Rocket Lab: 44-Prozent-Rückgang über 30 Tage
29.06.2026 - 00:38:39 | boerse-global.de
Rocket Lab hat die Woche mit einem weiteren Missionserfolg begonnen. Am 27. Juni startete die Electron-Rakete vom Launch Complex 1 in Neuseeland und brachte den zehnten Satelliten der StriX-Konstellation des japanischen Erdbeobachtungsunternehmens Synspective in den Orbit. Es war der 91. Flug insgesamt und der 12. Start in diesem Jahr. Für Anleger ist das mehr als eine Randnotiz — der Markt sucht nach Stabilisierungssignalen nach einem brutalen Kursrückgang.
Kurs unter Druck, aber über dem 200er
Der Freitagsschluss bei 84,54 USD spiegelt das Dilemma wider. Zwar legte die Aktie am Freitag um knapp fünf Prozent zu. Über 30 Tage steht jedoch ein Minus von fast 44 Prozent. Das 52-Wochen-Hoch von 151,00 USD, erreicht Ende Mai, liegt nun 44 Prozent entfernt.
Technisch hält die Aktie noch knapp über dem 200-Tage-Durchschnitt bei 76,30 USD. Der 100-Tage-Durchschnitt bei 87,70 USD ist die nächste Hürde nach oben. Darunter liegt der RSI bei 37,2 — noch kein überverkauftes Extremniveau, aber nah dran. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von knapp 99 Prozent zeigt: Das ist kein ruhiges Fahrwasser.
Voller Auftragskalender als Gegengewicht
Das operative Bild sieht besser aus als der Chart. Synspective hat weitere 17 Electron-Missionen bis Ende des Jahrzehnts gebucht, der nächste Flug ist für Anfang des dritten Quartals geplant. Ferner steht mit der Mission "The Grain Goddess Provides" für den japanischen Kunden iQPS ein weiterer Start noch im Juni an — der achte Flug für diesen Kunden im Rahmen eines 15-Missionen-Vertrags.
Hinzu kommt ein NASA-Auftrag, den Rocket Lab am 25. Juni bekanntgab: drei Electron-Starts für zwei Missionen. PolSIR und TSIS-2 sind ab Anfang 2027 geplant, die PolSIR-Doppelstarts frühestens im Juni 2027. Der Auftrag läuft über das sogenannte VADR-Programm der NASA, das über zehn Jahre einen Gesamtrahmen von 300 Millionen USD umfasst.
Verkürztes Handelsfenster vor dem Feiertag
Die kommende Woche bringt zusätzliche Unwägbarkeiten. Die US-Börsen schließen am 2. Juli früh und bleiben am 3. Juli wegen des Unabhängigkeitstags geschlossen. In diesem verkürzten Fenster erscheinen der ADP-Beschäftigungsbericht am 1. Juli und der offizielle US-Arbeitsmarktbericht am Morgen des 2. Juli — beides Daten, die wachstumsstarke Technologie- und Raumfahrttitel erfahrungsgemäß bewegen.
Ob die Kombination aus frischen Missionserfolgen und einem gut gefüllten Startkalender ausreicht, um die Stimmung zu drehen, zeigt sich bereits in den ersten Handelstagen. Hält die Aktie den 200-Tage-Durchschnitt bei 76,30 USD und kämpft sich zurück über 87,70 USD, verbessert sich das kurzfristige Chartbild spürbar. Rutscht sie darunter, bleibt die Korrektur das bestimmende Narrativ.
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