Ist er umgekippt? NĂ€chster privater US-Lander auf dem Mond
07.03.2025 - 06:00:05Der Zustand von "Athena" war auch Stunden nach der Landung völlig unklar - es könnte sein, dass auch dieser Lander beim Aufsetzen auf der MondoberflĂ€che wieder umgekippt ist. "Athena" war laut Intuitive Machines und der US-Raumfahrtbehörde Nasa am Berg Mons Mouton im SĂŒdpolargebiet des Mondes gelandet - nĂ€her am SĂŒdpol des Mondes als jedes andere Raumfahrzeug zuvor.
"Jedes Mal, wenn die Menschheit einen Lander auf den Mond bringt, ist es ein guter Tag", sagte der Technologie-Chef von Intuitive Machines, Tim Crain, bei einer Pressekonferenz. Er rĂ€umte aber auch ein, das nicht alles optimal gelaufen sei. "Wir versuchen herauszufinden, was genau auf diesem letzten StĂŒck passiert ist." Anhand der Daten mĂŒsse nun analysiert werden, wo und wie genau der Lander aufgesetzt habe und in welchem Zustand das GerĂ€t und die wissenschaftlichen Instrumente an Bord seien.
"Wenn wir die komplette EinschÀtzung haben, dann werden wir eng mit der Nasa zusammenarbeiten, um die wissenschaftlichen Ziele zu identifizieren, die höchste PrioritÀt haben", sagte der Chef von Intuitive Machines, Steve Altemus. "Und dann werden wir herausfinden, wie unser Missionsprofil aussehen wird."
Mondlandungen gehen hÀufig schief
Es war bereits die zweite kommerzielle Mondlandung in dieser Woche: Erst am Sonntag hatte der Lander "Blue Ghost" des US-Unternehmens Firefly Aerospace erfolgreich auf dem Erdtrabanten aufgesetzt. Mondlandungen sind technisch höchst anspruchsvoll - und gehen hÀufig schief. Ein dritter privater Lander ist derzeit auf dem Weg.
"Athena" war Ende Februar an Bord einer Falcon-9-Rakete des Raumfahrtunternehmens SpaceX von Tech-MilliardÀr Elon Musk vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida gestartet. Die Mission ist auf rund zehn Tage angelegt. Das unbemannte LandegerÀt ist 4,3 Meter hoch und hat einen Durchmesser von 1,6 Metern. Es soll helfen, Rohstoffe und Wasser auf dem Erdtrabanten zu finden.
Bohrer, HĂŒpfer und Rover an Bord
Zu diesem Zweck hat "Athena" einen Bohrer an Bord, der bis zu einem Meter unter die MondoberflĂ€che vordringen soll, sowie ein Massenspektrometer, das flĂŒchtige Stoffe erkennen kann. Hinzu kommt mit "Grace" ein kleines GerĂ€t, das in kurzen FlĂŒgen quasi ĂŒber den Mond hĂŒpft. Es soll detaillierte OberflĂ€chenbilder aufnehmen und Krater erkunden. Zudem hat "Athena" zwei Rover im GepĂ€ck, die ĂŒber den Mond rollen sollen: "Mapp" und den sehr kleinen, nur zweirĂ€drigen "Yaoki".
An der Mission namens "IM-2" sind zahlreiche Unternehmen und Organisationen beteiligt, unter anderem auch das Deutsche Zentrum fĂŒr Luft- und Raumfahrt (DLR). Die Mission ist Teil der Nasa-Initiative "CLPS" (Commercial Lunar Payload Services). Mit diesem Programm will die US-Raumfahrtbehörde auf ihrem eigenen Weg zurĂŒck zum Mond vergleichsweise gĂŒnstig und effizient viel Wissen sammeln, indem sie mit privaten Firmen zusammenarbeitet.
Intuitive Machines gelang 2024 eine Weltpremiere
Der Firma Intuitive Machines mit Sitz im texanischen Houston war im vergangenen Jahr mit ihrem Lander "Odysseus" die erste kommerzielle Mondlandung der Raumfahrtgeschichte gelungen. Damals landete erstmals seit mehr als 50 Jahren wieder ein US-GerÀt auf dem Mond. Beim Aufsetzen bekam der unbemannte Lander allerdings SchrÀglage. Daten konnten trotzdem gesammelt werden.

