ROUNDUP, US-Arbeitsmarktbericht

US-Arbeitsmarktbericht ĂŒberrascht positiv - Zinserwartungen steigen

Veröffentlicht am: 04.09.2026 um 15:52 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Der US-Arbeitsmarktbericht vom August hat die FinanzmĂ€rkte positiv ĂŒberrascht.

Die BeschĂ€ftigtenzahl in den USA ist deutlich stĂ€rker gestiegen als erwartet. Dies erhöht laut Ökonomen die Wahrscheinlichkeit fĂŒr eine baldige Anhebung des Leitzinses durch die US-Notenbank Fed.

Außerhalb der Landwirtschaft stieg die BeschĂ€ftigtenzahl um 162.000, wie das Arbeitsministerium am Freitag in Washington mitteilte. Volkswirte hatten im Schnitt lediglich mit 55.000 zusĂ€tzlichen Stellen gerechnet. Der BeschĂ€ftigungsaufbau in den beiden Vormonaten wurde zudem um insgesamt 55.000 Stellen nach oben revidiert. Der Bericht deutet darauf hin, dass der Arbeitsmarkt die Unsicherheit aufgrund des Iran-Konflikts und den Inflationsdruck gut verkraftet. Im Juli hatte der Arbeitsmarkt noch enttĂ€uscht.

Die Stundenlöhne legten im Vergleich zum Vormonat um 0,3 Prozent zu. Volkswirte hatten im Schnitt damit gerechnet. Im Jahresvergleich stiegen die Löhne im August um 3,1 Prozent. Auch dies war so erwartet worden.

Die Arbeitslosenquote verharrte bei 4,1 Prozent. Volkswirte hatten im Schnitt einen unverĂ€nderten Wert erwartet. Ein Grund fĂŒr die niedrige Quote ist, dass sich viele Personen vom amerikanischen Arbeitsmarkt zurĂŒckgezogen haben. Unter anderem hat die Politik von US-PrĂ€sident Donald Trump zu einer geringeren Zuwanderung in den amerikanischen Arbeitsmarkt gefĂŒhrt.

"Insgesamt ist der Arbeitsmarkt damit in einer soliden Verfassung", schreibt Commerzbank-Volkswirt Christoph Balz. "Der am Sechsmonatsdurchschnitt gemessene Trend der BeschĂ€ftigungszuwĂ€chse zeigt wieder nach oben." Die Arbeitslosenquote liege ungefĂ€hr auf dem Niveau, das fĂŒr die USA im Allgemeinen mit VollbeschĂ€ftigung assoziiert werde.

An den FinanzmĂ€rkten hat sich damit die Spekulation auf eine Zinserhöhung erhöht. Notenbankchef Kevin Warsh hatte sich am vergangenen Freitag zur InflationsbekĂ€mpfung bekannt. FĂŒr die geldpolitischen Entscheidungen in den USA spielt die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt eine wichtige Rolle.

Die Wahrscheinlichkeit fĂŒr eine Leitzinserhöhung auf der nĂ€chsten Sitzung Mitte September liegt laut Finanzmarktindikatoren jetzt bei gut 60 Prozent. Vor der Veröffentlichung hatte sie nur bei rund 50 Prozent gelegen.

"Die US-Notenbank muss mithin nicht befĂŒrchten, dass der Arbeitsmarkt in eine Krise rutscht", kommentierte LBBW-Volkswirt Elmar Volker. Die WĂ€hrungshĂŒter könnten sich also voll auf die Entwicklung der Inflation konzentrieren. "Das ZĂŒnglein an der Waage dĂŒrften aber unverĂ€ndert die Konsumentenpreisdaten fĂŒr August sein, die in genau einer Woche veröffentlicht werden."

Der US-Dollar legte im VerhÀltnis zu anderen wichtigen WÀhrungen zu. Der Eurokurs fiel zeitweise unter 1,16 US-Dollar. Die Renditen von US-Staatsanleihen legten zu und die Kurse gerieten unter Druck. An den europÀischen AktienmÀrkten hielten sich die Auswirkungen in Grenzen. Der Goldpreis und der Bitcoin gaben nach, da sie keine Zinsen abwerfen. Die Aussicht auf Leitzinserhöhungen belastet hier.

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