Russische PĂ€sse fĂŒr Separatistengebiet Transnistrien
16.05.2026 - 20:38:32 | dpa.deEinem Erlass des Kremlchefs zufolge sollen Einwohner von Transnistrien ab 18 Jahren russische StaatsbĂŒrger werden können, auch wenn sie nicht - wie sonst gefordert - fĂŒnf Jahre in Russland gewohnt haben. Der Kreml in Moskau veröffentlichte das Dokument.
Transnistrien ist ein vorwiegend von ethnischen Russen bewohnter schmaler Landstreifen zwischen dem Fluss Dnjestr und der Ukraine. Er hat sich in einem Krieg Anfang der 1990er Jahre von der rumĂ€nischsprachigen Republik Moldau abgespalten. International ist die Separatistenrepublik nicht anerkannt. FĂŒr Moldau, das in die EU strebt, ist die Abspaltung ein ungelöstes Problem. Russland unterstĂŒtzt Transnistrien und hat dort etwa 1.500 Soldaten stationiert, meist Einheimische mit russischer StaatsbĂŒrgerschaft.
Tiraspol sieht besseren Schutz fĂŒr Separatistengebiet
Die SeparatistenfĂŒhrung in Tiraspol nannte den Erlass einen Schritt zum Schutz der Einwohner Transnistriens, wie die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass meldete. Von den etwa 455.000 Menschen haben nach verschiedenen SchĂ€tzungen bereits 200.000 bis 250.000 einen russischen Pass.
WĂ€hrend die moldauische FĂŒhrung in Chisinau nicht sofort reagierte, sagte der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj, Moskau hoffe wohl auf neue Soldaten fĂŒr seinen Krieg. Zugleich wolle Russland Transnistrien als seine Einflusszone markieren, erklĂ€rte er.
BefĂŒrchtet wird, dass Moskau den vorgeblichen Schutz russischer BĂŒrger als Druckmittel nutzen könnte. Auch im besetzten Teil der Ostukraine hatte Russland nach 2014 russische PĂ€sse verteilt. 2022 vor der GroĂinvasion in die Ukraine erkannte es die separatistischen Gebilde Donezk und Luhansk als eigenstĂ€ndige Staaten an.
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