Verletzte und SchÀden wegen Sturm - Sonntag droht Orkan
Veröffentlicht am: 24.10.2026 um 13:35 Uhr | dpa, AD HOC NEWSMehrere Menschen wurden verletzt. GröĂere ZwischenfĂ€lle wurden bis zum Samstagmorgen nicht bekannt. Die Gefahr ist jedoch nicht gebannt: Deutschland steht ein weiterer stĂŒrmischer Tag bevor.
Vor allem in den Höhenlagen und an der Nordsee sind nach Prognosen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) stĂŒrmische Böen mit Geschwindigkeiten von bis zu 85 Kilometern in der Stunde möglich - auf dem Brocken im Harz sogar noch darĂŒber.
Mancherorts laufen die AufrĂ€umarbeiten am Morgen noch. Sturmtief "Luise", international "Austen" genannt, hat am Freitag vor allem im Westen und SĂŒdwesten Spuren hinterlassen und den Bahnverkehr behindert. Feuerwehren und Polizei rĂŒckten in mehreren BundeslĂ€ndern zu EinsĂ€tzen aus - meist wegen umgestĂŒrzter BĂ€ume oder abgeknickter Ăste. Mancherorts waren Bewohner ohne Strom. Zumeist gab es SchĂ€den an Fahrzeugen und GebĂ€uden.
GerĂŒst stĂŒrzt auf FestgelĂ€nde
Schwere Folgen hatte der Sturm in NastÀtten im Norden von Rheinland-Pfalz. Dort warf eine Böe am Freitagnachmittag ein Gestell um, wÀhrend in der NÀhe ein Oktobermarkt stattfand. Nach Angaben der Polizei wurden zwei Menschen schwer verletzt. Einer von ihnen schwebte in Lebensgefahr und wurde mit einem Hubschrauber in eine Klinik gebracht.
In Seligenstadt sĂŒdöstlich von Frankfurt am Main traf ein abgerissener Ast einen Radfahrer, den die Feuerwehr befreien musste. Im saarlĂ€ndischen Lebach wurde ein FuĂgĂ€nger von einem Werbeschild leicht verletzt.
Stillstand in Karlsruhe, ICE abgeschleppt
Auf der Schiene kam es zu Störungen. Am Karlsruher Hauptbahnhof flog ein Gegenstand in die Oberleitung. Reisende berichteten von "massivem Funkenschlag". Bei Pforzheim am Nordrand des Schwarzwaldes prallte eine Regionalbahn mit Hunderten FahrgÀsten an Bord gegen einen Ast und musste auf der Strecke stehen bleiben.
Bei Aachen blieb ein ICE mit 280 FahrgĂ€sten nach einem Oberleitungsschaden liegen und wurde von einer Diesellok zum Bahnhof Stolberg geschleppt. Auch bei Neuss und in Stuttgart blockierten umgestĂŒrzte BĂ€ume die Gleise.
Allein im Saarland rĂŒckte die Polizei bis zum Abend zu 59 sturmbedingten EinsĂ€tzen aus. Der Europa-Park in Rust schloss vorĂŒbergehend seine groĂen Achterbahnen im Freien.
BĂ€ume stĂŒrzen in Duisburg und Remscheid um
In Duisburg brachten Sturmböen im gesamten Stadtgebiet BĂ€ume zum Sturz. Einer stĂŒrzte auf einen Kiosk, an weiteren Stellen fielen BĂ€ume in Stromleitungen, wie die Feuerwehr mitteilte. BĂ€ume und Ăste mussten demnach von StraĂen entfernt werden. Eine Autofahrerin fuhr den Angaben zufolge in einen umgestĂŒrzten Baum. Verletzte gab es bisherigen Erkenntnissen zufolge nicht. Die Feuerwehr zĂ€hlte rund 40 SturmschĂ€den-EinsĂ€tze, wie es hieĂ.
Auch in Remscheid musste die Feuerwehr eigenen Angaben zufolge abgebrochene Ăste und umgestĂŒrzte BĂ€ume beseitigen. An der A1 stĂŒrzte ein gröĂerer Baum gegen eine LĂ€rmschutzwand. Die Autobahn wurde ihn Fahrtrichtung Köln zeitweise gesperrt.
Auch im Ausland wĂŒtete das Unwetter: In GroĂbritannien fegte der dort unter dem Namen "Austen" bekannte Sturm vor allem ĂŒber den SĂŒdwesten Englands hinweg. Mehr als 30.000 Haushalte waren dort nach Angaben der Nachrichtenagentur PA am Freitag zeitweise ohne Strom. FlĂŒge waren ausgefallen und Teile der verfallenen historischen SeebrĂŒcke West Pier in Brighton ins Meer gestĂŒrzt.
Kurze Atempause am Samstag
Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) zieht "Luise" im Laufe des Samstags Richtung Ostsee und DĂ€nemark ab. TagsĂŒber lĂ€sst der Wind vorĂŒbergehend nach, an der KĂŒste sind aber weiter Sturmböen möglich. Ab dem Abend zieht von Westen "Manja" heran. In der Nacht zum Sonntag drohen krĂ€ftiger Regen und stark auffrischender SĂŒdwestwind. Bis Sonntagvormittag kann laut DWD regional Regen in "unwetterartigen Mengen" fallen.
Sturmflut in Hamburg möglich
Der Sonntag wird nach DWD-Angaben auĂer im SĂŒdosten ein windiger bis stĂŒrmischer Tag. An der Nordsee sind Böen bis 100 Kilometer pro Stunde und einzelne Orkanböen möglich, ebenso am Feldberg im Schwarzwald. Das Bundesamt fĂŒr Seeschifffahrt und Hydrographie erwartet von Sonntag bis Montag deutlich erhöhte WasserstĂ€nde. In Hamburg könnte eine Sturmflut auflaufen, dann wĂŒrde der tiefer gelegene Teil des Fischmarkts ĂŒberflutet. Wyk auf der Insel Föhr hat den Deichdurchlass am Hafen geschlossen.
Probleme gibt es auch fĂŒr Urlauber zum Ende der Herbstferien in Niedersachsen. Die SchnellfĂ€hren nach Helgoland fahren am Wochenende nicht, die Halligen werden am Sonntag und Montag nicht angesteuert. Köln und Aachen raten, WĂ€lder, Parks, Friedhöfe und Alleen zu meiden. In Erfurt bleiben die Friedhöfe das ganze Wochenende geschlossen. Am Montag soll sich das Wetter dann beruhigen.
