PwC-Wirtschaftstaxi, KI-Debatte

PwC-Wirtschaftstaxi bringt KI-Debatte auf die Straße

11.02.2026 - 09:43:12

Eine ungewöhnliche Initiative von PwC und dem Digitalstaatssekretär bringt die KI-Debatte auf die Straße, während eine Studie mangelnden Optimismus und KI-Erfolg bei heimischen CEOs offenbart.

Ein leuchtend orangefarbenes Taxi dominiert derzeit die wirtschaftspolitischen Diskussionen in Wien. Dahinter steckt eine ungewöhnliche Initiative von PwC Österreich und Staatssekretär Alexander Pröll. Sie wollen die digitale Transformation aus der Theorie in die Praxis holen.

Das Bild ging viral: Digitalstaatssekretär Alexander Pröll sitzt auf dem Beifahrersitz, PwC-Chef Rudolf Krickl lenkt das Steuer. Das „PwC-Wirtschaftstaxi“ ist keine Marketing-Gag, sondern soll die oft abstrakte KI-Debatte buchstäblich auf die Straße bringen. Seit Mitte Jänner diskutieren dort Entscheider über die Zukunft des Standorts Österreich.

Ein rollender Think-Tank gegen steife Konventionen

Das Format bricht bewusst mit den Regeln klassischer Podiumsdiskussionen. Statt in Konferenzsälen finden die Gespräche im fließenden Verkehr statt – eine Metapher für die nötige Dynamik. „Es geht darum, komplexe Themen nahbar zu machen und Entscheidungsträger aus ihren Denkmustern zu holen“, erklärt ein Beobachter.

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Neben Pröll waren bereits hochkarätige Gäste an Bord:
* Paul Rockenbauer aus dem Wirtschaftsministerium
* Vertreter von Microsoft Österreich
* Gründer innovativer Start-ups wie EnliteAI

Der Tenor ist eindeutig: Österreich muss das Tempo erhöhen, um international nicht den Anschluss zu verlieren.

Prölls Mission: KI als Antwort auf den Personalmangel

Für Alexander Pröll kommt die Initiative zur richtigen Zeit. Der Digitalstaatssekretär sieht die Verwaltung vor gewaltigen Umbrüchen. Bis zu 44 Prozent der Bundesbediensteten gehen in den nächsten 13 Jahren in Pension. Pröll setzt auf Künstliche Intelligenz, um diese Lücke zu schließen.

Seine Strategie ruht auf drei Säulen:
* Digitale Kompetenz: Ausweitung von Schulungen für die Bevölkerung
* ID Austria: Ziel ist, bis 2030 nahezu alle Bürger mit der digitalen Identität auszustatten
* Verwaltungseffizienz: KI-Assistenten sollen Routineaufgaben automatisieren

Pröll bezeichnet KI als die „größte Disruption unserer Zeit“. Seine Vision: Eine Verwaltung, die nicht bremst, sondern ermöglicht.

Ernüchternde Zahlen: Österreichs CEOs sind pessimistisch

Dass Initiativen wie das Wirtschaftstaxi nötig sind, zeigt der aktuelle „PwC CEO Survey 2026“. Die Umfrage unter Führungskräften malt ein düsteres Bild für Österreich.

Während global 61 Prozent der CEOs mit Wirtschaftswachstum rechnen, sind es hierzulande nur 24 Prozent. Noch alarmierender ist die KI-Lücke: Nur 18 Prozent der österreichischen CEOs erzielen durch KI bereits höhere Umsätze. Global liegt dieser Wert fast doppelt so hoch.

„Österreichische Unternehmen verbringen zu viel Zeit mit Krisenmanagement – 56 Prozent ihrer Arbeitszeit laut Studie“, warnt ein Analyst. Für strategische Weichenstellungen bleibe zu wenig Raum.

Die große Frage: Bremst Europa die Innovation?

Ein Dauerthema im Taxi ist die Balance zwischen Innovation und Regulierung. Pröll, auch für EU-Digitalfragen zuständig, plädiert für Pragmatismus. Bezüglich des europäischen AI Acts sagt er: „Europa muss seine Rolle finden. Es geht darum, Risiken zu managen, ohne Innovationen abzuwürgen.“

Der Vergleich zu den USA fällt deutlich aus: Dort fließen wöchentlich Milliarden in KI-Start-ups. Europa drohe, zum reinen Regelwerk-Exporteur zu werden, während die Wertschöpfung anderswo stattfinde.

Auch beim Jugendschutz im Netz zeigt sich Pröll entschlossen. Er bevorzugt europäische Lösungen, schließt aber nationale Alleingänge nicht aus, wenn Brüssel zu langsam ist.

Vom Beifahrersitz ans Steuer: Wer steigt ein?

Das Wirtschaftstaxi hat sich von einer Marketing-Idee zur ernsthaften Diskussionsplattform entwickelt. Die Reichweite geht weit über Fachkreise hinaus. Doch die eigentliche Arbeit beginnt jetzt erst.

Die Diskrepanz zwischen Reden und Handeln muss geschlossen werden. Die Politik signalisiert Bereitschaft, die Rahmenbedingungen anzupassen. Nun sind die Unternehmen am Zug. Wie Rudolf Krickl es formuliert: Die Transformation ist ein Lernprozess über alle Branchen hinweg. Wer jetzt nicht einsteigt, riskiert, den Anschluss zu verpassen.

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