Russische, Hacker

Russische Hacker zielen auf WhatsApp- und Signal-Nutzer

22.03.2026 - 08:09:52 | boerse-global.de

Westliche Sicherheitsbehörden warnen vor einer gezielten Phishing-Kampagne russischer Staatshacker gegen Politiker und Journalisten ĂŒber Messenger-Dienste.

Russische Hacker zielen auf WhatsApp- und Signal-Nutzer - Foto: ĂŒber boerse-global.de
Russische Hacker zielen auf WhatsApp- und Signal-Nutzer - Foto: ĂŒber boerse-global.de

Westliche Sicherheitsbehörden warnen vor einer massiven Phishing-Kampagne aus Russland. Sie zielt gezielt auf Nutzer der Messenger-Dienste WhatsApp und Signal ab. Das FBI und die US-Cybersicherheitsbehörde CISA veröffentlichten kĂŒrzlich einen gemeinsamen Warnhinweis. Deutsche und niederlĂ€ndische Geheimdienste hatten zuvor bereits Ă€hnlich alarmiert.

Die Angreifer haben es vor allem auf hochrangige Personen aus Politik, MilitÀr, Diplomatie und Journalismus abgesehen. Ziel ist es, an sensible Informationen zu gelangen. Tausende Kontakte sollen weltweit bereits kompromittiert worden sein.

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So tricksten die Hacker ihre Opfer aus

Die Hacker nutzen keine technischen LĂŒcken in den Apps selbst aus. Stattdessen setzen sie voll auf Social Engineering – die psychologische Manipulation der Nutzer. Dabei wenden sie zwei Hauptmethoden an.

Zum einen geben sie sich in Chats als offizieller Support von Signal oder WhatsApp aus. Sie behaupten, es gĂ€be verdĂ€chtige AktivitĂ€ten auf dem Konto und fordern Verifizierungs- oder PIN-Codes. Gibt das Opfer diese preis, ĂŒbernehmen die Angreifer das Konto auf einem eigenen GerĂ€t.

Zum anderen missbrauchen sie die Funktion "VerknĂŒpfte GerĂ€te". Sie bringen Nutzer dazu, einen prĂ€parierten QR-Code zu scannen. Das koppelt heimlich ein GerĂ€t der Hacker mit dem Konto. So können sie alle Nachrichten in Echtzeit mitlesen.

Internationaler Geheimdienst-Alarm

Die US-Warnung ist der Höhepunkt einer ganzen Serie von Alarmmeldungen. Das deutsche Bundesamt fĂŒr Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnte bereits im Februar vor Phishing-Angriffen auf Signal. Es vermutete "wahrscheinlich staatlich gesteuerte Cyberakteure" dahinter.

Anfang MÀrz schrieben niederlÀndische Geheimdienste eine globale Kampagne explizit russischen Staatshackern zu. Die US-Behörden bestÀtigen nun diese EinschÀtzung. Sie sprechen von Akteuren, die den russischen Geheimdiensten nahestehen. Die Angriffe gelten nicht als normale CyberkriminalitÀt, sondern als gezielte Spionage.

Wer steht besonders im Visier?

Die Kampagne zielt nicht auf die breite Masse ab. Im Fokus stehen gezielt Regierungsmitarbeiter, MilitÀrs, Diplomaten und Journalisten in Deutschland, den USA und Europa. Die niederlÀndischen Behörden bestÀtigten, dass bereits eigene Regierungsangestellte betroffen sind.

Durch die Übernahme der Konten erhalten die Hacker Einblick in vertrauliche Chats und ganze Kommunikationsnetzwerke. Die erbeuteten Daten könnten fĂŒr weitere Spionage, Erpressung oder Desinformation genutzt werden.

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Der Mensch als schwÀchstes Glied

Die Angriffswelle zeigt einen klaren Trend: Hacker umgehen technische HĂŒrden, indem sie den Menschen direkt angreifen. Selbst die robusteste VerschlĂŒsselung hilft nicht, wenn Nutzer ihre Zugangsdaten freiwillig herausgeben.

Experten sehen darin eine gezielte Strategie. Das Knacken starker VerschlĂŒsselung ist extrem aufwendig. Menschen lassen sich durch geschickte TĂ€uschung leichter zu Fehlern verleiten. Ähnliche Methoden wurden bereits gegen ukrainisches MilitĂ€rpersonal eingesetzt.

So können Sie sich schĂŒtzen

Sicherheitsexperten raten zu erhöhter Vorsicht und geben konkrete Tipps:

  • Geben Sie niemals Codes weiter: Teilen Sie Verifizierungscodes oder persönliche PINs unter keinen UmstĂ€nden. Der echte Support wird diese nie per Chat abfragen.
  • Seien Sie skeptisch: Misstrauen Sie unaufgeforderte Nachrichten, die angeblich vom Support stammen und zu sofortigem Handeln drĂ€ngen.
  • Scannen Sie QR-Codes bewusst: Scannen Sie nur Codes zur GerĂ€tekopplung, die Sie selbst auf einem vertrauenswĂŒrdigen GerĂ€t erzeugen.
  • Aktivieren Sie Sicherheitsfunktionen: Nutzen Sie Zusatzoptionen wie die "Registrierungssperre" in Signal, die das Konto mit einer extra PIN schĂŒtzt.
  • PrĂŒfen Sie verknĂŒpfte GerĂ€te: Kontrollieren Sie regelmĂ€ĂŸig in den App-Einstellungen die Liste der gekoppelten GerĂ€te. Entfernen Sie unbekannte EintrĂ€ge.
  • Achten Sie auf AuffĂ€lligkeiten: Doppelte Kontakte oder als "gelöscht" angezeigte Nummern können Warnzeichen sein.

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