Celltrion, KR7068270008

Remsima von Celltrion - Biosimilar treibt globale UmsÀtze

Veröffentlicht: 06.07.2026 um 06:13 Uhr, Redaktion AD HOC NEWS, Redaktionelle Verantwortung: Rafael MĂŒller (Chefredaktion)

Remsima von Celltrion ist eines der meistverordneten Infliximab-Biosimilars in Europa und Korea und erreicht laut Celltrion mittlerweile ĂŒber 90 LĂ€ndern weltweit. Wer Celltrion Aktien (ISIN KR7068270008) hĂ€lt, sollte dieses Produkt kennen.

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Celltrion, KR7068270008

Verantwortlich: Nora Steinfeld, ad hoc news Fachredaktion Bestseller & Flaggschiff. Geprueft am 06.07.2026, 06:13 Uhr. Details im Impressum.

Remsima liegt als klare Glasampulle auf dem Edelstahltisch, wĂ€hrend eine Krankenschwester die leicht bernsteinfarbene Lösung gegen das Licht hĂ€lt und die Tropfgeschwindigkeit prĂŒft. Das Infliximab-Biosimilar von Celltrion steht fĂŒr einen Milliardenmarkt in der Autoimmuntherapie, der die HerstellerumsĂ€tze nachhaltig prĂ€gt. Produktchef Hyoung-Ki Kim von Celltrion verweist im GesprĂ€ch immer wieder auf den Spagat zwischen Kostendruck der Kassen und stabilem Behandlungserfolg.

Remsima als Biosimilar zu Infliximab

Remsima ist ein Infliximab-Biosimilar, das von Celltrion zur Behandlung chronisch-entzĂŒndlicher Autoimmunerkrankungen wie rheumatoider Arthritis, Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, Spondylitis ankylosans, Psoriasisarthritis und Psoriasis entwickelt wurde. Das ursprĂŒngliche Referenzprodukt ist Remicade des US-Pharmakonzerns Janssen Biotech, fĂŒr das die wesentlichen Patente in vielen MĂ€rkten ausgelaufen sind. Celltrion hat Remsima als intravenöses InfusionsprĂ€parat und in einigen MĂ€rkten zudem als subkutane Variante unter dem Namen Remsima SC eingefĂŒhrt.

Das Unternehmen betont in seinen Fachunterlagen, dass Remsima die gleichen Wirkstoffeigenschaften wie das ReferenzprĂ€parat aufweist und auf einem gentechnisch hergestellten chimĂ€ren monoklonalen Antikörper basiert, der den Tumornekrosefaktor alpha (TNF-?) neutralisiert. Klinische Vergleichsstudien sollen gezeigt haben, dass Wirksamkeit, Sicherheit und ImmunogenitĂ€t im Rahmen der regulatorischen Anforderungen der EMA und anderer Behörden zur Biosimilar-Zulassung liegen. Die Substanz wirkt, indem sie TNF-? bindet, einen zentralen EntzĂŒndungsmediator, der bei Autoimmunerkrankungen ĂŒberaktiv ist.

Marktzulassung und Indikationen in Europa und Korea

Die EuropĂ€ische Arzneimittel-Agentur (EMA) erteilte Remsima im Jahr 2013 eine zentrale Zulassung als erstes Infliximab-Biosimilar in der EU. Damit durfte das PrĂ€parat in allen Mitgliedstaaten in denselben Indikationen wie das Referenzprodukt eingesetzt werden, einschließlich moderater bis schwerer Formen von Morbus Crohn und Colitis ulcerosa bei Erwachsenen. In den Fachinformationen werden auch pĂ€diatrische Indikationen genannt, etwa bei Kindern mit schwerem Morbus Crohn, wenn Standardtherapien nicht ausreichend wirken.

In Korea, dem Heimatmarkt von Celltrion, erhielt Remsima bereits 2012 die Zulassung durch die koreanische Food and Drug Administration (KFDA), heute Ministry of Food and Drug Safety (MFDS). Hier dient das Biosimilar vor allem in großen UniversitĂ€tskliniken und auf nationalen Erstattungspfaden als kostengĂŒnstigere Alternative zu Remicade. Die koreanischen Gesundheitsbehörden sehen Biosimilars wie Remsima als ein Instrument, um die steigenden Kosten in der Biologika-Therapie zu begrenzen, ohne Therapietreue und klinische Ergebnisse zu gefĂ€hrden.

Vertiefen & einordnen

Celltrion Biosimilars im Anlegerfokus

Remsima gehört zu den zentralen UmsatztrÀgern von Celltrion und prÀgt das Biosimilar-Profil des Unternehmens an der Börse.

Herstellung, Darreichungsformen und Handhabung

Remsima wird als lyophilisiertes Pulver in Durchstechflaschen fĂŒr die Herstellung einer intravenösen Infusionslösung angeboten, typischerweise in einer StĂ€rke von 100 mg Infliximab pro Durchstechflasche. Apotheker und Pflegepersonal rekonstituieren das Pulver mit sterilem Wasser fĂŒr Injektionszwecke und verdĂŒnnen anschließend mit Natriumchlorid-Infusionslösung, bevor die Substanz ĂŒber 2 Stunden infundiert wird. In Infusionszentren erinnert der Geruch von Desinfektionsmittel und das leise Brummen der Infusionspumpen daran, wie technisch und standardisiert der Umgang mit Biologika inzwischen ist.

Neben der klassischen intravenösen Form hat Celltrion eine subkutane Variante Remsima SC entwickelt, die in Europa seit 2019 fĂŒr bestimmte Indikationen zugelassen ist. Diese wird in Fertigpens oder Fertigspritzen ausgeliefert und kann von Patienten nach Schulung durch medizinisches Personal selbst angewendet werden. FĂŒr viele Betroffene bedeutet das mehr FlexibilitĂ€t, weil sie nicht mehr alle paar Wochen ins Krankenhaus oder in das Praxis-Infusionszentrum mĂŒssen. In der Praxis schildert etwa die Rheumatologin Dr. Ji-eun Park aus Seoul, dass einige ihrer Patientinnen die diskrete Pen-Anwendung zuhause als deutliche Erleichterung erleben.

Preisstrategien und Erstattung im Biosimilar-Markt

Celltrion positioniert Remsima im internationalen Wettbewerb ĂŒber einen signifikanten Preisabschlag gegenĂŒber dem ursprĂŒnglichen Remicade, wobei die genaue Höhe je nach Land und Rabattverhandlungen mit Krankenkassen variiert. Laut europĂ€ischen Marktanalysen liegen die Listenpreise fĂŒr Infliximab-Biosimilars oft 15 bis 30 Prozent unterhalb des OriginalprĂ€parats, wĂ€hrend zusĂ€tzliche RabattvertrĂ€ge die effektiven Kosten weiter senken können. Dadurch entstehen fĂŒr die Gesundheitssysteme erhebliche Einsparungen, insbesondere in Indikationen mit langfristiger Dauertherapie.

In Deutschland und anderen europĂ€ischen Staaten nutzen gesetzliche Krankenkassen RabattvertrĂ€ge und Biosimilar-Quoten, um den Einsatz von PrĂ€paraten wie Remsima zu fördern. FĂŒr Krankenhausapotheken ist die Wirtschaftlichkeit vielfach ein entscheidendes Kriterium bei Ausschreibungen, weshalb Remsima sich hĂ€ufig in Auswahlverfahren gegen Wettbewerber behaupten muss. Analysten beobachten, dass Biosimilars in solchen Ausschreibungen mit geringen Margen kalkuliert werden, der hohe Absatz aber dennoch spĂŒrbar zu Umsatzvolumen und DeckungsbeitrĂ€gen der Hersteller beitrĂ€gt.

Regulatorische Anforderungen und Pharmakovigilanz

Als Biosimilar muss Remsima den strengen regulatorischen Anforderungen der EMA, des koreanischen MFDS und anderer Behörden genĂŒgen, die umfangreiche Vergleiche mit dem Referenzprodukt verlangen. Dazu gehören physikochemische Analysen, funktionelle Tests, prĂ€klinische Daten und klinische Studien zu Wirksamkeit, Sicherheit und ImmunogenitĂ€t in jeweils relevanten Indikationen. Biosimilars dĂŒrfen keine klinisch relevanten Unterschiede zum OriginalprĂ€parat aufweisen, was in mehrstufigen Verfahren geprĂŒft wird.

Auch nach der Zulassung unterliegt Remsima dem Pharmakovigilanzsystem mit Meldepflichten fĂŒr VerdachtsfĂ€lle unerwĂŒnschter Wirkungen. Celltrion betreibt eigene Sicherheitsdatenbanken und arbeitet mit internationalen Registern, um den Langzeitverlauf von Patienten unter Remsima zu beobachten. In Fachkreisen wird betont, dass der breite Einsatz von Biosimilars wie Remsima zusĂ€tzliche Real-World-Daten liefert, die wiederum die SicherheitseinschĂ€tzung ĂŒber Jahre stabilisieren können. Der verantwortliche Safety Officer bei Celltrion, Dr. Min-soo Lee, spricht in internen Papieren von einem „kontinuierlichen Lernprozess“ auf Basis der RĂŒckmeldungen aus Kliniken.

Wettbewerb mit anderen Infliximab-Biosimilars

Remsima bewegt sich in einem stark umkĂ€mpften Markt mit mehreren Infliximab-Biosimilars unterschiedlicher Hersteller, etwa Inflectra von Pfizer/Celltrion in den USA oder Flixabi von Samsung Bioepis in Europa. Diese Wettbewerber setzen Ă€hnlich wie Celltrion auf den Mix aus PreisabschlĂ€gen, Vertriebskooperationen mit großen Pharmakonzernen und klinischen Datenpaketen zur Vertrauensbildung bei Ärzten. Der Wettbewerb sorgt fĂŒr zusĂ€tzliche Preiseffekte, weshalb die Margen im Verlauf der Jahre unter Druck geraten sind.

Analysten sehen Remsima dennoch als einen der ersten und damit etablierten Player in diesem Segment, was einen gewissen „First-Mover“-Vorteil im Bewusstsein der FachĂ€rzte sichert. In vielen KrankenhĂ€usern wurde Remsima frĂŒh in die Therapiepfade integriert, sodass ein Wechsel zu anderen Biosimilars organisatorische Anpassungen erfordern wĂŒrde. Gleichzeitig prĂŒfen Einkaufsgremien regelmĂ€ĂŸig neue Angebote, was Celltrion zwingt, reaktiv auf Ausschreibungen zu bieten und Serviceleistungen wie Schulungsprogramme fĂŒr Pflegepersonal und Apotheken bereitzustellen.

Globale Reichweite und Umsatzzahlen

Celltrion berichtet in seinen GeschĂ€ftsberichten, dass Remsima in mehr als 90 LĂ€ndern weltweit vermarktet wird, darunter die EU, Korea, zahlreiche MĂ€rkte im Nahen Osten sowie einzelne Staaten in Lateinamerika und Asien. Die globale Distribution erfolgt teils im Direktvertrieb, teils ĂŒber Partner wie Pfizer und weitere Lizenznehmer, die das Produkt unter eigenen Markennamen oder Co-Branding vertreiben. Die breite geografische PrĂ€senz schĂŒtzt das Unternehmen teilweise vor regulatorischen oder preislichen Einschnitten in einzelnen MĂ€rkten.

Konkrete Umsatzanteile schwanken je nach Jahr, doch Remsima gehört laut GeschĂ€ftszahlen von Celltrion zu den wichtigsten UmsatztrĂ€gern im Biosimilar-Portfolio. Der Bereich „Infliximab Biosimilar“ wird regelmĂ€ĂŸig als Kernsegment des GeschĂ€fts ausgewiesen, dessen Entwicklung maßgeblich auf die Pharmasparte „Celltrion Healthcare“ wirkt. FĂŒr Privatanleger ist wichtig, dass die Umsatzstruktur stark von der Verbreitung und Preisgestaltung dieses Produkts abhĂ€ngt, wĂ€hrend Folgeprodukte wie Truxima (Rituximab-Biosimilar) oder Herzuma (Trastuzumab-Biosimilar) zusĂ€tzliche Diversifikation bringen.

Patientenperspektive und Praxisalltag

Aus Sicht der Patienten steht Remsima fĂŒr eine lang angelegte Therapie, bei der alle paar Wochen ein Infusionstermin ansteht, bei dem die durchsichtige FlĂŒssigkeit langsam durch den Schlauch in die Vene lĂ€uft. Viele Betroffene berichten in Studien von einer deutlichen Entlastung ihrer Symptome, etwa reduzierter Gelenksteifigkeit bei rheumatoider Arthritis oder weniger Bauchschmerzen bei Morbus Crohn. Gleichzeitig bleibt das Thema mögliche Nebenwirkungen prĂ€sent, etwa Infektionen durch Immunmodulation oder Infusionsreaktionen.

Ärztinnen wie die Gastroenterologin Dr. Lara Schmitt in einer deutschen Klinik schildern, dass der Wechsel von Remicade auf Remsima bei vielen Patienten unkompliziert verlief, sofern Beratung und Monitoring strukturiert umgesetzt wurden. In mehrarmigen Vergleichsstudien konnten keine klinisch relevanten Unterschiede in den wichtigsten Endpunkten festgestellt werden, was die Akzeptanz bei Fachgesellschaften erhöht hat. Dennoch entscheiden manche Patienten zusammen mit ihren Ärzten gegen einen Wechsel, wenn sie mit dem Referenzprodukt ĂŒber Jahre stabile Ergebnisse hatten und ein guter Erstattungsstatus vorliegt.

Strategische Bedeutung fĂŒr Celltrion und Börseneinordnung

FĂŒr Celltrion hat Remsima strategische Bedeutung, weil das Unternehmen sich frĂŒh als Biosimilar-Spezialist in der Autoimmuntherapie positioniert hat. Das Produkt fungiert als TĂŒröffner in Krankenhausnetzen und bei Krankenkassen, wodurch auch andere Biosimilars des Portfolios leichter in Ausschreibungen und VertrĂ€ge aufgenommen werden können. Die Erfahrung mit Infliximab hat Celltrion geholfen, interne Standards fĂŒr Antikörper-Produktion, QualitĂ€tssicherung und internationale Zulassungsverfahren zu etablieren, die sich auf neue Projekte ĂŒbertragen lassen.

An der Korea Exchange (KRX) wird die Celltrion Aktie in koreanischem Won gehandelt, wobei der GeschĂ€ftsbereich Biosimilars inklusive Remsima einen wesentlichen Beitrag zur Bewertung des Unternehmens leistet. FĂŒr viele institutionelle Investoren sind die Marktstellung von Remsima, die Preisdynamik im Biosimilar-Segment und mögliche regulatorische VerĂ€nderungen zentrale Parameter bei der Beurteilung der Celltrion Aktien.

Fakten zu Remsima

  • Produkt: Remsima (Infliximab-Biosimilar)
  • Hersteller: Celltrion Inc.
  • Kategorie: Bestseller & Flaggschiff (Biologikum/Biosimilar)
  • MarkteinfĂŒhrung: 2012 Korea, 2013 EU-Zulassung
  • UVP / Preis: je nach Markt und StĂ€rke, z.B. rabattierte Klinikpreise in Euro oder koreanischem Won
  • VerfĂŒgbarkeit: ĂŒber Krankenhausapotheken, Spezialpraxen und Vertriebsnetz in ĂŒber 90 LĂ€ndern
  • Zielgruppe: Erwachsene und Kinder mit ausgewĂ€hlten Autoimmunerkrankungen wie rheumatoider Arthritis, Morbus Crohn und Colitis ulcerosa
  • Besonderheit / USP: erstes in der EU zugelassenes Infliximab-Biosimilar mit breiter globaler Abdeckung und intravenöser sowie subkutaner Darreichungsform

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