Starlink bleibt weiter gedrosselt - entgegen Trumps AnkĂŒndigung
Veröffentlicht am: 23.10.2026 um 22:21 Uhr | dpa, AD HOC NEWS(Aktualisierung: Zustimmung aus Kiew nach Generalstabsangaben ergÀnzt)
KIEW (dpa-AFX) - Entgegen der AnkĂŒndigung von US-PrĂ€sident Donald Trump lĂ€uft das Starlink-Satelliteninternet in der Ukraine nach Kiewer Angaben weiter gedrosselt. Es gebe noch immer GeschwindigkeitsbeschrĂ€nkungen, sagte der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj in einer Videoschalte mit dem Thinktank Hudson Institute.
Er sprach dabei von Starlink und Starshield. Letzteres ist ein gesondertes Produkt von SpaceX US84615Q1031, das auf der Starlink-Technologie basiert, aber fĂŒr staatliche und militĂ€rische Anwendungen ausgelegt ist. AuĂerdem beklagte Selenskyj, dass die Lieferung von Abfangraketen gegen russische ballistische Raketen weiterhin verspĂ€tet sei. "Das ist ein echtes Problem, weil die Russen uns fast jeden einzelnen Tag angreifen", sagte er.
PrĂ€sidentenberater Serhij Beskrestnow hatte sich bereits zuvor zum Satelliteninternet geĂ€uĂert. Es gebe vereinzelte FĂ€lle, dass Starlink schneller funktioniere, aber dies liege eher am SpaceX-Algorithmus. "Derzeit können wir keine Aufhebung der BeschrĂ€nkungen bei Starlink feststellen", schrieb er auf Facebook.
Ukrainische Drohnen verlieren Verbindung zu Satellit
Trump hatte am Donnerstag in Washington gesagt, SpaceX-GrĂŒnder Elon Musk habe die Drosselung aufgehoben. Am Freitag erklĂ€rte er dann vor Journalisten, dass er nicht mit Musk gesprochen habe. "Ich habe gehört, das Problem sei behoben, aber falls nicht, werde ich mit ihm sprechen", sagte er.
Das ukrainische MilitĂ€r leidet seit vergangener Woche darunter, dass Flugobjekte bei einer Geschwindigkeit von mehr als 160 Kilometern in der Stunde ihre Verbindung zu den Starlink-Satelliten verlieren. Dies trifft DrohnenflĂŒge zur Abwehr schneller russischer Jetdrohnen wie eigene ukrainische Angriffe.
Von Musk und der US-Regierung gab es widersprĂŒchliche Angaben, warum das Satelliteninternet Starlink langsamer lĂ€uft. Politisch setzen die USA die Ukraine derzeit unter Druck, um sie kompromissbereiter gegenĂŒber dem Angreifer Russland zu machen.
Selenskyj sprach zudem ĂŒber den neuen Anlauf fĂŒr Verhandlungen im Ringen um ein Ende des Ukraine-Kriegs. Der US-UnterhĂ€ndler Steve Witkoff hatte kĂŒrzlich in Oslo mit Selenskyj und EuropĂ€ern und anschlieĂend mit Kremlchef Wladimir Putin in St. Petersburg gesprochen. Es gebe eine Vereinbarung fĂŒr ein Treffen von Teams aus der Ukraine, den USA und Russland, sagte Selenskyj nun. Geplant sei es in der ersten NovemberhĂ€lfte. Auch Moskau hatte ein Treffen mit US- und ukrainischen Vertretern nach dem 10. November in Aussicht gestellt.
