S-Trust, Sparkassen

S-Trust: Sparkassen schließen ihren digitalen Tresor

30.01.2026 - 04:24:12

Der Passwort-Manager der Sparkassen wird Ende März 2026 eingestellt. Nutzer müssen ihre sensiblen Daten bis dahin exportieren, der empfohlene Nachfolger ist SecureSafe.

Der digitale Tresor und Passwort-Manager der deutschen Sparkassen, S-Trust, erreicht heute einen kritischen Meilenstein: Alle Kundenverträge sind offiziell beendet. Der Dienst wird am 31. März 2026 komplett abgeschaltet. Damit zieht sich die Sparkassen-Finanzgruppe aus dem hart umkämpften Markt für digitale Sicherheit zurück.

Nutzer können ihre Konten bis zum endgültigen Stichtag kostenfrei weiter nutzen, um sensible Daten zu exportieren. Die Kündigung aller Verträge zum 30. Januar ist der entscheidende Schritt zur endgültigen Einstellung des Dienstes. Bereits im Dezember 2025 wurden alle Kunden informiert und erhielten eine Übergangsfrist. Nach dem 31. März werden alle verbliebenen Daten auf den Servern gelöscht und der Zugang ist nicht mehr möglich.

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Warum S-Trust scheiterte

Die Sparkassen begründen das Aus mit mangelnder wirtschaftlicher Tragfähigkeit. Laut S-Communication Services GmbH, der digitalen Agentur der Gruppe, konnte sich S-Trust gegen die starke internationale Konkurrenz im Passwort- und Dokumentenmanagement nicht durchsetzen. Der 2020 gestartete Dienst fand keine nachhaltige Marktposition. Das Scheitern zeigt die Schwierigkeiten von Banken, in Tech-dominierten Märkten gegen globale Spezialanbieter zu bestehen.

So retten Nutzer ihre Daten

Die Uhr tickt: Bis Ende März müssen Passwörter und Dokumente gesichert werden. Die Passwörter können als CSV-Datei exportiert werden – ein Format, das viele andere Manager importieren können. Vorsicht ist geboten: Diese Datei enthält die Zugangsdaten unverschlüsselt und ist höchst sensibel. Dokumente müssen einzeln heruntergeladen werden.

Für Nutzer der Integration mit dem Sparkassen-e-Postfach gelten Besonderheiten: Neue Verknüpfungen sind nicht mehr möglich. Bestehende Links bleiben bis zur Abschaltung aktiv. Nach einem Wechsel zum empfohlenen Alternativ-Dienst SecureSafe oder nach Löschung des S-Trust-Kontos erlischt diese Übertragungsmöglichkeit.

Der empfohlene Nachfolger: SecureSafe

Als Alternative weist S-Trust auf SecureSafe des Schweizer Anbieters DSwiss AG hin. Allerdings ist dieser Dienst nicht nahtlos in das Sparkassen-Onlinebanking integriert. Der automatische Transfer aus dem e-Postfach entfällt. Nutzer müssen ihren Datenumzug aktiv selbst managen. Support für S-Trust gibt es bis Ende März, Fragen zu SecureSafe beantwortet dann DSwiss.

Trend: Banken ziehen sich aus Tech-Diensten zurück

Die Einstellung von S-Trust ist kein Einzelfall. Sie folgt einer strategischen Neuausrichtung der Sparkassen, die bereits 2024 das Bezahlsystem Giropay und die App Kwitt einstellten und durch die europäische Lösung Wero ersetzten. Das Scheitern des eigenen digitalen Tresors unterstreicht das „Build versus Buy“-Dilemma vieler Konzerne. Die Entwicklung eigener Hochsicherheitsdienste erfordert massive Investitionen, um mit der Tech-Konkurrenz Schritt zu halten.

Die Konsequenz für Sparkassen-Kunden ist klar: Für Passwort-Management und digitale Tresore sind sie künftig auf Drittanbieter angewiesen. Die Empfehlung von SecureSafe ist ein Vorschlag, nicht mehr. Der Markt bietet zahlreiche etablierte Alternativen. Für die Nutzer bleibt die Aufgabe, ihre digitalen Habseligkeiten in den kommenden Wochen in Sicherheit zu bringen – bevor sie unwiederbringlich verloren sind.

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