Russische, Hacker

Russische Hacker zielen auf Signal- und WhatsApp-Nutzer

26.03.2026 - 06:00:36 | boerse-global.de

Russische Staatshacker umgehen Ende-zu-Ende-VerschlĂŒsselung durch gezieltes Social Engineering. Die Kampagne zielt auf hochrangige Regierungsmitarbeiter und Journalisten weltweit ab.

Russische Hacker zielen auf Signal- und WhatsApp-Nutzer - Foto: ĂŒber boerse-global.de
Russische Hacker zielen auf Signal- und WhatsApp-Nutzer - Foto: ĂŒber boerse-global.de

Russische Staatshacker nutzen raffinierte Phishing-Methoden, um an verschlĂŒsselte Nachrichten zu gelangen. Die Warnungen der US-Behörden FBI und CISA sowie des niederlĂ€ndischen Geheimdienstes sind eindeutig: Seit Anfang MĂ€rz 2026 lĂ€uft eine globale Kampagne gegen hochrangige Ziele.

Die Angreifer, die mit russischen Geheimdiensten in Verbindung stehen, versuchen nicht, die starke Ende-zu-Ende-VerschlĂŒsselung der Apps zu knacken. Stattdessen umgehen sie sie durch soziales Engineering. Ihr Ziel ist der unerlaubte Zugriff auf Einzelkonten von Regierungsbeamten, MilitĂ€rpersonal, Politikern und Journalisten weltweit.

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Die Masche: Betrug statt Code-Knacken

Die Methode ist simpel, aber wirkungsvoll. Die Hacker geben sich in Direktnachrichten als „Signal-Support“ oder ein „Sicherheits-Bot“ aus. Sie behaupten, verdĂ€chtige AktivitĂ€ten oder Datenlecks entdeckt zu haben und fordern die Opfer auf, zur „Sicherung“ ihres Kontos BestĂ€tigungscodes oder PINs preiszugeben.

Diese Codes sind jedoch echt: Die Angreifer starten auf ihrem eigenen GerĂ€t den Registrierungsprozess fĂŒr die Handynummer des Opfers. ErhĂ€lt der ahnungslose Nutzer den Code und teilt ihn mit dem falschen Support, ĂŒbernimmt der Hacker die Kontrolle ĂŒber den Account.

Ein zweiter Angriffsweg nutzt die „Verbundenen GerĂ€te“-Funktion von Signal und WhatsApp. Opfer werden dazu gebracht, bösartige QR-Codes zu scannen oder Einladungen zu gefĂ€lschten Gruppen anzunehmen. Im Hintergrund wird so ein vom Angreifer kontrolliertes GerĂ€t mit dem Konto verknĂŒpft – ein direkter Zugang zum Nachrichtenstrom.

Gezielte Spionage im globalen Maßstab

Die Kampagne zielt gezielt auf Personen mit „hohem Nachrichtenwert“ ab. Neben US-amerikanischen und europĂ€ischen AmtstrĂ€gern bestĂ€tigen die niederlĂ€ndischen Dienste MIVD und AIVD bereits kompromittierte Accounts unter eigenen Regierungsmitarbeitern.

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Der Kontext ist klar geopolitischer Natur. Bereits seit Februar 2025 beobachten Analysten wie von Google, verstĂ€rkte russische BemĂŒhungen, Signal-Konten zu ĂŒbernehmen – anfangs getrieben vom Krieg in der Ukraine. Gruppen wie APT28 (auch bekannt als Fancy Bear) waren in der Vergangenheit bereits aktiv und schickten etwa 2025 Malware ĂŒber Signal-Chats an ukrainische Behörden.

So schĂŒtzen Sie sich: Misstrauen ist der beste Schutz

Die Apps selbst sind nicht gehackt. Die Schwachstelle ist der Mensch. Daher lauten die zentralen Empfehlungen der Cybersicherheitsexperten:

  • Geben Sie niemals BestĂ€tigungscodes oder PINs weiter. Echter Support wird Sie nie danach fragen.
  • Seien Sie extrem misstrauisch bei unaufgeforderten Nachrichten, besonders von angeblichen Support-KanĂ€len.
  • ÜberprĂŒfen Sie regelmĂ€ĂŸig die Liste Ihrer „verbundenen GerĂ€te“ in den Einstellungen und entfernen Sie unbekannte EintrĂ€ge sofort.
  • Nutzen Sie die Apps nicht fĂŒr klassifizierte oder höchst sensible Informationen. Die stĂ€rkste VerschlĂŒsselung nĂŒtzt nichts, wenn das Konto selbst ĂŒbernommen wird.

Der digitale Nebenkriegsschauplatz bleibt

Diese Phishing-Kampagne markiert keine neue, sondern eine anhaltende Bedrohungslage. Da sich geopolitische Spannungen nicht auflösen, wird der Kampf um sichere KommunikationskanĂ€le weitergehen. Die Taktik der Angreifer hat sich verlagert: von der Suche nach technischen LĂŒcken zur Ausnutzung menschlichen Vertrauens.

Die Verteidigung muss folgen. Sie erfordert stĂ€ndige Wachsamkeit, Skepsis und die konsequente Nutzung der vorhandenen Sicherheitsfunktionen – sowohl von Einzelpersonen als auch von Organisationen und Behörden.

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