Porsche AG Aktie: 700 Millionen für Zollzahlungen 2026
24.06.2026 - 16:13:12 | boerse-global.de
Milliarden an Sonderkosten, fast 4.000 Stellen weg und ein Gewinneinbruch von 91 Prozent im Vorjahr — die Porsche AG hat auf ihrer Hauptversammlung am Dienstag ein hartes Sanierungsprogramm konkretisiert. Der Kurs reagiert: Mit einem Minus von 2,84 Prozent auf 45,14 Euro setzt sich der Abwärtstrend der vergangenen Woche fort.
Zölle und Umbaukosten fressen Marge auf
CEO Michael Leiters legte die Sonderbelastungen für 2026 offen. Rund 700 Millionen Euro plant das Unternehmen allein für Zollzahlungen ein. Hinzu kommen außerordentliche Aufwendungen für Transformation und Modellanläufe von 800 bis 900 Millionen Euro.
Trotzdem bestätigte Porsche die Jahresziele: Konzernumsatz zwischen 35 und 36 Milliarden Euro, operative Umsatzrendite von 5,5 bis 7,5 Prozent. Das ist weit unter dem, was der Sportwagenhersteller in seinen stärksten Jahren erreichte. Aktionärsvertreter Ingo Speich von der Deka kritisierte die Entwicklung scharf und forderte mehr Tempo bei der Sanierung.
Strategie 2035: Exklusivität vor Volumen
Leiters stellte die "Strategie 2035" vor. Der Kern: Exklusivität schlägt Absatzvolumen. Die Verbrenner-Modelle 718 Boxster und 718 Cayman liefen bereits im Oktober 2025 aus. Der 911 bleibt als Verbrenner-Hybrid erhalten.
Parallel plant Porsche den Abbau von rund 3.900 Stellen. Die Integration in die Plattform-Strategie des Volkswagen-Konzerns soll vertieft werden, um Kosten zu senken.
Branche unter Druck
Die Probleme treffen Porsche nicht allein. Audi prüft eine Senkung seiner mittelfristigen Absatzziele. BMW warnt wegen schwacher China-Geschäfte vor sinkenden Gewinnen. Kein Wunder, dass die gesamte Branche am Mittwoch unter Druck steht.
Die Porsche-Aktie hat in sieben Tagen 7,46 Prozent verloren und liegt nun rund elf Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 50,56 Euro, das erst am 16. Juni markiert wurde. Weitere Klarheit über die operative Umsetzung der neuen Strategie liefert der Capital Markets Day am 7. Oktober 2026.
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