Rocket Lab: 816-Millionen-Auftrag von SDA bestätigt
28.05.2026 - 00:14:19 | boerse-global.deRocket Lab steigt endgültig in die erste Liga der US-Raumfahrtlieferanten auf. Die Defense Agency SDA hat die Konzeption der neuen Raketenwarnsatelliten abgesegnet. Für das Unternehmen ist das ein klares Signal: Aus dem Start-up wird ein Systemhaus fürs Pentagon.
18 Satelliten gegen Hyperschallraketen
Die Systemanforderungsprüfung (SRR) ist mehr als eine technische Formalie. Sie besiegelt, dass Rocket Labs Satelliten-Design die militärischen Vorgaben erfüllt. Der Auftrag ist gewaltig: 18 Satelliten zur Raketenfrüherkennung, speziell für Hyperschallziele. Volumen: rund 816 Millionen Dollar.
Rocket Lab setzt auf die eigene Lightning-Plattform und baut die Kernkomponenten weitgehend selbst. Dazu gehören Infrarotsensoren vom Typ Phoenix und Schutzsensoren namens StarLite. Solarpaneele, Antrieb, Avionik – alles aus einer Hand. Das senkt Lieferantenrisiken und sichert den Festpreischarakter des Vertrags.
Mit diesem Meilenstein steigt der Wert aller aktiven SDA-Aufträge auf über 1,3 Milliarden Dollar. Hinzu kommt der bereits gesicherte 515-Millionen-Auftrag für die Transport Layer Tranche 2.
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Auftragsbestand auf Rekordniveau
Der Gesamtauftragsbestand liegt bei rund 2,2 Milliarden Dollar – so hoch wie nie. Im ersten Quartal 2026 erwirtschaftete Rocket Lab 200,3 Millionen Dollar Umsatz. Das ist ein Plus von 63,5 Prozent im Jahresvergleich.
Parallel dazu wächst das Verteidigungsportfolio weiter. Ein 90-Millionen-Auftrag der Space Force für die Heimdall-Mission kam hinzu: zwei geostationäre Satelliten. Und im Mai 2026 übernahm Rocket Lab Motiv Space Systems, das nun als Rocket Lab Robotics firmiert. Die Akquisition bringt Mars-erprobte Robotik ins Haus.
Der Aktienmarkt reagierte positiv. Das Papier notierte am Mittwoch bei 148,25 Dollar – ein neues 52-Wochen-Hoch und ein Tagesplus von 3,5 Prozent. Auf Jahressicht hat sich der Kurs mehr als vervierfacht. Der RSI von 63 signalisiert moderaten Aufwärtstrend.
Analysten uneins über Kursziele
Die Bullen sind optimistisch. New Street Research vergibt ein "Buy" mit Kursziel 150 Dollar. Cantor Fitzgerald bleibt bei "Overweight", sieht den fairen Wert aber nur bei 96 Dollar. Morgan Stanley hält 105 Dollar für angemessen, Craig-Hallum taxiert 98 Dollar.
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Klar ist: Der Defence-Bereich stabilisiert die Einnahmen. Doch das Neutron-Raketenprogramm verschlingt weiter viel Geld. Die Jungfernflüge sind für das vierte Quartal 2026 angekündigt. Bis dahin schreibt Rocket Lab rote Zahlen – trotz des Umsatzbooms.
Die Skalierung der Fertigung kostet. Ob der Markt das langfristig honoriert, hängt am Start des Neutron. Gelingt der Erstflug, wäre das ein weiterer Gamechanger. Bis dahin bleibt die Aktie eine Wette auf die militärische Zukunft des Unternehmens.
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