Porsche Holding Aktie: 100.000 Jobs weg
26.06.2026 - 21:05:02 | boerse-global.de
Die Hauptversammlung der Porsche Automobil Holding war in diesem Jahr mehr als nur eine Routineveranstaltung. Die Aktionäre stimmten nicht nur einer deutlich gekürzten Dividende zu – sie ebneten den Weg für eine grundlegende Neuausrichtung des Konzerns.
Das Problem: Das wichtigste Asset der Holding steckt in der tiefsten Krise seit Jahrzehnten.
Die neue Strategie
Statt sich weiter auf Volkswagen zu verlassen, will sich Porsche SE zur „diversifizierten globalen Investmentplattform" wandeln. Die Satzungsänderung ist der formale Startschuss. Künftig soll das Portfolio breiter aufgestellt sein – weniger Abhängigkeit von einem einzigen Autoriesen.
Die Dividende fällt mit 1,51 Euro je Vorzugsaktie rund 21 Prozent niedriger aus als im Vorjahr. Insgesamt schüttet die Holding 462 Millionen Euro aus. Das ist schmerzhaft, aber kalkuliert: Das Geld soll in den Umbau fließen.
VW-Krise als Bremsklotz
Porsche SE hält 53,3 Prozent der Stimmrechte an Volkswagen. Und dort tobt ein Sturm. Konzernchef Oliver Blume plant ein massives Sparprogramm: bis zu 100.000 Stellen könnten weltweit wegfallen. Vier deutsche Werke stehen vor der Schließung, darunter Standorte in Hannover und Zwickau.
Hinzu kommt ein Investitionsstopp von rund 23 Milliarden Euro bei VW. Das drückt direkt auf den Wert der Beteiligung – und damit auf die Porsche-Aktie.
Der Kurs fiel am Freitag um 2,74 Prozent auf 2,84 Euro – neues 52-Wochen-Tief. Vom Hoch im Dezember 2025 bei 4,12 Euro fehlen über 30 Prozent. Der RSI von 33,3 zeigt: Die Aktie ist technisch überverkauft.
Was bleibt
Bernstein Research bleibt bei „Neutral" für die Porsche SE. Das Papier notiert weit unter der 200-Tage-Linie bei 3,40 Euro – klassisches Bild eines Abwärtstrends.
Der geplante Umbau zur Investitionsplattform ist strategisch richtig. Er löst aber das kurzfristige Problem nicht: Die Aktie hängt an VW. Und dort entscheidet sich im Juli – der Aufsichtsrat tagt – ob Blumes Sparkurs durchkommt. Gelingt das nicht, dürfte der Druck auf Porsche SE weiter steigen.
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