Rente, Steuern und neue Gesetze: Was sich im Mai 2026 Àndert
27.04.2026 - 09:56:32 | boerse-global.deDer Mai bringt fĂŒr Millionen Deutsche spĂŒrbare VerĂ€nderungen â von höheren GehĂ€ltern im öffentlichen Dienst ĂŒber sinkende Spritpreise bis hin zu einer grundlegenden Reform der SelbststĂ€ndigen-Rente. Ein Ăberblick.
Die neuen Beitragsbemessungsgrenzen und gesetzlichen Ănderungen fĂŒr 2023 und 2024 stellen Personalverantwortliche und SelbststĂ€ndige vor groĂe Herausforderungen. Dieser kostenlose Ratgeber liefert alle wichtigen Grenzwerte und praktischen Rechenbeispiele fĂŒr eine rechtssichere Abrechnung auf einen Blick. Gratis-Ăbersicht der Beitragsbemessungsgrenzen jetzt herunterladen
Mehr Geld fĂŒr 2,5 Millionen BeschĂ€ftigte
PĂŒnktlich zum 1. Mai steigen die GehĂ€lter im öffentlichen Dienst. Rund 2,5 Millionen Angestellte profitieren von der Tariferhöhung um 2,8 Prozent â das gilt fĂŒr alle, die nach dem Tarifvertrag TVöD bezahlt werden. Zwar betrifft die Anpassung zunĂ€chst aktive BeschĂ€ftigte, doch sie wirkt sich langfristig auch auf die Rentenhöhe aus. Zudem dient sie oft als Orientierungsmarke fĂŒr die Pensionen von Beamten.
Auch an der Tankstelle gibt es Entlastung: Die Energiesteuer auf Benzin und Diesel sinkt fĂŒr zwei Monate um rund 17 Cent pro Liter. Das zweite Energiesteuer-Entlastungsgesetz soll die MobilitĂ€tskosten bis Ende Juni abfedern â eine willkommene Nachricht fĂŒr RuhestĂ€ndler mit knappem Budget.
Elektro-PrÀmie und erweiterte Neugeborenen-Tests
Wer ĂŒber ein E-Auto nachdenkt, sollte den Mai im Blick behalten: Das Bundesportal fĂŒr die Elektroauto-Förderung geht an den Start. EinkommensabhĂ€ngige ZuschĂŒsse von bis zu 6.000 Euro sind möglich. FĂŒr Familien mit Babys gibt es ab dem 15. Mai eine weitere Neuerung: Das Neugeborenen-Screening wird um Tests auf Vitamin-B12-Mangel und drei seltene Stoffwechselerkrankungen erweitert â relevant auch fĂŒr GroĂeltern, die in die Familien-Gesundheitsvorsorge eingebunden sind.
Revolution bei der SelbststÀndigen-Rente
Das Bundesministerium fĂŒr Arbeit und Soziales (BMAS) hat einen Gesetzesentwurf vorgelegt, der die Absicherung von SelbststĂ€ndigen grundlegend reformieren soll. Kern der PlĂ€ne: eine dritte Rechtsform namens "neue SelbststĂ€ndigkeit", die neben die klassische abhĂ€ngige BeschĂ€ftigung und die "echte" SelbststĂ€ndigkeit tritt.
Das bedeutet konkret: Wer in diese Kategorie fĂ€llt, wird pflichtversichert in der gesetzlichen Rentenversicherung. Die BeitrĂ€ge berechnen sich aus den Einnahmen abzĂŒglich eines pauschalen Betriebsausgabenabschlags von zehn Prozent. Statt wie bisher auf die tatsĂ€chliche Einbindung in die Kundenstruktur zu schauen, sollen kĂŒnftig formale Kriterien wie das Weisungsrecht und das unternehmerische Risiko entscheiden.
Ziel der Reform: die wachsende Zahl von Gig-Workern und Freiberuflern endlich in die Altersvorsorge einzubeziehen. Der BMAS-Plan sieht den Start der neuen Pflichten fĂŒr den 1. Januar 2028 vor.
Klarheit bei Betriebsrenten
Ein Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) sorgt fĂŒr Rechtssicherheit bei Betriebsrenten. Im Fall X R 25/23 entschieden die Richter: Wer zwischen lebenslanger Rente und einmaliger Kapitalauszahlung wĂ€hlen kann, darf fĂŒr die Einmalzahlung keinen ermĂ€Ăigten Steuersatz beanspruchen. Das betrifft alle, deren VertrĂ€ge eine freie Wahlmöglichkeit vorsehen.
Parallel dazu rĂŒstet sich die Branche fĂŒr schwierigere Zeiten. Die Fachvereinigung Investment und Regulierung der Arbeitsgemeinschaft fĂŒr betriebliche Altersversorgung (aba) veranstaltet am 29. April eine Webinar-Reihe. Thema: Asset-Liability-Management-Studien am Beispiel der Bayer Pensionskasse sowie Investitionen in Rohstoffe und WaldbestĂ€nde. Der Trend zu breiter gestreuten Anlagestrategien wird angesichts volatiler MĂ€rkte immer wichtiger.
Haushaltslöcher und Gesundheitsreform: Der groĂe Streit
Der finanzielle Rahmen fĂŒr Rentner wird derzeit von heftigen Debatten im Kabinett bestimmt. Finanzminister Lars Klingbeil will am Mittwoch die Eckpunkte fĂŒr den Bundeshaushalt 2027 vorlegen. Die Opposition warnt bereits vor einem Loch von ĂŒber 20 Milliarden Euro â das könnte in den Folgejahren auf ĂŒber 60 Milliarden anwachsen.
Parallel treibt Gesundheitsminister Warken eine Reform voran, die bis 2027 satte 19,6 Milliarden Euro einsparen soll. Grund: Der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) droht ein Defizit von 15,3 Milliarden. Die PlÀne treffen auch Rentner hart:
- Die Beitragsbemessungsgrenze soll um rund 300 Euro monatlich steigen
- Höhere Zuzahlungen fĂŒr verschiedene Leistungen sind geplant
- Die beitragsfreie Mitversicherung von Ehepartnern soll eingeschrĂ€nkt werden â NRW-Gesundheitsminister Laumann fordert, dies auch auf die Beihilfe fĂŒr Beamtenpartner auszuweiten
Die Opposition kontert mit einem Steuerreform-Vorschlag: Komplette Abschaffung des Soli und Erhöhung des Grundfreibetrags um mindestens 1.000 Euro. Bei einem zu versteuernden Einkommen von 70.000 Euro wĂŒrde das eine jĂ€hrliche Entlastung von rund 1.400 Euro bedeuten.
Ausblick: KI-Gesetz und Chatkontrolle
Der Sommer bringt weitere regulatorische Herausforderungen. Am 2. August 2026 treten die meisten Bestimmungen des EU-KI-Gesetzes in Kraft. FĂŒr Behörden, die Rentendaten verwalten, heiĂt das: schnelle Anpassung an neue Compliance-Standards. Und die umstrittene "Chatkontrolle" zur Ăberwachung digitaler Kommunikation auf Kindesmissbrauch bleibt fĂŒr Juli 2026 auf der Agenda â die Verhandlungen im Trilog-Verfahren stocken jedoch.
Die neue EU-KI-Verordnung stellt Unternehmen und Behörden bereits jetzt vor komplexe Herausforderungen bei der Kennzeichnung und Risikodokumentation. Erhalten Sie in diesem kostenlosen E-Book einen kompakten Ăberblick ĂŒber alle Fristen und Pflichten des AI Acts, um rechtlich auf der sicheren Seite zu bleiben. Umsetzleitfaden zum EU AI Act jetzt kostenlos anfordern
Bis 2028 wird die Bdbeatte um die neue SelbststĂ€ndigen-Rente die BerufsverbĂ€nde beschĂ€ftigen. FĂŒr die unmittelbare Zukunft aber richten sich alle Blicke auf den 29. April: Dann entscheidet das Kabinett ĂŒber die finalen Weichenstellungen bei Gesundheits- und Haushaltsreform â und damit ĂŒber die Versicherungskosten der kommenden Jahre.
So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!
FĂŒr. Immer. Kostenlos.
