EGMR: Russland soll Georgien mehr als 253 Millionen Euro zahlen
14.10.2025 - 13:57:32 | dpa.deHintergrund ist Russlands Vorgehen hinsichtlich der Grenzlinien zwischen den von Georgien kontrollierten Gebieten und den von Russland unterstĂŒtzten Regionen Abchasien und SĂŒdossetien nach dem Kaukasuskrieg im Jahr 2008, wie das Gericht in StraĂburg mitteilte. Nach dem Krieg erkannte Moskau die Regionen als unabhĂ€ngige Staaten an und stationierte dort tausende Soldaten.
Gericht sieht Menschenrechte verletzt
Es habe ein System aus Verletzungen der EuropĂ€ischen Menschenrechtskonvention gegeben, etwa durch ĂŒbermĂ€Ăigen Gewalteinsatz, rechtswidrige Inhaftierungen und EinschrĂ€nkungen der Bewegungsfreiheit, teilte der EGMR mit. Unter dieser Verfestigung der Grenzlinien hĂ€tten mehr als 29.000 Menschen gelitten.
Die Menschenrechtsverletzungen hatten die StraĂburger Richterinnen und Richter bereits in einem Urteil im vergangenen Jahr festgestellt. Nun legten sie die Höhe der Zahlung fest. Das Urteil ist noch nicht rechtskrĂ€ftig - die Prozessparteien können es innerhalb von drei Monaten anfechten. Der EGMR hatte Russland bereits zuvor im Zusammenhang mit dem Konflikt im SĂŒdkaukasus verurteilt.
Russland erkennt EGMR-Urteile nicht an
Das Gericht ĂŒberlieĂ es der georgischen Regierung, nach der Zahlung einen Verteilungsmechanismus an die Opfer einzurichten. Dass Georgien tatsĂ€chlich Geld bekommt, ist jedoch unwahrscheinlich: Russland erkennt Urteile des Menschenrechtsgerichtshofs nicht an. Wegen seines Angriffskrieges auf die Ukraine wurde das Land 2022 aus dem Europarat ausgeschlossen und ist kein Mitglied der EuropĂ€ischen Menschenrechtskonvention mehr.
Der EGMR, der fĂŒr die Einhaltung der Konvention sorgt, kann aber weiterhin ĂŒber VorfĂ€lle entscheiden, die bis zu sechs Monate nach dem Ausschluss von Russland geschehen sind. Europarat, Menschenrechtskonvention und Gerichtshof sind unabhĂ€ngig von der EU.
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