Rentenreform, MinisterprÀsident

Rentenreform: MinisterprÀsident Lies warnt vor Missachtung der Lebensleistung

Veröffentlicht am: 05.08.2026 um 16:10 Uhr | dpa.de

Niedersachsens MinisterprĂ€sident Olaf Lies hat in der Debatte ĂŒber die geplante Rentenreform eine stĂ€rkere BerĂŒcksichtigung langjĂ€hrig BeschĂ€ftigter gefordert.

"Es muss doch einen Unterschied machen, ob man 45 Jahre oder mehr gearbeitet hat oder nicht", sagte der SPD-Politiker laut einer Mitteilung der Staatskanzlei.

Kommission: "Rente mit 63" abschaffen

Menschen, die 45 Jahre gearbeitet und in die Rentenkasse eingezahlt hĂ€tten, mĂŒssten davon auch profitieren. Es verletze ihr Gerechtigkeitsempfinden, wenn sich die eigene Lebensleistung im Rentensystem nicht hinreichend widerspiegele, sagte Lies. Alle diskutierten Maßnahmen mĂŒssten zudem dazu beitragen, Altersarmut zu vermeiden.

Hintergrund ist der Streit ĂŒber die Empfehlungen der von der Bundesregierung eingesetzten Alterssicherungskommission. Sie schlĂ€gt unter anderem vor, die abschlagsfreie Rente nach 45 Versicherungsjahren abzuschaffen.

Die Abschaffung der "Rente mit 63" - die faktisch derzeit ohnehin erst mit 64,5 Jahren verfĂŒgbar ist - gehört zum umfassenden Gesamtkonzept einer Rentenkommission, das die Spitzen der schwarz-roten Koalition eins zu eins umsetzen wollen. Die Regelung ermöglicht derzeit einen Renteneintritt bis zu zwei Jahre vor der regulĂ€ren Altersgrenze. Zudem soll das Renteneintrittsalter nach 2031 schrittweise an die steigende Lebenserwartung gekoppelt werden.

Acht LÀnder gegen die Renten-PlÀne

Um die sogenannte Rente mit 63 ist innerhalb der schwarz-roten Regierungskoalition ein Streit entbrannt. WĂ€hrend fĂŒhrende Unionspolitiker auf deren Abschaffung dringen, wĂ€chst auch unter MinisterprĂ€sidentinnen und MinisterprĂ€sidenten der Widerstand. Darunter sind auch einige mit CDU-Parteibuch.

Neben Lies hatten in den vergangenen Tagen bereits die LĂ€nderchefs und -chefinnen sieben weiterer BundeslĂ€nder Kritik an den PlĂ€nen geĂŒbt. Nachdem sich zunĂ€chst die MinisterprĂ€sidenten der ostdeutschen LĂ€nder Sachsen, Sachsen-Anhalt und ThĂŒringen sowie Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern gegen die geplante Änderung stellten, schlossen sich auch die SPD-gefĂŒhrten LĂ€nder Saarland und Bremen im Westen der Kritik an.

Lies: keine Lösungen "mit der Gießkanne"

Lies sprach sich zugleich nicht grundsĂ€tzlich gegen eine lĂ€ngere Lebensarbeitszeit aus. Er sei ĂŒberzeugt, dass der Vorschlag der Rentenkommission im Kern umgesetzt werde. "Und es kann auch sein, dass am Ende alle in den nĂ€chsten Jahrzehnten schrittweise lĂ€nger arbeiten mĂŒssen." Allerdings dĂŒrfe es keine Lösungen "mit der Gießkanne" geben. Bund und LĂ€nder mĂŒssten die unterschiedlichen Lebensleistungen und LebensrealitĂ€ten berĂŒcksichtigen.

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