Rigetti Aktie: TD Cowen senkt auf Hold
Veröffentlicht: 17.07.2026 um 16:40 Uhr, Redaktion boerse-global.deDie Aktie notiert aktuell bei 12,21 Euro und gibt damit im Tagesverlauf um 0,46 Prozent nach. Über die vergangenen 30 Tage summiert sich der Rückgang auf 30,68 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch, das am 15. Oktober 2025 bei 50,30 Euro markiert wurde, trennen das Papier inzwischen 75,73 Prozent.
Analyst kappt Einstufung wegen Bewertung und Kapitalbedarf
Die Investmentbank TD Cowen hat ihre Einstufung für Rigetti von "Buy" auf "Hold" zurückgenommen. Als Begründung nennen die Analysten die aus ihrer Sicht überzogene Bewertung des Unternehmens sowie einen möglichen weiteren Kapitalbedarf für den geplanten Ausbau einer 200-Millimeter-Fertigungsanlage. Der Analystenkonsens insgesamt lautet zwar noch auf "Moderate Buy" mit einem durchschnittlichen Kursziel von 32,00 US-Dollar, doch die Herabstufung markiert einen Stimmungswechsel bei einem der aufmerksamsten Quantencomputer-Beobachter der Wall Street.
Rigetti wurde zudem aus der Stage B der DARPA Quantum Benchmarking Initiative ausgeschlossen, einem Förderprogramm des US-Verteidigungsforschungsamts. Auf der Habenseite steht dagegen ein Auftrag über 8,4 Millionen US-Dollar vom indischen Forschungszentrum C-DAC. Operativ verfolgt das Unternehmen ambitionierte technische Ziele: Der 108-Qubit-Prozessor Cepheus-1-108Q sollte bis Ende des ersten Quartals 2026 allgemein verfügbar sein, bis 2027 peilt Rigetti mehr als 1.000 Qubits an.
Insider trennen sich von Aktien, Branche insgesamt unter Druck
Parallel zur Analysten-Herabstufung fällt auf, dass Führungskräfte in den vergangenen Monaten deutlich mehr Aktien verkauft als gekauft haben. Der Technologiechef veräußerte am 29. Mai 499.328 Aktien zu 25,40 US-Dollar, ein Unternehmensdirektor trennte sich am 8. Juni von 122.188 Anteilen zu 21,30 US-Dollar. Insgesamt verkauften Insider im vergangenen Quartal 728.901 Aktien im Gegenwert von 17,5 Millionen US-Dollar. Institutionelle Investoren halten derzeit 35,38 Prozent der Anteile.
Der Kursrutsch bei Rigetti reiht sich in eine branchenweite Korrektur ein. Quantencomputer-Aktien haben rund 35 Prozent ihrer Kursgewinne seit den Höchstständen nach zwei Anordnungen von Präsident Trump vom 22. Juni wieder abgegeben. Die Initiative QC-ADDS zielt darauf ab, bis 2028 einen funktionsfähigen Quantencomputer zu realisieren, begleitet von Fristen zur Umstellung auf quantensichere Verschlüsselung bis Ende 2030 beziehungsweise Ende 2031. Über den CHIPS Act wurden am 21. Mai insgesamt 2,013 Milliarden US-Dollar an neun Quantenunternehmen verteilt, größter Empfänger war IBM mit 1 Milliarde US-Dollar für eine neue Fertigungsstätte in Albany.
Zahlen zeigen Wachstum bei anhaltend hohen Verlusten
Operativ wächst Rigetti von einer kleinen Basis aus rasant: Der Umsatz des ersten Quartals 2026 stieg auf 4,4 Millionen US-Dollar, ein Plus von 198,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Verlust je Aktie von 0,04 US-Dollar fiel dabei besser aus als die erwarteten 0,05 US-Dollar. Auf Zwölfmonatssicht steht dem jedoch ein Nettoverlust von 351 Millionen US-Dollar gegenüber, die Kasse des Unternehmens ist mit über 600 Millionen US-Dollar aber gut gefüllt.
Für das zweite Quartal 2026 rechnet der Analystenkonsens mit einem Umsatz von 5,13 Millionen US-Dollar und einem Verlust von 0,03 US-Dollar je Aktie. Die Zahlen sollen am 11. August 2026 nach US-Börsenschluss veröffentlicht werden, begleitet von einer Telefonkonferenz um 17 Uhr Ostküstenzeit. Mit einem RSI von 30,9 signalisiert die Aktie technisch eine überverkaufte Situation – ob sich daraus kurzfristig eine Stabilisierung ergibt, hängt maßgeblich davon ab, wie das Unternehmen seinen Kapitalbedarf für den Fabrikausbau löst.
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