Adidas erhöht Gewinnprognose nach Zollerstattung und guter Nachfrage
Veröffentlicht am: 21.10.2026 um 11:22 Uhr | dpa, AD HOC NEWSNach einer besser als erwarteten Geschäftsentwicklung rechnen sich die Franken für 2026 mehr operativen Gewinn aus als bisher. Dabei profitiert das Unternehmen auch von Zollrückerstattungen aus den USA. Zugleich blieb die Nachfrage robust, insbesondere im Bekleidungsgeschäft. Überdies gelang es Adidas, seine Preise in einem von Rabatten getriebenen Umfeld zu halten.
Am Aktienmarkt verhielten sich die Investoren zunächst zögerlich, bis sich am Vormittag die Optimisten durchsetzten. Zuletzt lag die Aktie an der Dax DE0008469008-Spitze mit rund 1,6 Prozent im Plus. In diesem Jahr konnte sich das Papier dem schwachen Branchenumfeld kaum entziehen, der Kurs verlor bislang fünf Prozent. Allerdings hatte sich die Stimmung bei den Investoren zuletzt aufgehellt, auf Monatssicht steht aktuell ein Plus von rund gut zwölf Prozent zu Buche.
Adidas erwartet für das laufende Jahr nun ein Betriebsergebnis von 2,5 Milliarden Euro, wie die Herzogenauracher am Dienstag nach Börsenschluss mitteilten. Bislang hatte das Management rund 2,3 Milliarden Euro in Aussicht gestellt.
Das Unternehmen sei dabei auf dem Weg, ein Betriebsergebnis von 2,6 Milliarden Euro zu erreichen, hieß es weiter. 100 Millionen Euro will der Nike US6541061031-Konkurrent aber im vierten Quartal jetzt zusätzlich investieren. An dem Ziel eines währungsbereinigten Umsatzwachstums von neun bis zehn Prozent wird festgehalten.
Während die Konkurrenten Nike und Puma wegen der Zurückhaltung der Verbraucher aber auch hausgemachten Problemen seit einiger Zeit mit Umsatzrückgängen und schwachen Ergebnissen zu kämpfen haben, setzte Adidas im dritten Quartal seinen Wachstumskurs fort. So stieg der Umsatz vorläufigen Berechnungen zufolge um neun Prozent auf einen Rekordwert von 7,25 Milliarden Euro. Währungsbereinigt lag das Plus bei sieben Prozent. Die bei Analysten viel beachtete Bruttomarge verbesserte sich um 2,5 Prozentpunkte auf 54,3 Prozent. Das Betriebsergebnis stieg um 37 Prozent auf gut eine Milliarde Euro - den Angaben zufolge ebenfalls ein neuer Höchstwert in einem Quartal.
Dabei machte sich auch die Rückerstattungen aus den USA im Volumen von rund 200 Millionen Euro positiv bemerkbar, so Adidas. Das Unternehmen habe damit den Großteil seiner Zollforderungen erhalten. Daneben wurde die Entwicklung der Bruttomarge von einem "gesunden Vollpreisgeschäft" getrieben, während negative Währungseffekte belasteten.
Konzernchef Björn Gulden hob eine gute Nachfrage nach Bekleidung hervor, welches das Lifestyle-Geschäft antreibe. Er räumte aber auch Probleme ein. "Ja, das Lifestyle-Geschäft mit Schuhen ist derzeit schwierig, vor allem aufgrund zu hoher Bestände und zu vieler Rabatte im Gesamtmarkt. Aber wir wissen, dass sich das bald wieder normalisieren wird", sagte er laut Mitteilung. "In diesem Umfeld versuchen wir nicht, kurzfristig das Maximum herauszuholen. Wir bleiben diszipliniert, stärken weiter unser Fundament für nachhaltiges und profitables Wachstum und konzentrieren uns weiterhin auf unsere mittelfristigen Ziele."
Wendy Liu von der US-Bank JPMorgan attestierte Adidas solide Quartalszahlen in einem schwierigen Branchenumfeld. Das Wachstum sei im Rahmen der Erwartungen des Marktes ausgefallen, wobei die Fußball-WM ein Treiber gewesen sei. Die Analystin schätzt das währungsbereinigte Umsatzplus ohne die WM bei vier Prozent, was eine Verlangsamung im Vergleich zum Vorquartal bedeute. Das Betriebsergebnis sei hingegen auch ohne die Zollerstattung besser ausgefallen als erwartet. Beim vollständigen Bericht in der kommenden Woche dürften die Anleger vor allem die Stärke und Berechenbarkeit des Sportschuh-Geschäfts hinsichtlich des vierten Quartals und 2027 beäugen, so die Expertin.
Die ausführlichen Zahlen will das Unternehmen am 29. Oktober vorlegen.
