RELX plc-Aktie (GB00B2B0DG97): Kurs im Blick nach Zahlen und Analystenrückenwind
15.06.2026 - 09:52:18 | ad-hoc-news.deVerantwortlich: ad hoc news Fachredaktion Unternehmen & Analysen. Vor der Veroeffentlichung am 15.06.2026, 09:50:29 Uhr geprueft. Details im Impressum.
Die Aktie von RELX plc steht nach den jüngsten Quartalszahlen und mehreren aktualisierten Analystenstudien weiter im Blick der Investoren. Der Informations- und Analysedienstleister hatte Ende Februar seine Zahlen für das Geschäftsjahr 2024 vorgelegt und dabei Umsatz und Gewinn erneut gesteigert, angetrieben vom weiter wachsenden digitalen Angebot und wiederkehrenden Erlösen. Seitdem haben mehrere Analysten ihre positiven Einschätzungen bekräftigt und teils höhere Kursziele ausgerufen. Auf Xetra notiert die RELX-Aktie zuletzt umgerechnet im Bereich von etwa 40 bis 41 Euro, basierend auf dem London-Schlusskurs von rund 35,50 Pence je Aktie in Pfund Sterling und dem aktuellen Wechselkurs.
RELX: Geschäftszahlen legen die Basis
RELX berichtet in vier Geschäftsbereichen: Risk, Scientific, Technical & Medical (STM), Legal und Exhibitions. Nach Unternehmensangaben stieg der Konzernumsatz 2024 auf rund 9,28 Milliarden britische Pfund nach knapp 8,50 Milliarden Pfund im Vorjahr, was einem organischen Wachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich entspricht. Der bereinigte operative Gewinn kletterte im selben Zeitraum auf etwa 3,00 Milliarden Pfund, sodass sich die operative Marge weiter verbesserte. Der Konzern verweist dabei vor allem auf Skaleneffekte im digitalen Geschäft und höhere Anteile wiederkehrender Abonnements.
Besonders dynamisch entwickelte sich der Bereich Risk, in dem RELX Daten- und Analyseplattformen für Versicherer, Finanzinstitute und andere Unternehmen anbietet. Hier erzielte der Konzern ein organisches Wachstum im hohen einstelligen Prozentbereich, unter anderem getragen von Nachfrage nach Betrugsprävention, Kreditrisikoprüfungen und Compliance-Lösungen. Der STM-Bereich, in dem RELX wissenschaftliche Fachzeitschriften und Datenbanken betreibt, setzte seinen Übergang zu datengestützten, analytischen Diensten fort; auch dort blieb das Wachstum stabil positiv.
Im Rechtsinformationsgeschäft Legal verzeichnete RELX nach eigenen Angaben ebenfalls ein Wachstum, das vor allem auf den Ausbau von KI-gestützten Recherchewerkzeugen und analytischen Anwendungen für Anwaltskanzleien und Rechtsabteilungen zurückzuführen ist. Der Ausstellungsbereich Exhibitions, der Messen und Fachveranstaltungen organisiert, profitierte 2024 von einer weiteren Normalisierung des Messebetriebs und höheren Besucherzahlen, nachdem die Branche in den Pandemie-Jahren deutlich unter Druck gestanden hatte. Insgesamt konnte RELX damit seine Diversifikation über mehrere Endmärkte hinweg nutzen.
Auch auf der Ergebnisebene zeigte sich der Konzern robust. Der bereinigte Gewinn je Aktie legte im Geschäftsjahr 2024 weiter zu, was RELX neben dem operativen Wachstum auch mit fortgesetzten Aktienrückkäufen begründet. Diese Rückkäufe senken die Aktienanzahl und stützen damit rechnerisch den Gewinn je Anteilsschein. Die Dividende wurde ebenfalls angehoben, wodurch der Konzern seine langfristige Ausschüttungspolitik fortsetzt. Anlegern bietet RELX damit eine Kombination aus Wachstumstitel und verlässlichem Dividendenzahler.
Für das laufende Geschäftsjahr 2025 hat das Management einen Ausblick formuliert, der erneut auf organisches Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich und eine weitere Verbesserung der operativen Marge abzielt. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der fortgesetzten Migration der Kunden auf daten- und softwarebasierte Lösungen, insbesondere in den Sparten Risk und Legal. Zudem will RELX die Entwicklung und den Einsatz von generativer Künstlicher Intelligenz in seinen Produkten ausbauen, um die Produktivität der Nutzer zu erhöhen und neue Preismodelle zu erschließen.
Analystenstudien: Mehrheitlich positive Einschätzung
Auf Wochenbasis stand bei RELX zuletzt weniger eine spektakuläre Kursbewegung im Vordergrund, sondern die Einordnung der Bewertung vor dem Hintergrund der vorgelegten Zahlen und der mittelfristigen Wachstumsziele. Mehrere große Investmentbanken und Research-Häuser stufen die Aktie überwiegend mit Kauf- oder Halteempfehlungen ein. In einer aktuellen Studie betont beispielsweise JPMorgan, dass RELX dank seines hohen Anteils wiederkehrender Erlöse und der starken Marktposition im Informations- und Analysesegment defensiv aufgestellt sei. Die Bank hebt vor allem die Pricing-Power in den Kernsegmenten und den Fokus auf margenstarke digitale Lösungen hervor.
Auch andere Analysten verweisen auf die relativ geringe Konjunkturabhängigkeit vieler RELX-Produkte. Professionelle Informationsdienste für Forscher, Anwälte oder Risikoanalysten werden meist im Rahmen langfristiger Abonnements bezogen, die auch in schwächeren Konjunkturphasen weiterlaufen. Laut Analystenkommentaren sorgt diese Struktur für gut planbare Cashflows und unterstützt die kontinuierliche Steigerung von Dividende und Aktienrückkäufen. Einige Häuser sehen deshalb trotz der bereits anspruchsvollen Bewertung weiteres moderates Aufwärtspotenzial, insbesondere wenn RELX die Profitabilität im Risk-Bereich weiter steigern kann.
Die durchschnittlichen Kursziele der beobachtenden Analysten liegen nach Daten von Finanzportalen leicht über dem aktuellen Kursniveau. Während einzelne Research-Häuser kurzfristig begrenztes Potenzial sehen, argumentieren andere, dass RELX als Qualitätswert mit verlässlichem Wachstum einen Bewertungsaufschlag gegenüber klassischen Verlags- und Medienwerten rechtfertige. Interessant ist in diesem Zusammenhang der Vergleich mit anderen europäischen Informationsanbietern wie Informa, wo die Bewertung nach schwächeren Kursimpulsen stärker in den Blick rückt. RELX wird dabei häufig als Benchmark für margenstarke, digital ausgerichtete Informationskonzerne herangezogen.
Gleichzeitig weisen Analysten auf gewisse Risiken hin. Dazu zählen mögliche regulatorische Eingriffe in Datennutzung und Datenschutz, die Entwicklung von Open-Access-Modellen im wissenschaftlichen Publizieren sowie technologische Disruption durch neue KI-Lösungen externer Anbieter. RELX versucht diesen Risiken mit eigenen Investitionen in generative KI und datengetriebene Plattformen zu begegnen. Wie schnell sich solche Investitionen in zusätzlichen Umsatz und höheren Margen niederschlagen, wird von Beobachtern genau verfolgt.
RELX im Wettbewerbsumfeld: Fokus auf Daten, Analyse und KI
Im Wettbewerbsvergleich positioniert sich RELX seit Jahren als breit aufgestellter Informations- und Analysedienstleister mit starker Ausrichtung auf digitale Produkte. In Segmenten wie wissenschaftliche Publikationen konkurriert das Unternehmen unter anderem mit großen internationalen Verlagsgruppen, während es im Bereich Risiko- und Compliance-Daten mit spezialisierten Datenanbietern und Finanzinformationshäusern im Wettbewerb steht. Im Ausstellungssegment trifft RELX auf andere global aktive Messegesellschaften.
Während klassische Verlage teilweise noch signifikante Print-Anteile im Umsatzmix haben, stammt der überwiegende Teil der Erlöse von RELX aus elektronischen Formaten und Online-Plattformen. Laut Unternehmensangaben liegt der Anteil digitaler und elektronischer Umsätze im Konzern deutlich über 80 Prozent. Diese Ausrichtung verschafft RELX Skalenvorteile: Zusätzliche Nutzer einer Plattform verursachen deutlich geringere Grenzkosten als der Vertrieb physischer Produkte. Analysten sehen hierin einen wichtigen Grund für die hohe und steigende Profitabilität im Konzern.
Ein weiterer Wettbewerbsfaktor ist die Datentiefe und -qualität, über die RELX in seinen Kernsegmenten verfügt. In Bereichen wie Kreditrisikoprüfung, Betrugsbekämpfung oder Rechtsrecherche greifen Kunden auf Datenbanken zu, die über Jahre aufgebaut und gepflegt wurden. Für neue Wettbewerber ist es schwierig, eine vergleichbare Datenbasis aufzubauen, was die Markteintrittsbarrieren erhöht. RELX kombiniert diese Daten zudem zunehmend mit KI-gestützten Analysewerkzeugen, die Muster erkennen und Entscheidungen unterstützen sollen.
Im wissenschaftlichen Segment STM setzt RELX neben klassischen Journalen auf Analyseplattformen, die Forschern helfen sollen, wissenschaftliche Trends, Kooperationsnetzwerke oder Fördermöglichkeiten zu identifizieren. Damit entwickelt sich der Konzern weg vom reinen Verlag hin zu einem Daten- und Analysepartner für Forschungseinrichtungen und Unternehmen. In diesem Segment wird zudem intensiv diskutiert, wie sich Open-Access-Modelle, bei denen Autoren oder Institutionen für die Publikation zahlen, auf Geschäftsmodelle und Margen auswirken. RELX versucht, durch hybride Modelle und Serviceangebote Wertschöpfung im Ökosystem zu halten.
Im Bereich Legal ist der Wettbewerb mit digitalen Rechtsinformationsdiensten ebenfalls intensiv. RELX differenziert sich hier über integrierte Workflows, bei denen juristische Texte, Kommentare und Urteile mit Such- und Analysetools verknüpft werden. Künstliche Intelligenz soll künftig noch stärker helfen, relevante Dokumente zu identifizieren oder erste Entwürfe von Schriftsätzen zu generieren. Ähnliche Entwicklungen sind bei anderen großen Anbietern zu beobachten, was den Innovationsdruck im Markt erhöht.
Der Exhibitions-Bereich wiederum ist stärker konjunkturabhängig, da Messebudgets von Unternehmen in Krisenzeiten eher gekürzt werden. Nach der Belastung durch die Pandemie-Jahre hat RELX seine Ausstellungsaktivitäten weiter digital ergänzt, etwa durch hybride Formate oder Datenlösungen rund um Besucherströme. Damit versucht der Konzern, den Wert der Messeplattform über die reine physische Veranstaltung hinaus zu erhöhen und zusätzliche Erlösquellen zu erschließen.
Bewertung und Fundamentaldaten im Fokus
Am aktuellen Marktpreis wird RELX häufig als Qualitätswert mit Premium-Bewertung eingeordnet. Auf Basis der zuletzt berichteten Gewinne liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) im hohen Zwanzigerbereich, je nach Datengrundlage und Wechselkurs. Im Vergleich zu breiten europäischen Aktienindizes bedeutet dies einen deutlichen Aufschlag, während die Bewertungsdifferenz zu reinen Software- oder Datenplattform-Anbietern geringer ausfällt. Der Markt honoriert damit vor allem die Kombination aus stabilen Cashflows, hoher Profitabilität und einer relativ defensiven Geschäftsstruktur.
Auf der Cashflow-Seite generiert RELX seit Jahren einen soliden freien Cashflow, der sowohl die Dividendenzahlungen als auch regelmäßige Aktienrückkäufe ermöglicht. Die Ausschüttungsquote liegt in einem Bereich, der laut Management Raum für weiteres Wachstum und Investitionen lässt. Analysten sehen darin ein Argument, weshalb die Aktie insbesondere für langfristig orientierte Anleger interessant bleibt. Die Dividendenrendite bewegt sich zwar unter den Werten klassischer Hochdividendenwerte, wird aber durch das kontinuierliche Wachstum der Ausschüttungen ergänzt.
Die Bilanzstruktur gilt trotz moderater Verschuldung als solide. RELX nutzt Fremdkapital, um Wachstumsinvestitionen, kleinere Übernahmen und Aktienrückkäufe zu finanzieren, hält die Kennzahlen aber nach eigenen Angaben in einem konservativen Rahmen. Ratingagenturen stufen die Bonität entsprechend im Investment-Grade-Bereich ein, was dem Konzern Zugang zu günstigen Refinanzierungen verschafft. In einem Umfeld schwankender Zinsniveaus kann dies ein Vorteil gegenüber schwächer gerateten Wettbewerbern sein.
Im Bewertungsdiskurs spielt zudem die Frage eine Rolle, wie stark RELX von der weiteren Verbreitung von KI-gestützten Produkten profitieren kann. Gelingt es dem Konzern, seine bestehenden Datenbestände und Kundenbeziehungen in neue KI-Funktionen zu übersetzen, sehen manche Analysten Potenzial für zusätzliche Umsatzquellen und Margenverbesserungen. Andere Beobachter warnen hingegen, dass generative KI auch neue Wettbewerber mit alternativen Produkten hervorbringen könnte, die Preisdruck auf etablierte Dienste ausüben. Beide Perspektiven fließen derzeit in die Bewertung der Aktie ein.
Auf dem deutschen Markt lässt sich die RELX-Aktie unter anderem über außerbörsliche Plattformen und den Handel in Frankfurt oder auf Tradegate verfolgen. Die Handelsvolumina sind dort allerdings geringer als am Heimatmarkt London, wo die Aktie zum FTSE 100 gehört. Für die Kursbeobachtung greifen viele Anleger daher auf den London-Schlusskurs in Pfund Sterling zurück und rechnen diesen mit dem jeweiligen Wechselkurs in Euro um. Dadurch können sich bei starken Währungsschwankungen Unterschiede zur lokalen Euro-Notiz ergeben.
Im Ergebnis rückt bei einem vergleichsweise ruhigen Newsflow die Bewertung stärker in den Mittelpunkt. Während kurzfristige Kursimpulse derzeit begrenzt sind, richten viele Marktteilnehmer den Blick auf die Frage, ob das aktuelle Bewertungsniveau durch die mittelfristigen Wachstums- und Margenperspektiven gedeckt ist. Wer den Wert beobachtet, dürfte daher neben den kommenden Quartalsupdates vor allem auf Fortschritte bei KI-Produkten, Margenentwicklung und Akquisitionsstrategie achten.
RELX plc kurz vorgestellt
- Name: RELX plc
- Branche: Informationsdienste, Daten- und Analyseanbieter
- Hauptsitz: London, Vereinigtes Königreich
- Kernmaerkte: Risiko- und Compliance-Daten, wissenschaftliche Informationen, Rechtsinformationen, Messen und Ausstellungen
- Umsatztreiber: Digitale Informationsplattformen, Daten- und Analyseabonnements, KI-gestützte Lösungen, Messeerlöse
- Heimatboerse / Notierung: London Stock Exchange, Mitglied im FTSE 100; in Deutschland u.a. Frankfurt/Tradegate handelbar, WKN: A0M95J
- Handelswaehrung: Britisches Pfund (GBP)
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