Qingtianzu: Chinas Miet-Roboter erobern den Alltag
28.01.2026 - 05:32:12Menschliche Roboter zum Tagespreis: In China katapultiert ein neues Mietmodell humanoide Maschinen aus der Ausstellungshalle in den Alltag von Events und Privathaushalten. Der Markt für „Robot-as-a-Service“ boomt und verwandelt High-Tech-Kuriositäten in praktische, buchbare Helfer.
Vom teuren Statussymbol zur bezahlbare Dienstleistung
Der Schlüssel zum Erfolg liegt in der Erschwinglichkeit. Ein humanoider Roboter wie der Lingxi X2 kostet in der Anschaffung über 98.000 Yuan (rund 13.500 US-Dollar). Für Privatleute und kleine Firmen ist das kaum zu stemmen. Die Mietlösung ändert das radikal: Derselbe Roboter ist für 3.599 Yuan (etwa 500 US-Dollar) pro Tag zu haben. Einfache Roboterhunde gibt es schon ab 399 Yuan täglich. Plattformen wie Qingtianzu – ein Joint Venture von Zhiyuan Robotics und Paiqu Technology – liefern die bestellte Maschine inklusive Techniker und Einweisung oft innerhalb von zwei Tagen.
Über eine App wählen Kunden Modell und Mietdauer. Die Roboter können winken, Hände schütteln, tanzen und über einfache KI-Gespräche führen. Per Joystick oder Smartphone steuern sie durch Büros und benutzen Aufzüge. Für anspruchsvolle Hausarbeit sind sie noch nicht gemacht. Doch als Entertainer auf Firmenevents oder als futuristischer Begleiter für einen Tag finden sie reißenden Absatz.
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Ein Milliardengeschäft im Aufwind
Branchenkenner prophezeien dem chinesischen Mietmarkt ein explosives Wachstum auf mindestens 10 Milliarden Yuan (ca. 1,4 Mrd. US-Dollar) noch in diesem Jahr. Dahinter steht eine nationale Industriestrategie: Allein 2024 produzierten 140 Firmen rund 330 verschiedene humanoide Modelle. Investmentbanken wie Morgan Stanley sehen 2026 als Schaltjahr für die Entstehung eines vollständigen Ökosystems.
„Das Mietgeschäft wird den Direktverkauf die nächsten drei bis fünf Jahre überflügeln“, so die Einschätzung von Branchenvertretern. Erst wenn Roboter komplexe Aufgaben wie Kinderbetreuung übernehmen können, dürfte sich das ändern. Pioniere wie Qingtianzu expandieren rasant: Nach dem Start im Dezember 2025 sind sie bereits in 50 Städten präsent und planen für 2026 die Ausweitung auf über 200 Städte mit Tausenden Robotern.
Hauptkunden sind Unternehmen – doch die Privatnachfrage wächst
Die aktuelle Nachfrage kommt vor allem aus der Wirtschaft. Firmen mieten Roboter für interne Feiern, Promotion-Aktionen in Einkaufszentren oder als Blickfang auf Messen. Besonders hoch ist die Auslastung rund um das Frühlingsfest für Firmengalas.
Doch die Dienste zielen gezielt auch auf Privatkunden. Die Neugier, angetrieben durch Science-Fiction und Tech-Fortschritt, ist enorm. Die Miete ermöglicht es, Bewegungen und KI-Interaktionen selbst zu steuern – ein greifbarer Vorgeschmack auf die Koexistenz von Mensch und Maschine. Der Prozess soll so einfach werden wie das Bestellen einer Fahrt oder das Mieten einer Powerbank. Das Ziel: Die Interaktion mit Robotern im Alltag zu normalisieren.
Hürden bleiben – doch der Weg ist vorgezeichnet
Trotz des Booms mahnen Analysten zur Vorsicht. Die größte Hürde sind die noch begrenzten kognitiven Fähigkeiten, die unter einem Mangel an Trainingsdaten leiden. Die Produktivität industrieller Humanoidroboter liegt deutlich unter der menschlichen Arbeit, auch wenn Hersteller bis 2028 aufholen wollen.
Dennoch markieren die konsumentenfreundlichen Mietplattformen einen entscheidenden Schritt. Sie schaffen einen lebendigen Markt und liefern wertvolle Nutzerdaten aus der Praxis. Diese Feedback-Schleife wird die Entwicklung der nächsten Roboter-Generation massiv beschleunigen. Der Fokus verschiebt sich endgültig von der Ausstellung zur Dienstleistung. Wenn die Produktionskosten weiter sinken und die KI besser wird, könnte der Anblick eines gemieteten Roboters auf Events oder im Homeoffice bald zum chinesischen Stadtbild gehören.
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