem Medium. Im Fokus der Sicherheitsbehörden stĂŒnden dabei sogenannte Wegwerfagenten, die fĂŒr einzelne AuftrĂ€ge eingesetzt wĂŒrden.
Die auflagenstarke Tageszeitung "Hamshahri" hatte eine Grafik mit Vergeltungsaufrufen gegen Politiker aus dem Westen veröffentlicht, darunter auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU). "Eine Liste derjenigen, die auf die Vergeltung des iranischen Volkes warten mĂŒssen", betitelte die Zeitung den Beitrag. Die Reaktionen auf die Infografik dĂŒrften auch im Iran fĂŒr Wirbel gesorgt haben. Am Montag war der Artikel online nicht mehr verfĂŒgbar.
Der stellvertretende Regierungssprecher Steffen Meyer sagte in Berlin, man habe die Meldung zur Kenntnis genommen, kommentiere sie aber nicht.
GrĂŒnen-Politiker: Listung nicht ohne Billigung des Mullah-Regimes
Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der GrĂŒnen, Konstantin von Notz, sieht das nicht nur als Werk der Zeitung: "Eine solche Listung durch eine iranische Zeitung geschieht mit allergröĂter Wahrscheinlichkeit nicht ohne Billigung oder gar im direkten Auftrag des Mullah-Regimes." Die Morddrohungen stellten eine neue QualitĂ€t gegenĂŒber anderen Staaten dar.
Henrichmann wertete die Veröffentlichung als Zeichen fĂŒr "die Verzweiflung, aber auch die AggressivitĂ€t Teherans". "Das Regime versucht aktuell nach empfindlichen SchwĂ€chungen seine Macht und seinen Einfluss in der Region zurĂŒckzugewinnen", sagte er.
Von Notz sieht keine neue GefĂ€hrdung fĂŒr Merz
Eine unmittelbar neue GefĂ€hrdung fĂŒr den ohnehin "extrem gut geschĂŒtzten Kanzler" ergebe sich durch die Liste zunĂ€chst nicht. Das Agieren der iranischen StaatsfĂŒhrung sei aber seit Monaten "eine sehr ernste Bedrohung fĂŒr unseren Staat, seine Institutionen, JĂŒdinnen und Juden und israelische StaatsbĂŒrger sowie israelische, aber auch US-amerikanische Einrichtungen in Deutschland" sagte von Notz dem "Handelsblatt".
Auch der innenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Sebastian Fiedler, sieht eine hohe GefÀhrdungslage, die aktuellen VorgÀnge verstÀrkten diese Bewertung. Die aktuelle Lage sei geeignet, "extremistische Milieus zu emotionalisieren und EinzeltÀter zu mobilisieren".
