Rheinmetall Aktie: JPMorgan sieht Jahresziele gefÀhrdet
24.06.2026 - 13:55:01 | boerse-global.de
Zwölf Milliarden Euro â so hoch beziffert JPMorgan-Analyst David Perry den Auftragswert, der Rheinmetall heute durch die Finger gleitet. Das Verteidigungsministerium hat das Fregattenprogramm F126 offiziell beendet. Die Aktie reagierte mit einem Einbruch von bis zu 16 Prozent auf unter 1.000 Euro â dem tiefsten Stand seit April 2025 und dem gröĂten Tagesverlust seit mehr als zwei Jahrzehnten.
Das Ende eines Milliardenprojekts
Das F126-Programm war 2020 gestartet worden und sollte ursprĂŒnglich sechs Fregatten fĂŒr rund 10 Milliarden Euro liefern. Generalunternehmer war der niederlĂ€ndische Schiffsbauer Damen Schelde Naval Shipbuilding, der weder zeitliche noch finanzielle Rahmenbedingungen einhalten konnte. Eine FortfĂŒhrung hĂ€tte den Gesamtfinanzbedarf auf mehr als 18 Milliarden Euro getrieben. Verteidigungsminister Boris Pistorius zog daraufhin die ReiĂleine.
Besonders unangenehm fĂŒr Rheinmetall: Der Konzern hatte zuletzt den deutschen Schiffsbauer Naval Vessels LĂŒrssen (NVL) ĂŒbernommen, der als Generalunternehmer fĂŒr das F126-Programm vorgesehen war. Ob dieser Ăbernahme damit die GeschĂ€ftsgrundlage entzogen wird, lĂ€sst Perry offen. NVL könnte als Subunternehmer agieren oder andere MarineauftrĂ€ge erhalten.
Jahresziele wackeln
Perry bezeichnet die Entwicklung als "herben RĂŒckschlag" und warnt, Rheinmetall werde seine eigenen Vorgaben fĂŒr den Auftragseingang im zweiten Quartal und im Gesamtjahr 2026 wohl nicht mehr erreichen. Das wiegt schwer â der Konzern hatte seinen Wachstumskurs zuletzt gerade auf ambitionierte Auftragspipelines gestĂŒtzt.
Dass ausgerechnet heute Morgen eine Partnerschaft mit RumĂ€nien ĂŒber Flugabwehrsysteme vom Typ Skyranger 35 im Wert von 5,7 Milliarden Euro bekanntgegeben wurde, geht im KurslĂ€rm unter. Kein Wunder: Ein wegbrechender Auftrag von 12 Milliarden Euro lĂ€sst sich durch einen einzelnen GroĂauftrag nicht kompensieren.
Der Fregatten-Wechsel zugunsten von TKMS â das acht kleinere Fregatten des Typs Meko A-200 liefern soll â zieht auch den ĂŒbrigen deutschen RĂŒstungssektor nach unten. Hensoldt und Renk verlieren rund vier Prozent. ZusĂ€tzlichen Druck erzeugt der bevorstehende Börsengang des Panzerherstellers KNDS: Marktteilnehmer rechnen mit Umschichtungen aus bestehenden RĂŒstungswerten, um LiquiditĂ€t fĂŒr das neue Papier zu schaffen.
Rheinmetall hat sich zum F126-Aus bislang nicht geĂ€uĂert. Perry hat die Jahresziele vorerst als gefĂ€hrdet eingestuft â und bis Rheinmetall selbst Stellung nimmt, dĂŒrfte der Markt an dieser EinschĂ€tzung festhalten.
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