Exporteure unter Druck: GeschÀft mit USA und China schrumpft
09.12.2025 - 11:27:05Im Oktober wuchsen die Ausfuhren nur minimal um 0,1 Prozent zum Vormonat auf 131,3 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Als StĂŒtze erwies sich der europĂ€ische Markt.
Nach einer Erholung im September legten die Ausfuhren zwar mit dem Oktober-Plus den zweiten Monat in Folge zu. Ăkonomen sehen aber zu wenig Schwung, um die deutsche Wirtschaft zu beleben. "FĂŒr einen positiven Impuls fĂŒr die deutsche Konjunktur ist der AuĂenhandel nach wie vor zu schwach", schrieb Michael Herzum, Leiter Volkswirtschaft beim Fondsanbieter Union Investment.
Der deutsche Export stehe weiter unter Druck, schrieb Dirk Jandura, PrĂ€sident des AuĂenhandelsverbands BGA. "Wir verlieren kontinuierlich Marktanteile in den wichtigsten Weltregionen auĂerhalb Europas."
Zwei zentrale MĂ€rkte im Minus
Insbesondere in den USA, dem wichtigsten Exportland fĂŒr Deutschland, mussten die Exporteure nach der jĂŒngsten Erholung einen DĂ€mpfer hinnehmen. In die Vereinigten Staaten wurden im Oktober Waren im Wert von 11,3 Milliarden Euro geliefert, 7,8 Prozent weniger als im September.
Die unter PrÀsident Donald Trump erhöhten Zölle dÀmpfen die Nachfrage nach deutschen Waren. Im August waren die deutschen Exporte in die USA auf den niedrigsten Stand seit November 2021 gefallen.
Zwar haben die USA und die EU im Sommer ein grundsĂ€tzliches Abkommen im Handelsstreit erzielt. Die Einigung schrieb aber deutliche Zollerhöhungen fĂŒr viele Produkte fest - darunter Autos. Dazu kommen hohe Zölle fĂŒr Stahl und Aluminium, die etwa die deutschen Maschinenbauer belasten.
"Europa bleibt die sichere Bank unserer Wirtschaft"
Auch auf dem wichtigen Absatzmarkt China lÀuft es nicht rund. Die Exporte nach Fernost schrumpften um 5,8 Prozent auf 6,3 Milliarden Euro. China produziert mittlerweile viele Waren selbst, anstatt sie aus Deutschland zu importieren.
ZuwÀchse konnten die deutschen Exporteure in der EU verbuchen. Dort wuchsen die Ausfuhren im Oktober zum Vormonat um 2,7 Prozent auf gut 76 Milliarden Euro.
"Die deutlichen EinbrĂŒche, insbesondere in unseren zentralen ZielmĂ€rkten USA und China, sprechen eine unmissverstĂ€ndliche Sprache", sagte BGA-PrĂ€sident Jandura. "Europa bleibt die sichere Bank unserer Wirtschaft. Hier kann Made in Germany noch punkten." Die Bundesregierung mĂŒsse als Antwort darauf den europĂ€ischen Binnenmarkt stĂ€rken.
Fast jeder vierte Job hÀngt am Export
Die deutsche Wirtschaft ist stark vom AuĂenhandel abhĂ€ngig. Fast jeder vierte Arbeitsplatz hierzulande hĂ€ngt vom Export ab, der im laufenden Jahr nach BGA-SchĂ€tzung um 2,5 Prozent schrumpfen dĂŒrfte.
Nach Deutschland importiert wurden im Oktober Waren im Wert von rund 114,5 Milliarden Euro und damit 1,2 Prozent weniger als im Vormonat.
Die Hoffnung auf einen Jahresendspurt im AuĂenhandel schwindet: Im November sanken die Ifo-Exporterwartungen. "Anzeichen einer nachhaltigen Erholung fehlen weiterhin", sagt Klaus Wohlrabe, Leiter der Ifo-Umfragen.
Exporteure haben an WettbewerbsfÀhigkeit verloren
Die deutschen Exporteure leiden nicht nur unter den erhöhten US-Zöllen und der Konkurrenz von China, sondern auch unter dem starken Euro, der deutsche Waren auf den WeltmĂ€rkten verteuert. Dazu kommen eigene strukturelle SchwĂ€chen: Der Bundesbank zufolge hat die deutsche Wirtschaft in SchlĂŒsselbranchen wie Maschinenbau, Chemie oder Elektro an WettbewerbsfĂ€higkeit eingebĂŒĂt.
Die SchwĂ€che der Exporteure ist ein Grund fĂŒr die Krise der deutschen Wirtschaft, die 2025 allenfalls minimal wachsen dĂŒrfte. "Der Aufschwung der Exporte nach dem Sommer ist bereits zum Stillstand gekommen, was darauf hindeutet, dass die Exporte die Wirtschaft wahrscheinlich nicht aus der Stagnation herausholen werden", sagt Carsten Brzeski, Chefvolkswirt der Bank ING.

