Psychotherapeuten, Rosenheim

Psychotherapeuten in Rosenheim kämpfen gegen Honorarkürzungen

28.03.2026 - 00:00:35 | boerse-global.de

Ab April 2026 sinken die Vergütungen für Psychotherapeuten um durchschnittlich 4,5 Prozent. Therapeuten warnen vor einer Verschärfung der Versorgungskrise in der Region.

Psychotherapeuten in Rosenheim kämpfen gegen Honorarkürzungen - Foto: über boerse-global.de
Psychotherapeuten in Rosenheim kämpfen gegen Honorarkürzungen - Foto: über boerse-global.de

Niedergelassene Psychotherapeuten in Rosenheim wehren sich gegen massive Honorarkürzungen. Ab dem 1. April 2026 sollen ihre Vergütungen um durchschnittlich 4,5 Prozent sinken. Das hat der Erweiterte Bewertungsausschuss, ein Schiedsgremium des Gesundheitswesens, beschlossen. Während die Krankenkassen von einer notwendigen Anpassung sprechen, warnen Therapeuten vor drastischen Folgen für die Patientenversorgung.

Warum die Honorare jetzt gekürzt werden

Das Gremium begründet den Schritt mit überproportionalen Honorarzuwächsen der Psychotherapeuten in den vergangenen Jahren. Ein gesetzlicher Vergleich habe ergeben, dass vollausgelastete Praxen über dem festgelegten Soll-Umsatz lägen. Ursprünglich forderten die Krankenkassen sogar eine Kürzung um zehn Prozent. Betroffen sind zentrale Leistungen wie die Sprechstunde, Akutversorgung und Therapiesitzungen.

Gleichzeitig werden die sogenannten Strukturzuschläge um 14,25 Prozent erhöht. Sie sollen steigende Personalkosten abfedern. Der GKV-Spitzenverband argumentiert, dass die Gesamtanpassung effektiv nur ein Minus von rund 2,3 Prozent bedeute. Berufsverbände widersprechen: Für die meisten Praxen rechne man mit einem realen Einkommensverlust von bis zu 3,5 Prozent.

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Rosenheimer Netzwerk warnt vor Versorgungskrise

In Rosenheim formiert sich der Widerstand. Das lokale Therapeuten-Netzwerk PT-NETZ startete eine Petition und warnt vor den Konsequenzen. Die Kürzungen treffen die Region zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt: Die Nachfrage nach Therapieplätzen hat ein Rekordhoch erreicht.

Bundesweit warten Patienten nach einem Erstgespräch im Schnitt 142 Tage auf einen Therapiebeginn. In Rosenheim, einem wichtigen Versorgungszentrum für Südost-Oberbayern, könnte sich die Lage nun weiter zuspitzen. Die Sorge: Praxen könnten Kapazitäten reduzieren oder sich vermehrt Privatpatienten zuwenden. Das würde den Zugang für gesetzlich Versicherte weiter erschweren.

Existenzängste und ein fatales Signal

Für viele Praxen bedeuten die Kürzungen eine existenzielle Bedrohung. Angesichts steigender Betriebskosten für Miete, Energie und IT in Rosenheim sind die Einbußen kaum zu kompensieren. Die psychotherapeutische Arbeit ist personalintensiv – hier lassen sich Kosten kaum durch technische Effizienz senken.

Die Attraktivität des Berufs leidet. Studentenverbände wie der RCDS in Bayern warnen, dass sinkende Vergütungserwartungen junge Talente abschrecken könnten. Wer will schon eine lange, teure Ausbildung beginnen, wenn die finanzielle Perspektive unsicher ist?

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Sparen am falschen Ende?

Die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns kritisiert die Entscheidung scharf und spricht von „Sparen am falschen Ende“. Die Kosten für ambulante Psychotherapie machen nur etwa 0,7 Prozent der Gesamtausgaben der gesetzlichen Krankenkassen aus. Der volkswirtschaftliche Nutzen durch vermiedene Arbeitsunfähigkeit wird als weitaus höher eingeschätzt.

Die Politik betont zwar die Bedeutung mentaler Gesundheit, schwächt aber gleichzeitig die finanzielle Basis derjenigen, die sie sichern sollen. Die Honorare in der Psychotherapie sind bereits jetzt die niedrigsten im vertragsärztlichen System.

Was kommt nach dem 1. April?

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung hat rechtliche Schritte gegen den Beschluss angekündigt. Klagen vor den Sozialgerichten sollen die Angemessenheit der Kürzungen prüfen. Bis zu einer Entscheidung können jedoch Jahre vergehen.

Für Patienten in Rosenheim bedeutet das kurzfristig keine Entspannung. Drohen längere Wartezeiten, geraten mehr Menschen in akute Krisen. Das könnte am Ende teurer werden als die eingesparten Honorare, wenn Betroffene stationär behandelt werden müssen. Die kommenden Monate werden zeigen, ob der Protest der Therapeuten Wirkung zeigt.

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