Ricardo warnt vor neuen, raffinierteren Betrugsmaschen
28.03.2026 - 00:00:35 | boerse-global.deCyberkriminelle haben ihre Angriffe auf die Schweizer Handelsplattform Ricardo deutlich professionalisiert. Kantonspolizeien und Sicherheitsexperten warnen aktuell vor einer neuen Welle ausgeklügelter Phishing-Attacken, die gezielt auf TWINT-Zugangsdaten abzielen.
So funktioniert der neue Betrug
Die Betrüger nutzen erstmals den offiziellen Verkaufsprozess von Ricardo für ihre Zwecke. Sie reagieren mit kompromittierten Konten auf Inserate und stimmen einem Kauf zu. Dadurch erhält der Verkäufer eine legitime Systemnachricht von der Plattform – das schafft Vertrauen.
Phishing-Angriffe wie bei Ricardo nutzen gezielt das Vertrauen der Nutzer aus, um sensible Finanzdaten abzugreifen. Dieser Experten-Guide zeigt Ihnen in 4 Schritten, wie Sie moderne Hacker-Methoden erkennen und sich effektiv vor Betrug schützen. In 4 Schritten zur erfolgreichen Hacker-Abwehr: So schützen Sie sich vor Phishing
Im Anschluss folgt eine gefälschte E-Mail im Ricardo-Design, die eine eingegangene Zahlung simuliert. Oft erhöhen WhatsApp-Nachrichten den Druck: „Haben Sie die Bestätigung schon erhalten?“ Der enthaltene Link führt auf täuschend echte Phishing-Seiten, die nach Login-Daten, Kreditkartendetails oder der TWINT-PIN fragen.
Konten-Übernahme als neues Risiko
Besorgniserregend ist auch die zunehmende Übernahme von Ricardo-Konten selbst. Haben Betrüger erst einmal Zugang zur E-Mail-Adresse des Opfers, setzen sie einfach das Ricardo-Passwort zurück. Anschließend gehen sie auf Einkaufstour – auf Kosten des eigentlichen Kontoinhabers.
Ricardo bestätigt eine Zunahme solcher Meldungen, betont aber, dass der Anteil am Gesamtvolumen im Promillebereich liege. Die Muttergesellschaft Swiss Marketplace Group investiert nach eigenen Angaben jährlich Millionenbeträge in Sicherheitsmaßnahmen.
Wie können sich Nutzer schützen?
Die Plattform stellt klar: Ricardo fragt niemals per E-Mail, SMS oder anderen Kanälen nach Kreditkarten- oder TWINT-Zugangsdaten. Experten raten zu diesen konkreten Schutzmaßnahmen:
- Links immer prüfen: Echte Ricardo-Seiten beginnen immer mit
https://www.ricardo.ch/oderhttps://login.ricardo.ch/. Die vollständige URL im Browser checken! - Zwei-Faktor-Authentifizierung aktivieren: Für Ricardo, E-Mail und Finanzdienste bietet 2FA eine entscheidende zusätzliche Sicherheitsebene.
- Starke, einzigartige Passwörter nutzen: Für jeden Dienst ein separates Passwort verwenden.
- Bei Druck misstrauisch sein: Ungewöhnliche Nachrichten, die zu sofortigem Handeln auffordern, sind ein Alarmzeichen. Im Zweifel direkt über die offizielle App oder Website nachfragen.
- Codes niemals weitergeben: SMS-Verifizierungscodes sind nur für den eigenen Gebrauch bestimmt.
Da Betrüger immer häufiger Schwachstellen in der mobilen Kommunikation wie WhatsApp ausnutzen, ist ein umfassender Geräteschutz unerlässlich. Dieser kostenlose Ratgeber bietet einfache Schritt-für-Schritt-Anleitungen, um Ihr Smartphone und Ihre Apps ohne teure Zusatz-Software abzusichern. Kostenloses Android-Sicherheitspaket jetzt sichern
Eine industrialisierte Bedrohung
Die neuen Maschen zeigen einen breiteren Trend: Cyberkriminalität wird immer professioneller. Die Täter integrieren echte Systemprozesse in ihre Betrugsversuche, was die Erkennung selbst für versierte Nutzer erschwert.
Die psychologische Komponente ist entscheidend – es geht um den gezielten Missbrauch von Vertrauen. Die Frage ist: Können Plattformen und Nutzer mit der rasanten Entwicklung der Betrugsmethoden Schritt halten? Die wichtigste Verteidigungslinie bleibt die Wachsamkeit jedes Einzelnen.
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