Reformen: LĂ€nder pochen auf Kompensation fĂŒr SteuerausfĂ€lle
04.07.2026 - 10:25:06 | dpa.de"Die LĂ€nder stehen finanziell unter erheblichem Druck. Deshalb mĂŒssen zusĂ€tzliche SteuerausfĂ€lle fair ausgeglichen werden", sagte ThĂŒringens Regierungschef Mario Voigt (CDU) der "Welt am Sonntag". Hamburgs Erster BĂŒrgermeister Peter Tschentscher (SPD) sagte, sein Land könne keine weiteren EinnahmeausfĂ€lle hinnehmen. Sachsen-Anhalts MinisterprĂ€sident Sven Schulze (CDU) erklĂ€rte der Zeitung, die LĂ€nder könnten es sich nicht mehr leisten, "finanzielle Auswirkungen von Gesetzen, die der Bund macht, abzufedern und zu tragen".
Die Koalition in Berlin hatte sich auf eine Reform der Einkommensteuer zum 1. Januar 2027 geeinigt. Insbesondere geringe und mittlere Einkommen sollen entlastet werden, insgesamt geht es um einen Betrag von rund zehn Milliarden Euro pro Jahr. Schwarz-Rot hat zugesagt, dass der Bund SteuerausfĂ€lle von LĂ€ndern und Kommunen ausgleicht, die ĂŒber die verfassungsrechtlich vorgeschriebene Erhöhung des Grundfreibetrages und des Kinderfreibetrages beziehungsweise des Kindergeldes hinausgehen - abzĂŒglich von steuerbedingten Einnahmeverbesserungen fĂŒr LĂ€nder und Kommunen.
Bund und LĂ€nder bekommen von den Einnahmen der Einkommensteuer jeweils 42,5 Prozent, die Gemeinden 15 Prozent. Bei einer Reform ist der Bund deshalb auf die Zustimmung des Bundesrats angewiesen.
