Rocket Lab USA Aktie: Quartalszahlen am 10. August
Veröffentlicht am: 24.07.2026 um 19:40 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Rocket Lab hat den 10. August 2026 als Termin für die Quartalszahlen zum zweiten Vergleichsquartal gesetzt. Die Bekanntgabe kommt zu einem heiklen Zeitpunkt. Die Aktie schloss am Donnerstag bei 69,99 Dollar — rund 54 Prozent unter ihrem Rekordhoch von 151 Dollar aus dem Mai.
Iridium-Deal steht im Zentrum
Der Earnings-Call findet um 14:00 Uhr Pazifischer Zeit statt, also 17:00 Uhr an der Ostküste. Anleger erwarten dort vor allem Klarheit zur milliardenschweren Übernahme von Iridium Communications. Rocket Lab hatte den Deal am 29. Juni 2026 angekündigt, das Volumen liegt bei rund 8 Milliarden Dollar.
Abgeschlossen werden soll die Transaktion erst Mitte 2027. Sie hängt noch von behördlichen Genehmigungen und der Zustimmung der Iridium-Aktionäre ab. Für Investoren zählt vor allem eine Frage: Wie finanziert Rocket Lab den Deal langfristig, und was bedeutet das für den Zeitplan der Neutron-Rakete?
Die operativen Zahlen sprechen bislang für das Unternehmen. Im ersten Quartal 2026 meldete Rocket Lab einen Rekordumsatz von 200,3 Millionen Dollar — ein Plus von 63,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Nettoverlust lag trotzdem bei 45 Millionen Dollar, das Unternehmen investiert weiter kräftig in den Ausbau. Der Auftragsbestand summierte sich zu Quartalsbeginn auf 2,2 Milliarden Dollar.
NASA bringt neue Missionen ins Manifest
Parallel zur Übernahme baut Rocket Lab sein Portfolio bei wissenschaftlichen Missionen aus. Im Rahmen des NASA-Programms VADR hat die Behörde dem Unternehmen Startaufträge für drei Missionen erteilt:
- PolSIR: Zwei eigenständige Electron-Starts mit je einem identischen CubeSat, das Eiswolken in den Tropen untersucht. Geplant frühestens ab Juni 2027.
- TSIS-2: Ein Electron-Start, der einen Sensor zur Messung der Sonneneinstrahlung in die obere Atmosphäre bringt. Start voraussichtlich Anfang 2027.
Einzelne VADR-Aufträge fallen finanziell kleiner aus als große Verteidigungskontrakte. Der Rahmenvertrag hat aber ein Gesamtvolumen von bis zu 300 Millionen Dollar über eine Laufzeit von zehn Jahren.
Bewertung unter Druck
Trotz solider operativer Entwicklung kämpft die Aktie mit einem Stimmungswandel am Markt. Piper Sandler hat die Coverage kürzlich mit einem „Neutral"-Rating und einem Kursziel von 83 Dollar aufgenommen. Das Geschäftsmodell überzeuge, so die Analysten — die aktuelle Bewertung nach dem scharfen Rückgang vom Rekordhoch bleibe aber ein Streitpunkt.
Der Kursverfall spiegelt auch eine breitere Sektorrotation wider. Anleger richten den Blick verstärkt auf den Kapitalverbrauch wachstumsstarker Raumfahrtfirmen. Rocket Lab sicherte sich zwar zuletzt einen Verteidigungsauftrag über 266 Millionen Dollar für suborbitale Starts und einen Platz in einem Space-Force-Rahmenvertrag mit einem Volumen von bis zu 17 Milliarden Dollar. Im Vordergrund steht am Markt trotzdem das Ausführungsrisiko rund um den Erstflug der Neutron-Rakete, der für Ende 2026 angepeilt ist.
Die Startliste für Juli zeigt zudem, wie eng Zeitpläne in diesem Geschäft kalkuliert sind. Die Mission „The Grain Goddess Provides" für den japanischen Kunden iQPS steht nach einem automatischen Startabbruch aktuell ohne neuen Termin da. Teams werten derzeit Daten vom Startkomplex 1 in Neuseeland aus, um ein neues Backup-Fenster zu finden. Für das laufende Zeitfenster sind außerdem „StriX Launch 11" und die NASA-Mission LOXSAT 1 vorgesehen.
Der 10. August wird damit zum ersten echten Gradmesser: Dann muss Rocket Lab zeigen, ob operatives Wachstum und Übernahmepläne zusammenpassen — oder ob die Bewertungssorgen der Anleger berechtigt sind.
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